rheinische ART
Start | | Über uns | Anzeigen | Impressum | Kontakt | Datenschutz

rheinische ART 02/2022

LIMES TOTAL
Das Welterbe am Niederrhein


Fast 450 Jahren war der Rhein Grenze und Lebensader der Römer in Germanien. Er markierte den äußeren Rand des Römischen Reiches und ermöglichte gleichzeitig eine rasche Entwicklung der Provinzen. Seit Juli 2021 ist der Niederrheinische Limes UNESCO-Welterbe.

 

Herzstück des Archäologischen Parks Xanten (APX) ist das LVR-RömerMuseum. Der nach neuesten museologischen Kriterien errichtete Bau aus Stahl und Glas steht an historischer Stätte auf dem Gelände der ehemaligen römischen Metropole Colonia Ulpia Traiana. Er erhebt sich über den ausgegrabenen Fundamenten der Eingangshalle des römischen Stadtbads und entspricht in Größe und Gestalt dem antiken Vorbild. Foto © LVR RoemerMuseum Xanten, Axel Thünker DGPh 2021

 

Aus den zahlreichen Legionärslagern, Hilfstruppenkastellen und Siedlungen am Rheinufer entwickelten sich Städte wie Köln, Bonn, Neuss, Krefeld und Xanten. Sie sind teilweise heute noch durch das reiche Erbe aus dieser Zeit geprägt. Alle fünf Jahre präsentiert die große Archäologische Landesausstellung NRW die Ergebnisse der umfangreichen Arbeiten und Forschungen im Rheinland und in Westfalen.

     Anlässlich der Ernennung des Limes am Niederrhein zum UNESCO-Welterbe stehen diesmal die neuesten Erkenntnisse zur römischen Epoche im Mittelpunkt. Das Generealthema der Schau: Roms fließende Grenzen!

 

Welterbestätten am Niederrheinische Limes Die Römer nutzten den Fluss über rund 400 km als natürliches Annäherungshindernis. Anders als an anderen Limesabschnitten waren am „nassen Limes“ keine linearen Grenzbefestigungen nötig. Foto © Grafik: S. Bödecker/ E. Rung, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege/ M. Pütz, LVR-LandesMuseum Bonn/ Kartengrundlage: GLOBE Task Team and others

 

Statuette der römischen Siegesgöttin Victoria auf dem Globus. Exponat in der Ausstellung. Foto © LVR RoemerMuseum Xanten, Axel Thünker DGPh 2021 (mehr)

 

An insgesamt fünf Standorten (siehe unten), darunter drei LVR-Museen, bietet die Landesausstellung einen ebenso einzigartigen wie vielseitigen Blick auf die römische Grenze am Rhein – und darüber hinaus. Alle fünf Standorte präsentieren die neuesten Forschungsresultate zum Niedergermanischen Limes, beleuchten dabei aber jeweils unterschiedliche Aspekte der Rheingrenze, wie es heißt.

 

Eines der Museen ist das Xantener Römermuseum im Archäologischen Park (APX). Dort wird zu dem Unterthema „Der Limes am Niederrhein“ die größte Sonderausstellung gezeigt, die es je im APX zu sehen gab.

     Die museumspädagogisch beispielhaft aufgebaute Ausstellung besticht durch zum Teil ungezeigte Originalfunde, moderne Rekonstruktionen und neueste Forschungsergebnisse.

     Sie verdeutlicht auf einzigartige Weise, wie die Provinzbewohner unter römischer Ägide lebten und mit welch hohem Komfort und Luxus die Oberschicht ausgestattet war. Dinge, die noch heute verblüffen.

     Sie erzählt aber auch vom harten Dienst der Soldaten und einer Schlacht bei Krefeld (Gelduba) und nicht zuletzt von der Übernahme „fremder“ Lebensweisen. Der Besucher des Römermuseums kann sich nacheinander drei Ausstellungsbereichen widmen.

 

     

Blick in die Ausstellung. Foto © LVR RoemerMuseum Xanten, Axel Thünker DGPh 2021


LVR-RömerMuseum Im Untergeschoss des Museums werden die neusten Forschungsergebnisse und spektakulären Funde am Niederrhein auf anschauliche Weise präsentiert. Besucher können interaktiv selbst die modernen Techniken zur Erforschung archäologischer Stätten entdecken und das größte römische Legionslager auf dem Xantener Fürstenberg erkunden.

     Ein besonderes Highlight bietet eine Medienstation zur Schlacht bei Gelduba (Krefeld-Gellep), die die dramatischen Ereignisse jener Tage vermittelt. Erst in den letzten Jahren brachten jüngste Forschungen neue Erkenntnisse zu diesem Ereignis ans Tageslicht.

