rheinische ART
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rheinische ART 04/2012

 

ARCHIV 2012


Ruhrtriennale 2012. Internationales Festival der Künste

 

 

"Ohne Krawatte"

 

 

Der neue Leiter der Ruhrtriennale, Heiner Goebbels, stellte das erste Programm seiner dreijährigen Intendanz für die Ruhrtriennale (17. August bis 30. September) vor. Der für seine unkonventionelle Arbeit bekannte Theatermacher, Komponist und Musiker kündigte dabei ein Festival der Experimente an.

 

ÜBER 30 Produktionen, darunter rund 20 Uraufführungen, Neuproduktionen und Deutschlandpremieren sowie zahlreiche Konzerte und Gastspiele werden die herausragenden Industriedenkmäler der Region in spektakuläre Aufführungsorte für Musik, Bildende Kunst, Theater, Tanz und Performance verwandeln.

 

Proben zu Europeras 1&2 in der Jahrhunderthalle Bochum
© Klaus Grünberg


Eröffnet wird die erste Spielzeit seiner Intendanz mit der bisher kaum gezeigten „Europeras 1 & 2“ von John Cage, nach Goebbels einer der genialsten und radikalsten Opernentwürfe des 20. Jahrhunderts. Zu den weiteren Aufführungen gehören unter anderem die Operninszenierung „Prometheus“ von Carl Orff in der Regie des samoanischen Choreografen Lemi Ponifasio sowie ein Doppeltanzstück zu spätmittelalterlicher Musik der flämischen Balletmeisterin Anne Teresa de Keersmaeker. Dazu wird Goebbels auch die Uraufführung seiner neuesten Musiktheaterproduktion mit einem Mädchenchor aus Maribor zeigen.
   Goebbels will keine Kunst mit Botschaft sondern eine, die Erfahrungen des Neuen, des Anderen möglich macht. „Ein ungesehenes Bild, einen unerhörten Klang, eine nicht für möglich gehaltene Bewegung“. Die Ruhrtriennale soll ein Labor anstatt Festival und Schule sein, weshalb er auf Themenschwerpunkte zu Gunsten der Offenheit von Künstlern und Besuchern verzichtet.

    Erstmals wird die Ruhrtriennale ausgeweitet auf den Bereich der bildenden Kunst. Im Museum Folkwang sollen zwölf Räume lebende Skulpturen präsentieren. Ebenso wendet sich Goebbels Jugendlichen zu. „No-Education“-Projekte, wöchentlich stattfindende Gesprächsreihen - sogenannte „tumbletalks“ - sollen die Offenheit des Festivals untermauern. Immerhin, so Goebbels, habe er die Entscheidung für die Intendanz der Ruhrtriennale gefasst, „weil das kein Repräsentationsfestival ist und ich auch keine Krawatte tragen muss“.
   Verpflichtet wurden insgesamt 900 Künstler aus 30 Ländern. Diese werden bei 37 Produktionen an zwölf Spielstätten zwischen dem Duisburger Landschaftspark Nord, der Gladbecker Maschinenhalle Zweckel und der Bochumer Jahrhunderthalle zu sehen und hören sein.


Heiner Goebbels wurde im März dieses Jahres mit dem internationalen Ibsen-Award der norwegischen Regierung ausgezeichnet. Der Preis gilt als einer der wichtigsten Theaterpreise weltweit.
Martin Korbmacher

 

 

 

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