rheinische ART
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rheinische ART 09/2012

 

ARCHIV 2012

Marcela Böhm im Duisburger hafenkult

 

Vergangenheitsbewältigung

 

Die 1972 in Buenos Aires geborene Malerin Marcela Böhm lebt und arbeitet seit 1993 in Köln. Ihr allgegenwärtiges Thema ist der Mensch, den sie gleich einer Philosophin beobachtet und hinterfragt. In der Ausstellung im Duisburger Atelier- und Ausstellungshaus hafenkult nimmt sie dabei ihre eigene Vergangenheit ins Visier. Was sich anhört wie ein öffentlicher Ego-Trip ist ein spannender Prozess des Zulassens, Weglassens und der Neudefinition.

 

Schon der Begriff Vergangenheit wird von ihr differenziert. So greifen künstlerische, kulturelle sowie private Ebenen geschickt ineinander und lösen beim Betrachter jeweils eigene, neue Geschichten aus, die genau so real sind wie die Geschichten der Künstlerin.
   Die Auseinandersetzung mit der eigenen künstlerischen Vergangenheit fragt durchaus nach persönlichem Mut und dieser führte zu diesen erstmals gezeigten Arbeiten aus hintereinander geschichteten Bildern, die den Prozess ganz besonders formulieren. Böhm überwindet vergangene Arbeiten, die sie - wie sie sagt - einst für fertig auswies und sogar ausstellte, um sie schließlich als nicht mehr sehenswert in ihr Atelierregal zu verbannen.

 

Marcela Böhm: Ausschnitt Family Portrait, Mischtechnik auf Leinwand, 2003-2011, 130 x 140 cm


In der Schau verändert sie das Motiv dieser vergangenen Werke und verleiht ihnen eine neue Fassade. Frühere Gemälde in Öl, Acryl oder Collagen sind dabei der Malgrund und Quelle der Inspiration gleichermaßen. Manchmal werden Motive nur verändert, mal hat sie sich von ihnen abgewendet, um Neues zu schaffen oder hinzuzufügen, doch hinterfragt sie dabei stets ihr Tun.
   In einer fast psychologisierenden Betrachtung sucht Böhm nach dahinterliegenden Wahrheiten und Erklärungen. Es ist ihre Vergangenheit, die sie schaut. Einerseits durch damals abgeschlossene Arbeiten, denen sie sich jetzt neu stellt, andererseits durch die Thematik der Gemälde selbst. Es sind Familienbilder sowie Selbstportraits oder Bilder von Freunden, die sie in einer grotesk überspitzen Art darstellt.
   Der Besucher wird aufgefordert, selber auf die Dinge zu blicken und sich oder andere in diesen Szenen wiederzufinden. Die Titel der Arbeiten helfen bewusst dabei, nicht die Familie oder Freunde der Künstlerin zu sehen, sondern letzten Endes seine eigenen.
rArt / bra

 

Die Ausstellung „Vergangenheitsbewältigung – Marcella Böhm“ ist bis zum 28. Oktober 2012 zu sehen. 

hafenkult e.V.
Katja Zappe
Am Parallelhafen 12
47059 Duisburg
Tel. 0174 / 2411 779
Öffnungszeiten
MI 11 – 14 Uhr
FR 17 – 20 Uhr
und am 27. und 28. Oktober 12 – 18 Uhr

 

 

©Foto Marcela Böhm

 

 

 

 

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