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rheinische ART 10/2018

Archiv 2018

JUNGE MEDIENKUNST
Pass auf!

 

Mit „Watch out!“ präsentieren KIT-Kunst im Tunnel und die Stiftung imai eine Auswahl aktueller Videoarbeiten. Der Titel, so ist zu vernehmen, sei eine gute Devise für die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst.

 

Adela Jušić Artist’s Statement, 2010, Foto: Ivo Faber

 

Sicherlich hat bei dem Wettstreit des Buhlens um Aufmerksamkeit im gesellschaftlichen Mainstream das Medium Video längst eine führende Rolle übernommen. Die sich rasant entwickelnden technischen Möglichkeiten machen es für jeden Smartphone-Besitzer ein Leichtes, selber mit einem Video Botschaften zu kommunizieren.


Die Fülle der öffentlichen Videos steht mittlerweile der an fotografischen Bildern kaum nach. Die schiere Masse ist schlicht unübersehbar. Und alle sind echt? Galt das Video lange als wahr weil unfälschbar, so hat die Technik auch hier Möglichkeiten gefunden, dies zu ändern. Ein Video kann heute manipuliert werden wie ein Foto.
     Auch deshalb heißt es, Acht zu geben, wie in dieser Schau gefragt. Gerade bei der Kunst, so das KIT: „… die mit technischen Medien operiert und über die Medialisierung der Gesellschaft reflektiert, ist es wichtig, Acht zu geben auf die Nuancen der kritischen Distanzierung von der uns tagtäglichen umgebenden unüberschaubaren Fülle an Nachrichten, Meinungen, Falschmeldungen, Unterhaltung und pausenloser Selbstdarstellung.“ Der Künstler ist aufgefordert, der „Do-it-yourself-Mentalität“ (Renate Buschmann, imai) eine künstlerische Sprache des bewegten Bildes entgegenzusetzen.
     KIT – Kunst im Tunnel und die Stiftung imai stellen in der Ausstellung fünf audiovisuelle Werke vor, die wesentliche Themen der gegenwärtigen medialen Kultur verhandeln.

 

Dominik Geis The Beauty of It, 2018, Foto: Ivo Faber


Die Drei-Kanal-Installation von Dominik Geis „The Beauty of It“ von 2018 ist gleichzeitig seine Abschlussarbeit an der Kunstakademie und performiert die Leinwand zur Bühne. Die alten 4:3- Monitorformate wechseln sich ab mit dem heutigen 16:9-Format. Die Bilder werden einzeln und vervielfältigt in seriellen Zusammenstellungen gezeigt, bis sie als separate Bilder nicht mehr erkennbar sind und als Masse in einer urgewaltigen Ornamentik aufgehen.


Miriam Gossing und Lina Sieckmann gehen mit ihrem Film „Ocean Hill Drive“ von 2016 andere Wege. 21 Minuten dauert der Film, der eine Geschichte erzählt, die unwirklich und wirklich zugleich scheint. Unwirklich, weil eigentlich absurd, wirklich, weil es nicht auszuschließen ist, dass es tatsächlich einmal passiert: Geisterstimmung in einer Stadt, die vom flackernden Schlagschatten naher Windräder provoziert wird.

 

Miriam Gossing / Lina Sieckmann Ocean Hill Drive, 2016, Foto: Ivo Faber


Adela Jusšić tritt ein in einen Dialog mit sich selbst oder mit dem Zuschauer. Ihr „Artist´s Statement“ von 2010 wird auf zwei Bildschirmen gezeigt und suggeriert, dass die Künstlerin ihrem eigenen Spiegelbild gegenübertritt. Im Zwiegespräch erläutert sie die Spielregeln, die potentiell erfolgreiche Künstler befolgen sollten. Ein Meinungsaustausch zwischen ratsamer Selbstoptimierung, verweigerter Anpassung und dem Recht auf künstlerische Freiheit.


Maki Satake tritt mit „Remains (Omokage)“ von 2010 berührbar weil persönlicher auf. Ihr sechs minütiges Video thematisiert die Familienbilder ihres Großvaters, einem Fotografen. Die Künstlerin collagiert diese in Umgebung und Zeit von damals und heute.


Max Grau gehen auch in 23 Minuten nicht die Assoziationen zu ein und derselben Szene aus. In „»creaving for narrative« lässt sich einfach nicht gut übersetzen“ von 2015 lässt er die von ihm gewählte Schlüsselszene aus dem Film „Grease“ (in der John Travolta und Olivia Newton-John ihren legendären Hit „You´re the One That I Want“ anstimmen) im Loop gefühlt endlos laufen. Aber die Kommentare hierzu sind immer andere.
Irmgard Ruhs-Woitschützke


Die Ausstellung „Watch out!“ ist bis zum 11. November 2018 zu sehen.
KIT – Kunst im Tunnel
Mannesmannufer 1b
40213 Düsseldorf
Öffnungszeiten
DI – SO 11 – 18 Uhr



 

 

 

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