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rheinische ART 12/2011

 

Archiv 2011: aus "Übrigens"

Journalistenpreis

 

Pro Ehrenamt

 

Bürgerliches Engagement erfährt zunehmend eine (leise) Renaissance. Der Ruf danach wird immer lauter, weil es in unserer Gesellschaft dringend gebraucht wird. Doch zum Thema machen es erst die Medien, die es für ein breites Publikum in den Blickpunkt rücken. Aus diesem Grunde vergibt der Rhein-Kreis Neuss den bundesweit ausgeschriebenen Journalistenpreis Pro Ehrenamt, der in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben wurde.

 

Ausgezeichnet werden die vorbildliche Berichterstattung über ehrenamtliches Engagement in unserer Gesellschaft. 2011 hatten sich über 200 Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen beworben. Die Würdigungen in den einzelnen Kategorien sind mit jeweils 5.000 Euro verbunden.

 

 „Als besten Film zum Thema Ehrenamt der letzten beiden Jahre“ befand die Jury die ARD/WDR-Reportage „Gut sein auf Probe – ein Egoist engagiert sich“. Hauptdarsteller Sven Kuntze, der sich selbst als Egoist bezeichnet, zweifelt am bisherigen Lebensentwurf und begibt sich auf eine Reise in die Welt des Ehrenamtes, um selbst Gutes zu tun – zumindest auf Probe. Dem Autorenteam Sven Kuntze, Gesine Enwaldt und Ravi Karmalker ist es nach Auffassung der Jury gelungen, dem Zuschauer die Angst vor anderen Menschen, vor Ausgegrenzten und vor dem Ehrenamt selbst zu nehmen.

Für ihre Reportage „Das Kind, das sterben sollte“ in der Zeitschrift „freundin“ wurde Elisabeth Hussendörfer in der Kategorie „Print“ ausgezeichnet. Die Jury lobte das bewegende Porträt einer Familie, die in liebevoller Weise zwei behinderte Kinder bei sich aufgenommen hat. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des kleinen Tim, den es nach der Entscheidung seiner leiblichen Eltern eigentlich nicht geben sollte, da es den Versuch gab, ihn abzutreiben. Doch Tim wollte leben und kam schwer geschädigt auf die Welt.

Für die Serie „Helfende Hände“, erschienen in der Leine-Zeitung, wurden Sabrina Friedrich und Markus Holz in der Kategorie „Lokales“ ausgezeichnet. Die Preisträger bewiesen durch lebendige Porträts, dass Ehrenamt in seinen vielfältigen Ausprägungen Spaß macht, dass Helfen ansteckend sein kann und den Helfenden gleich viel bedeutet, wie demjenigen, dem geholfen wird. Den Autoren ist es nach Auffassung der Jury vorbildlich gelungen, mit ihrer Serie Publizität und einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung des Ehrenamtes geleistet zu haben.

Den mit 3.000 Euro dotierten Nachwuchsförderpreis erhielt der aus Karlsruhe stammende Journalist und Entwicklungshelfer Philipp Ziser für seine Burundi-Reportage "Tu Gutes und reise da rüber" (MERIAN). Ziser erzählt darin die Geschichte einer jungen Frau aus Baden-Würtemberg, die sich ehrenamtlich in Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, für Waisenkinder einsetzt. Die Jury lobt: „Ziser schreibt mit seinem ganzen Talent, seiner Seele und dem festen Willen zur Veränderung gegen das Elend an, lässt aber auch der Faszination dieses afrikanischen Landes Raum.“ Mit seiner eindrucksvollen Reportage rüttelt er die Menschen auf, die bisher nur wenig oder gar nichts über Burundi und dem Schicksal von 800 000 Straßen- und Waisenkinder erfahren hatten. Ziser war diese Anerkennung so wichtig, dass er zur Preisverleihung aus Burundi angereist kam.

Mit einem Sonderpreis der Jury und 2.000 Euro wurden die Oberstenfelder (Kreis Ludwigsburg) Filmautoren Bernd und Heidi Umbreit für den Fernsehbeitrag "Hallo Jule, ich lebe noch" über Jugendliche und Suizid bedacht, der für den WDR produziert wurde. Ein Film, der betroffen macht und aufzeigt, wie Jugendliche, selbst einmal suizidgefährdet, anderen und ihnen unbekannten Jugendlichen, die sich in einer gefährdeten Situation befinden, helfen. Eine Hilfe, die oft nur per Mailadresse erfolgen kann.


Die Jury: Die Journalistin, TV-Moderatorin (und erste Frau, die die "Tagesthemen" moderierte) und Autorin Barbara Dickmann, Dr. Volker Schulze, ehemals Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, RTL-Charity-Gesamtleiter Wolfram Kons und Journalistenpreis-Initiator Alfons Kranz. Außerdem wurden die Wettbewerbsbeiträge gesichtet von Martin Kunze, Programmdirektor von Radio NRW, Thomas Nell, Leiter der Programmgruppe "Wirtschaft und Recht" beim WDR, sowie vom Medienwissenschaftler Professor Dr. Hans Süßmuth von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

 

Hans-Jürgen Petrauschke, Schirmherr und Landrat des Rhein-Kreises Neuss appellierte an die Journalisten, nicht nachzulassen in ihrem Interesse an den Freiwilligen: „ ...denn ihre Nachrichten und Reportagen stellen eindrucksvoll unter Beweis, wie wichtig das Ehrenamt für uns alle ist.“

 

Preisträger und Jurymitgieder vom "Preis pro Ehrenamt"

 

Der Journalistenpreis "Pro Ehrenamt – Hermann Wilhelm Thywissen-Preis" wird vom Rhein-Kreis Neuss seit 2001 alle zwei Jahre vergeben und erinnert an den Unternehmer und langjährigen Oberbürgermeister Hermann Wilhelm Thywissen. Thywissen zählte zu den gestaltenden Persönlichkeiten, die der Kreisstadt Neuss ihren Stempel aufgedrückt haben. Sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement in vielen gesellschaftlichen Bereichen hatte Vorbildcharakter.

Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

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