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rheinische ART 12/2014

Archiv 2014

MAX ERNST – HANS ARP
Doppel-Dada

 

In rheinischen Museen gibt es immer etwas zu feiern. Meist sind es markante Gedenk- oder Geburtstage, gelegentlich auch Freundschaften. Das Max Ernst Museum in Brühl feiert die vor 100 Jahren begründete freundschaftliche Liaison seines Namenspatrons mit dem Bildhauer, Maler und Lyriker Hans Arp. Das Arp Museum im Bahnhof Rolandseck macht es umgekehrt.

 

li: Hans Arp mit „Ptolemäus I“, Venedig, Juni 1954, Foto: Arp Fondazione Marguerite Arp, Locarno
re: Max Ernst mit seiner Bronze „The King playing with the Queen“, Venedig, Juni 1954 
© akg-images / Archivio Cameraphoto Epoche, Foto: Dino Jarach

 

„Der Max ist da!“ titelt die Schau in Rolandseck - „Der Arp ist da!“ tönt es aus Brühl. So oder so ähnlich mögen sich die Künstlerfreunde damals gefreut haben, wenn Visiten anstanden. Gut verständlich, denn die Zeiten ab 1914 waren rau und ein Wiedersehen oder gar ein künstlerisches Zusammenwirken nicht selbstverständlich. Schließlich war Ernst vier Jahre an der Weltkriegsfront, Arp ab 1915 in der neutralen Schweiz.

    Zwischen dem 28-jährigen Hans Arp (1886-1966), der als deutscher Staatsbürger in Straßburg geboren wurde, und dem fünf Jahre jüngeren Rheinländer Max Ernst (1891-1976) begann im Kriegsjahr 1914 eine lebenslange Freundschaft, genau genommen dauerte sie 52 Jahre. Zahlreiche gemeinsame Projekte der Seelenverwandten lassen erkennen, wie dicht beisammen ihre künstlerischen Ziele und Vorstellungen lagen.

 

Lärm und Spaß Arp zog 1919, nunmehr als französischer Staatsbürger mit dem Vornamen Jean, nach Köln. Hier gründete er zusammen mit Max Ernst und Alfred Grünwald alias Johannes Theodor Baargeld - einem Bankierssohn mit kommunistischen Neigungen - die Kölner Dadagruppe „W/3“. Laut Max Ernst, der sich selbst „minimax dadamax“ nannte, stand W für Weststupidien und die 3 für die drei Gründer. Alle waren mehr oder weniger radikal und emsige Dada-Verfechter, wahre Bürgerschrecks, keinem Skandal abgeneigt und für jeden künstlerischen Unsinn, der später als Dadaismus museumsreif werden sollte, zu haben. Ihre zweite Dada-Ausstellung im April 1920 im Kölner Brauhaus Winter kam allerdings schon nicht mehr gut an und wurde zeitweise behördlich geschlossen. Der Dada á la „W/3“ war irgendwann perdu, die Freundschaft Arp-Ernst blieb.

 

Max Ernst Les phases de la nuit (Die Phasen der Nacht), 1946, ©Max Ernst Museum Brühl des LVR Foto: Harald Blondiau

 

Surreal Der Brühler Grafiker, Maler und Bildhauer Ernst, zwischenzeitlich in Paris wohnhaft und auch in der Düsseldorfer Künstlervereinigung Das junge Rheinland um „Mutter Ey“ (mehr) engagiert, veröffentlichte zum Beispiel 1926 seinen surrealistischen Grafikzyklus „Histoire naturelle“ (Naturgeschichte). Ernst schuf die 34-teilige Arbeit, ein Hauptwerk des Surrealismus, in der alten Drucktechnik Frottage und Hans Arp schrieb dafür die dadaistisch-irre Einführung. Max Ernst dankte es dem Elsässer mit fünf Holzstichcollagen zum Arp´schen Gedichtband „weisst du schwarzt du“ von 1930.

 

Biennale-Preise Über zwei Jahrzehnte später, 1954, hatten die Freunde auf der wichtigsten europäischen Kunstschau, der 27. Biennale von Venedig, einiges zu feiern. Ernst (mehr) gewann den Großen Preis für Malerei, der unter dem Leitmotiv „Surrealismus“ stand, Arp den Preis für Plastik; der Grafikpreis ging in jenem Jahr an einen anderen ganz Großen: Joan Miró. Der Biennaleerfolg der beiden Surrealisten und einstigen Dada-Gefolgsleute festigte ihre internationale Reputation und zog weitere Ehrungen nach sich.

 

Brühl Die Ausstellung „Der Arp ist da! 100 Jahre Freundschaft Hans Arp und Max Ernst“ im LVR-Museum in Brühl rekonstruiert die Biennale-Präsentation von Arp im Palazzo Centrale in Venedig in wesentlichen Teilen und zeigt neben Plastiken und Holzreliefs ausgewählte Dokumente sowie Fotografien, unter anderen von Man Ray (mehr) und dem Schweizer Bildreporter und Maler Ernst Scheidegger.

 

Rolandseck Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt, eingepasst in die Sammlungspräsentation, Werke von Max Ernst aus dem Besitz Arps, gemeinsame Projekte der Lebensfreunde sowie Highlights der Venediger Biennale. Mehrere Hauptwerke von Ernst sind für die Schau in Rolandseck vom Brühler Haus zur Verfügung gestellt worden, darunter die Skulptur „The King playing with the Queen“.
Franziska Bradel

 

Die Ausstellungen „Der Max ist da!“ und „Der Arp ist da!“ 100 Jahre Künstlerfreundschaft Max Ernst und Hans Arp werden jeweils bis zum 22. Februar 2015 gezeigt.

„Der Max ist da“ im
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Museum 1
53424 Remagen
Tel. 02228- 94250
Öffnungszeiten
DI-SO 11 - 18Uhr

„Der Arp ist da!“ im
Max Ernst Museum Brühl des LVR

Landschaftsverband Rheinland
Comesstraße 42/ Max-Ernst-Allee 1
50321 Brühl
Tel. 02234 – 99 21-555
Öffnungszeiten
DI-SO 11 - 18 Uhr

 

 

 

 

 


 

 

  

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