 

Halb Löwe, halb Adler: Vergoldeter Greif aus dem LVR-RömerMuseum im APX. Exponat in der Ausstellung. Foto © LVR RoemerMuseum Xanten, Axel Thünker DGPh 2021

 

Pfeilspitzen, Helme, Schwerter, Panzer: Das LVR-RoemerMuseum im APX erzählt auch die Geschichte der Legionen. Foto © LVR RoemerMuseum Xanten, Axel Thünker DGPh 2021

 

Limes-Pavillon Mittelpunkt des eigens für die Landesausstellung errichteten Pavillons ist ein begehbarer Limes, der den unteren Niederrhein mit seinen Legionslagern und Kastellen, aber auch den Siedlungs- und Kultplätzen beiderseits des Rheins zeigt.

     Neben Informationen über die Grenzen des römischen Reiches können einzelne Plätze mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten beleuchtet werden. Modelle, Infofilme und Repliken antiker Originale vertiefen die Einblicke in den antiken Alltag am Limes, aber auch in die spannende Spurensuche der modernen Wissenschaft.


Schiffszelt Zahlreiche Schiffswracks, die geborgen wurden, belegen die intensive Nutzung des Rheins als Transportweg für Personen und Güter in römischer Zeit, wie es in der Schau heißt. Am Ausstellungsort „Schiffszelt“ werden originalgetreue Rekonstruktionen von Schiffswracks ausgestellt.

     Die Originale wurden in das späte vierte Jahrhundert nach Christus datiert und haben ihren Stammplatz im Museum für Antike Schifffahrt in Mainz.

     Der LVR hat sie in knapp zweijähriger Bauzeit im Rahmen eines inklusiven Projekts nachbauen lassen: Über fast 18 Meter erstreckt sich zum Beispiel das Patrouillenschiff „Quintus Tricensimanus“. Eine weitere Rekonstruktion ist der Lastensegler „Minerva Tritonia“, der für die römische Versorgung und Sicherung der Rheingrenze von großer Wichtigkeit war.

 

Der Schutzbau über den großen Thermen am LVR-RoemerMuseum im Archäologischen Park Xanten. Foto © LVR RoemerMuseum Xanten, Axel Thünker DGPh 2021

 

Der LVR-Archäologische Park Xanten ist Deutschlands größtes und bestbesuchtes archäologisches Freilichtmuseum. Jährlich vermittelt der Park mehr als 500.000 Gästen auf anschauliche Weise die Welt der römischen Stadt. Zugleich ist der APX eine bedeutende Forschungseinrichtung zur römischen Archäologie nördlich der Alpen.
rART/cpw

 

Die Ausstellung Der Limes am Niederrhein wird bis zum 16. Oktober 2022 gezeigt.

LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten

Siegfriedstraße 39
46509 Xanten
Tel. 02801 / 712-0
Öffnungszeiten
Dez. bis Febr.  MO – SO 10 – 16 Uhr
März bis Okt.  MO – SO 10 – 18 Uhr
Nov.               MO – SO 10 – 17 Uhr


Die Archäologische Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL), dem Landesverband Lippe und der Stadt Köln.


Das Generalthema „Roms fließende Grenzen“ wird an fünf Standorten mit fünf unterschiedlichen Blickwinkeln gezeigt.
DETMOLD 24.09.2021—27.02.2022 Lippisches Landesmuseum Detmold
XANTEN 30.09.2021—16.10.2022 LVR-Archäologischer Park Xanten
BONN 25.11.2021—29.05.2022 LVR-LandesMuseum Bonn
HALTERN AM SEE 25.03.2022—30.10.2022 LWL-Römermuseum Haltern am See
KÖLN 29.04.2022—09.10.2022 Kulturzentrum am Neumarkt

  

Literaturhinweis/ Katalog
Roms fließende Grenzen - Archäologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen 2021/2022; hrsg. von Claßen, Erich / Rind, Michael M./ Schürmann, Thomas / Trier, Marcus. Hardcover, 584 S. mit 410 farb. Abb., 22 x 29 cm, geb., Verlag wbg Theiss, Darmstadt.2021; Preis 40,00 €; Museumsausgabe 29,90 € (Nur in den Museumsshops erhältlich). ISBN 978-3-8062-4428-1


♦ Website „Roms fließende Grenzen“  ► hier 

♦ Website Museum APX Xanten  ► hier

 

Das könnte Sie auch interessieren:


► UNESCO adelt Limes (mehr)
 Fotokunst: Auf dem Limes durch die Neunziger (mehr)

 

 

 

Die 
rheinische ART.
empfiehlt:

Mit GOOGLE ins Museum.


Das Google Arts & Culture Projekt zeigt Meisterwerke aus den Museen und Sammlungen dieser Welt.

► 
mehr

Und geht der Frage nach: Was ist Contemporary Art?

mehr