rheinische ART
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rheinische ART 01/2014

ARCHIV 2014

GEGENWELTEN
Das schrecklich Schöne

 

„In der jüngeren Kunstgeschichte gibt es eine Entwicklung, für die ich keine befriedigende Bezeichnung habe, die mich aber reizt, sie näher zu betrachten, so oft ich Gelegenheit dazu habe“, sagte Eugen Blume, Direktor Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof in Berlin zur Eröffnung zweier Ausstellungen in der Galerie Petra Nostheide-Eycke. Und weiter: „Sie eint, wenn ich das so sagen darf, das Verlangen nach einer Mischung aus neoromantischen, unheimlichen, aggressiven, satirischen und zugleich sozialkritischen Formulierungen.“

 

"The Dog's Dinner", Rauminstallation in der Galerie Petra Nostheide-Eycke vom britischen Künstlerduo Shaun Doyle & Mally Mallinson

 

Wie lebendig der Prozess sein kann, wenn die bekannte Ordnung untergeht, zeigt das britische Künstlerduo Shaun Doyle & Mally Mallinson ziemlich farbenfroh in der Düsseldorfer Galerie. Der englische Humor lässt grüßen. Frohgemut gestimmt kann sich der Besucher dann im Souterrain der Galerie vom feinen Wesen der Kunst überzeugen. Svenja Ritters schwarze Skulpturen spinnen ein durchscheinendes Netz subtiler Wahrnehmungen.

 

Detail: "The Dog's Dinner" vom britischen Künstlerduo Shaun Doyle & Mally Mallinson

Shaun Doyle & Mally Mallinson Unter dem Titel The Dog's Dinner grüßt die gute alte deutsche Eiche als gedrechselte Deckenlampe im fünfziger Jahre Stil. Die Lampenschirme hängen etwas schief, doch das macht nichts. Überwältigend ist der künstlerische Bauplan, denn die von Hunden geliebten Kau-Leckerlies wie Hundeknochen verzieren das Gestänge. Die Idee der knöchernen Lampenskulptur findet ihre Fortsetzung in kleineren Stehlampen, deren Füße in Schwartenschuhen stecken. Sie sehen fast heimelig aus.

     Der maliziöse Nonsens des Künstlerduos wird befördert durch die Pop Art-bunten Wandbilder, die tapetenartig den Raum bekleiden. Ihre Botschaften: keine. Ihre Aussage: Nonsens. Bei Doyle und Mallinson wird das Vernünftige sinnlos, - aber das Verrückte positiv.

 

Svenja Ritter Die in Karlsruhe lebende Künstlerin liebt das Leben – auch, wenn man es ihren Arbeiten nicht sofort ansieht.

 

"Reliquien der Schwarzdenker", eine Installation von Svenja Ritter in der Galerie Nostheide-Eycke

 

O.T. von Svenja Ritter, Acryl auf Leinwand, aus einer Serie von zwölf Gemälden

 

Der schwarz ausgemalte Raum nimmt ihre tiefschwarzen Skulpturen auf; manche sind der Phantasie entsprungene Mischwesen, andere wiederum ganz gegenständlich aus der Tierwelt stammend. Eine Eule, ein Eichhörnchen, ein Gekko - stehen sie für Weisheit, Mut und Glück? Schwarzes ausladendes Geäst lässt humane Teile wachsen – ein Fuß, eine Hand. Rote Grablämpchen stehen am Boden. „Die Reliquien der Schwarzdenker“, nennt Ritter ihre gruftartige Installation.
     Was sich schaurig anhört, ist aber gar nicht schauerlich. Ritters Figuren sind freundlich, mystisch, märchenhaft und ihre delikate Ausarbeitung verleiht ihnen echte Präsenz. Die Künstlerin formt sie aus Polystyrol, das gehärtet handschmeichelnd glatt, aber auch schon mal ziemlich spitz sein kann.

 

Aus Plastik Es ist ein Material, das Ritter gerne in ihren Schuhskulpturen einsetzt. Sie modelliert wunderschöne und knallbunte Schuhe, allerdings nicht zum Anziehen. Spitze Auswüchse an den Innenseiten erlauben den lebendigen Bildgenuss mit ihnen nicht. Die Versuchung, scheint Ritter zu sagen, kann manchmal eben weh tun.
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die beiden Solo-Ausstellungen „Shaun Doyle & Mally Mallinson THE DOG´S DINNER“ und „Svenja Ritter RELIQUIEN DER SCHWARZDENKER“ sind bis zum 29.01. 2014 zu sehen.
Galerie Petra Nostheide-Eycke
Kirchfeldstraße 84
40215 Düsseldorf
Tel. 0173-71 123 90
Öffnungszeiten
MI – FR 13 – 18 Uhr
SA 13 – 16 Uhr
sowie nach telefonischer Vereinbarung

 

©Fotos (4) Künstler, Courtesy by Galerie Nostheide-Eycke

 

 

 

 

 

 

 


 

 

  

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