
Archiv 2010: aus "Kulinarisches Rheinland"
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Einfach lecker. Muscheln "rheinische Art"
WÄHREND es die Miesmuschel in anderen Ländern zur ganzjährigen Präsenz auf den Speisenkarten schafft, gilt im Rheinland immer noch die Regel mit dem „R“. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Muscheln in den Monaten, die mit einem „R“ enden - weil in dieser Zeit der landläufigen Meinung nach die Muscheln am frischesten und fleischigsten sind - auf den Tisch kommen. Das Rheinland kennt die Zubereitung und das Servieren in besonderen schwarzen Töpfen, aus denen direkt gegessen wird und die mit einem tiefen Deckel ausgestattet sind. Dieser wird ganz praktisch am Tisch einfach umgedreht und dient als Behälter für die leeren Muschelschalen. „Vorsicht, heiß“ ist denn auch der Standardsatz, den der Gast in den Restaurants zu hören bekommt und der so Bediente tut gut daran, dem Achtung zu schenken. Der Topf kommt vom Herd!
Die Zubereitung
Dem Sud, in dem die Muscheln gekocht werden, ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen, da sein Aroma mitentscheidend für den geschmacklichen Genuss ist. Der Rheinländer nimmt dazu sein heimisches Gemüse wie Zwiebeln, Lauch und Sellerie. Das Gemüse wird geputzt, geschnitten und im Topf mit Wasser und Weißwein sowie Gewürzen wie Lorbeer und Nelken gekocht. Das Verhältnis Wasser zu Wein ist beliebig variierbar. Da hinein werden die Muscheln gegeben und mit Deckel, also im geschlossenen Topf, gegart. Bereits nach acht bis zehn Minuten sind die Muscheln weit geöffnet. Dies ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass sie gar sind. Geschlossen gebliebene Muscheln werden idealerweise aussortiert, bevor das Gericht auf den Tisch kommt. Manche Wirtshäuser überlassen das Sortieren aber auch dem Gast. Doch Vorsicht: keinesfalls geschlossene Muscheln gewaltsam öffnen und essen. Diese sind ungenießbar.
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