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rheinische ART 06/2017

Archiv 2017

RODIN IN PARIS
Die Macht des Ausdrucks


Vor 100 Jahren starb der „Vater der modernen Skulptur“, der Bildhauer Auguste Rodin. Mit viel Publicity wird derzeit in Paris an den begnadeten Künstler erinnert. Das Grand Palais hat eine mächtige Schau aufgelegt und zeigt neben Rodins Werken auch Arbeiten berühmter Kreativer, die sich von ihm haben inspirieren lassen.

 

Auguste Rodin Torse d'Adèle, 1882, plâtre ; 13,3 x 44,6 x 18,9 cm, Paris, musée Rodin. Donation Rodin, 1916 © Musée Rodin (photo Christian Baraja)

 

Interessant aus rheinischer Sicht: An dieser großen internationalen Jubiläumsausstellung ist das Duisburger Lehmbruck Museum mit drei hochrangigen Leihgaben vertreten.

 

Wilhelm Lehmbruck Sitzender Jüngling, 1916/17, Foto: Fabian Strauch. Foto © Lehmbruck Museum Duisburg 2017

 

 

Plakat mit dem Motiv Der Denker zu „Rodin – L´Exposition du Centenaire“ (Rodin – Die Jahrhundertausstellung) im Grand Palais Paris. 

 

Zur Verfügung gestellt hat das Museum die Lehmbruck-Werke Der Mensch (Gipsmodel,1909), Sitzender Jüngling (1915/1916) und Weiblicher Torso (1918). Außerdem war das Haus bei einem die Ausstellung begleitenden internationalen Kolloquium mit einem Beitrag über die Rodin-Rezeption im Werk von Wilhelm Lehmbruck vertreten.

 

Über 200 Werke von Auguste Rodin (1840-1917) werden in Paris aufgeboten sowie Skulpturen und Zeichnungen von wichtigen Verehrern aus der Kunstszene wie Bourdelle, Brâncuşi, Picasso, Matisse, Giacometti, Beuys, Baselitz und Gormley, die – wie die Aussteller betonen – den Skulpturen des Meisters ein neues Licht verleihen.

     Ziel der Pariser Ausstellung ist es, die bis heute gültige Modernität von Rodins Werken mit einem bis in die zeitgenössische Kunst reichenden Ausblick zu veranschaulichen, denn zahlreiche nachfolgende Künstler orientierten sich an ihm.

     Zu den jüngeren Bildhauern, die Rodin-inspirierte Perioden aufweisen, gehören Wilhelm Lehmbruck, Henri Gaudier-Brzeska, Constantin Brâncuşi und der Pionier der Monumentalplastik und Rodin-Assistent Antoine Bourdelle (1861-1929).

     Bourdelle schuf 1888 die berühmte Beethoven-Plastik, die auch Rodin bewunderte und die 1927 der junge Arno Breker (mehr), der ein Rodin-Verehrer war, in Bourdelles Atelier in Paris besichtigte.

 

Auguste Rodin im Garten seiner Villa in Meudon bei Paris, um 1900. Hinter ihm steht die ursprüngliche Putzstatue der Schöpfung des Menschen. Foto Edward Gooch / Getty Images

 

Auguste Rodin Le Baiser (Der Kuss) 1881-1882, marbre de Carrare ; 181,5 x 112,5 x 117 cm, Paris, musée Rodin. Commande de l’Etat, 1888. Affecté au musée Rodin, 1918 © Musée Rodin (photo Hervé Lewandowski)

 

Auguste Rodin Masque de Camille Claudel et main gauche de Pierre de Wissant, vers 1895, plâtre ; 32,1 x 26,5 x 27,7 cm, Paris, musée Rodin. Donation Rodin, 1916 © Musée Rodin (photo Christian Baraja)

 

Auguste Rodin war und ist, ähnlich wie Monet und Picasso, ein globales Phänomen. Seine Marmorskulpturen faszinieren die breite Öffentlichkeit von Generation zu Generation und zahllose Ausstellungen haben sich seinem Œuvre in den vergangenen Jahrzehnten gewidmet.

 

Der Rückblick zeigt, wie ungewöhnlich der Weg Rodins war, bis er als der größte Bildhauer aller Zeiten in die Kunstgeschichte einging.

     In jungen Jahren hatte er drei Mal versucht, als Student an der école des beaux arts aufgenommen zu werden, stets wurde er abgewiesen.

     Den Durchbruch als Skulpteur brachte ihm die lebensgroße Bronzefigur „L’âge d’Arain“ (Das eherne Zeitalter) von 1876, eine 1,85 Meter hohe Abbildung eines nackten Kriegers, die als so naturgetreu und nahezu perfekt bewertet wurde, dass man ihren Schöpfer seinerzeit verdächtigte, er habe das Werk nur mittels eines Naturabgusses eines toten Mannes herstellen können.

     Die Skulptur, die sich heute im Rodin Museum in Paris befindet, war sein erstes Werk, mit dem er öffentlich in Erscheinung trat – und es verursachte ein Jahr später in den Salons in Brüssel und Paris gleich einen wahren Skandal.

     Ein weiteres markantes Datum ist 1885. Rodin erhielt da den Auftrag zur Plastik-Gruppe „Les Bourgeois de Calais“ (Die Bürger von Calais), ein Denkmal, mit dem der sechs legendären Edelbürger der Stadt Calais gedacht werden sollte, die bereit waren, sich 1347 während der englischen Belagerung für das Wohl der Stadt zu opfern. Dieses Werk Rodins gilt als ein Paradebeispiel für seine innovative, ja teilweise sogar revolutionäre Kunstauffassung.

      Insgesamt 7.000 Skulpturen hat er geschaffen, als sein Meisterwerk gilt „le penseur“ (Der Denker). Den Olymp der Kunst erreichte er aber erst um 1880, da war er bereits 40 Jahre alt und noch weitgehend unbekannt.

 

In seinem Atelier beschäftigte der tüchtige, wendige und stets um Aufmerksamkeit buhlende Künstler mehrere Assistenten, darunter die junge Bildhauerin Camille Claudel, mit der er zeitweise eine schwierige Beziehung unterhielt und die ihn lange Zeit inspirierte. Gegen Ende der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts widmete sich Rodin mehr und mehr dem Zeichnen und der Malerei, insondere in Form erotischer Skizzen.

     Diese provozierenden Arbeiten sorgten immer wieder für Aufregung. 1906 waren es vordergründig seine Erotika-Bilder, die in Weimar zu einem Ausstellungseklat führten. Den progressiven Leiter des Großherzoglichen Museums für Kunst und Kunstgewerbe, Harry Graf Kessler, der der Berliner Secession (mehr) nahestand und politisch in Ungnade gefallen war, kostete die Rodin-Präsentation den Posten.
K2M

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Musée Rodin und der Réunion des Musées Nationaux Grand Palais.


Die Ausstellung „Rodin – L´Exposition du Centenaire“ (Rodin – Die Jahrhundertausstellung) wird bis zum 31. Juli 2017 gezeigt.

Grand Palais
Galerie nationales

3, Avenue du Général Eisenhower
75008 Paris
Tel 0033 (0) 144 13 17 17
Öffnungszeiten
MO, MI–SO 10 – 20,
MI bis 22

 

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