rheinische ART
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rheinische ART 09/2018

FOTOGRAFIE
Vorhänge am Markusplatz

 

Touristische Plätze haben etwas gemeinsam: sie sind bekannt, sie besitzen ein attraktives Image und stehen nicht selten für die ganze Stadt, in der sie sich befinden und manchmal sogar für eine ganze Region.

 

Ursula Schulz-Dornburg Vorhänge am Markusplatz in Venedig, 1973 Foto © Ursula Schulz-Dornburg

 

Solchen identitätsstiftenden Orten ist die auf der Insel Hombroich beheimatete Fotografin Ursula Schulz-Dornburg mit ihrer Kamera seit Jahrzehnten auf der Spur.
     Allerdings lichtet sie nicht das touristische Treiben ab, sondern sucht nach dem, was den Ort so anziehend, so außergewöhnlich macht. Wenn sie auf den Auslöser drückt, dann hat sie es gefunden, das gewisse Etwas, und zwar in der Architektur. Zwei von Schulz-Dornburgs konzeptuellen seriellen Arbeiten sind jetzt im Siza Pavillon der Stiftung Insel Hombroich ausgestellt.


1973 hielt sie sich in Venedig auf und fotografierte auf dem berühmten Markusplatz. Die riesigen Vorhänge in den Fassaden, aufgespannt zwischen den Rundbögen der Cafés, Salons oder Restaurants der ehrwürdigen Fassadenzeile, hatten Schulz-Dornburg in ihrer durch die Natur wie durch den Menschen motivierte Bewegtheit mit dem eigentümlichen Spiel aus Einladung wie Aussperrung fasziniert.
     Viele Tage und vor allem Nächte hielt sich die Fotografin am Markusplatz auf. Menschenleer sollte die Szenerie sein, und das war zumeist in den frühen Morgenstunden der Fall. Ihr Objekt zeigte sich von mal zu mal in einem neuen Gewand. Keine Stunde war gleich, unablässig veränderten die Vorhänge die Architektur durch ihr dauerndes Spiel mit dem Wind. Hinzu kam das Licht, dass die Fassaden immer wieder neu zeichnete. Noch heute ist der Fotografin die Begeisterung für die erlebten Veränderungen anzumerken. Festgehalten habe sie „eine gerade geschriebene Ästhetik“, erzählt sie, und ergänzt: „Das Formale hat eine eigene Kraft.“

 

Ursula Schulz-Dornburg Palace Pier, Brighton, 1976 Foto © Ursula Schulz-Dornburg


Eine Kraft, die sie auch in Brighton spürte. Dort fotografierte sie 1976 den Palace Pier. Dieser ist eine außerordentliche Seebrücke, die aus einer beachtlichen – übrigens sichtbaren - Ingenieursleistung hervorging. 1891 wurde der erste Pfahl gesetzt und die Brücke 1899 eröffnet. Ein Touristenmagnet mit Spielhallen und einem Theater, der sein Erscheinungsbild abhängig von der Natur mit den Gezeiten von Ebbe und Flut verändert. Schulz-Dornburg beschreibt den Pier als „Ein orientalisches Zelt auf dem Meer“.


„Das Konzept für die beiden Projekte“, schreibt der Kurator Frank Boehm, „von 1973 und 1976 – in Zusammenarbeit mit Katharina Sattler entwickelt, deren Architekturzeichnungen auch in der Ausstellung gezeigt werden – zielte von Beginn an auf die Publikation von Büchern ab … Vorhänge am Markusplatz in Venedig wurde 1974 veröffentlicht (Studio Dumont, Köln) und erstmals 1975 in den Galerien Heiner Friedrich, München und Wittrock, Düsseldorf ausgestellt. Palace Pier Brighton wurde 1976 veröffentlicht (Studio Dumont, Köln) und im selben Jahr im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld ausgestellt.“

ruwoi

 

Die Ausstellung von Ursula Schulz-Dornburg ist bis zum 9. Dezember 2018 zu sehen.
Siza Pavillon

Räume für Fotografie
Raketenstation Hombroich
41472 Neuss
Informationen www.inselhombroich.de


 

                     

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