rheinische ART
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rheinische ART 03/2014

Archiv 2014

AUFFALLEND ANDERS
Günter Haese

 

Dieser Mann ist ein Phänomen. Einmal, weil er praktisch nie in der Öffentlichkeit auftritt, und weiter, dass man sich trotz der konsequent gelebten Zurückgezogenheit sich seiner erinnerte und die Künstlerschaft Düsseldorf nicht vergaß, dass er unter ihnen weilt, dass er im Februar 90 Jahre alt wurde, in einem städtischen Atelierhaus lebt und immer noch seine filigranen Kunstwerke aus Draht schafft.

 

Günter Haese, Kalogo lll (Ausschnitt)

 

Haese war ein ganz Bekannter, als er es noch wollte. Das war nach dem Krieg, in den 1960er Jahren. Er nahm an internationalen Ausstellungen teil und stellte auf der documenta 1964 und der Biennale in Venedig 1966 aus. Das Museum of Modern Art MoMA in New York zeigte ihn schon 1964 in einer Einzelpräsentation und vertreten wurde er von der internationalen Galerie Marlboro.
     Doch der gebürtige Kieler akzeptierte diese Aufmerksamkeit für sich nicht als dauernden Zustand. Die Galerie – man sollte meinen: undenkbar – erhielt seine Kündigung.

 

Neue Dimension Der erfolgreiche Bildhauer arbeitete weiter. Die Liste seiner Ehrungen und Ausstellungen ist lang. Und seine Kunst? Als poetische Metallobjekte werden sie bezeichnet. Was an ihnen sofort auffällt, ist Rhythmus. Ein eingängiger, ein angenehmer, ein für sich einnehmender Rhythmus, der selten in dieser Meisterschaft zu betrachten ist. Farbe braucht der Künstler nicht. Sein Material, das Metall, hat ihm Farbe genug. Und ob er mit geometrischen oder organischen Formen arbeitet, die Gesetze der Gravitation scheinen bei seinen gleichgewichtigen Objekten schon mal außer Kraft gesetzt und die Harmonie wirkt in neuen Dimensionen.

 

Günter Haese, Sudan 1989 / 2010

Stiftung Museum Kunstpalast

Günter Haese

Quirin

 

 

Die Grosse Haese, der bei Bruno Goller und Ewald Mataré an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hatte, blieb in der Landeshauptstadt. 1967 zeigte ihn die Kunsthalle Düsseldorf in einer Einzelschau.
     Nun sind Arbeiten von ihm in einer kleinen Sonderschau innerhalb der Kunstausstellung Die Grosse (16.02. - 09.03.2014) zu sehen. Die Grosse, eine Exposition der Düsseldorfer Künstlerschaft, ehrt ihn damit auf ihre mögliche Weise. Das Museum Kunstpalast, Ort der Schau, ergänzt des Künstlers hierfür zur Verfügung gestellte Werke durch einige Arbeiten Haeses aus der eigenen Sammlung. Der Journalist Werner Raeune hatte von Haese die seltene Erlaubnis erhalten, über ihn einen Film zu drehen. Ein Zusammenschnitt ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Unser Fazit: sehenswert.
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

 

 

 

 

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