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rheinische ART 04/2019

TEMPORÄR
Schüttes Oktagon


Unter allen Gedenkschauen zum Bauhausjahr und allen Architekturwürdigungen ist derzeit ein Pavillon aus Holz im Krefelder Kaiserpark einzigartig – und zeitlich begrenzt.

 

Der „Krefeld Pavillon“ von Thomas Schütte und realisiert von RKW Architektur + dient als Ausstellungshaus für „Bauhaus und Seidenindustrie“ der Initiative Projekt MIK e.V. Foto © RKW Architektur + Marcus Pietrek

 

Der Schöpfer der begehbaren, fast wie schwebend wirkenden Skulptur „Krefeld Pavillon“ ist der Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte (*1954) und das Holzhaus ein Beitrag der Initiative Projekt MIK e.V. zur bundesweiten Jubiläumsveranstaltung Bauhaus 100.

 

Bauzeichnung RKW Architektur + 2016 © Thomas Schütte Pavillon

 

Was auch immer der Betrachter in dem Konstrukt mit dem Achteck-Grundriss zu sehen vermag: Nomadenzelt, hölzerne Pfadfinder-Jurte oder asiatisch-orientierter Tempel-Hüter – der Architekt Schütte macht klar: „Der Pavillon ist nicht Bauhaus, sondern eine Bauhütte.“ Die „Bauhütte“ ist zugleich Teil und Ort der Ausstellung „Bauhaus und Seidenindustrie“, die seit Anfang April dort gezeigt wird. Erzählt wird eine Kunst- und Wirtschaftsgeschichte, die zwar lokal verortet werden kann, doch weit über ihre Region hin Bedeutung erlangte. Es waren die Seidenfabrikanten, die die Künstler baten, nach Krefeld zu kommen...

 

 

Thomas Schütte: Versteht sich auf skulpturale Architektur in der Landschaft Foto © rheinische ART 

 

Errichtet wurde die begehbare Holzkonstruktion als zentraler Ort für die Aktivitäten und Veranstaltungen zum Bauhaus-Jubiläum vom Verein „Mies van der Rohe in Krefeld“ (MIK e.V.) Der hatte bereits 2013 mit dem ungewöhnlichen Architektur-Highlight „Golfclub-Modell“ an die Pläne des berühmten Baumeisters für ein Vereinshaus des örtlichen Golfclubs erinnert, dass in den Dreißigerjahren installiert werden sollte (mehr).

 

Der Pavillon hat einen Durchmesser von 15 Metern und steht auf einem zurückspringenden Sockel, dadurch wirkt er insgesamt leicht. Besucher gelangen über eine Freitreppe ins Innere, dort öffnen sich acht Kammern für Präsentationen. Die Tragstruktur besteht aus massiven Holztafeln und einem Sparrendachstuhl. Das Dach erhielt eine Metalleindeckung auf einer Unterkonstruktion aus Holzschalung. Alle Lösungen, so betonen die ausführenden Baumeister des Düsseldorfer Büros RKW Architektur + , wurden vor Ort entwickelt, getestet und hinterfragt. Als Besonderheit werden die Schraubfundamente gewertet, die einen leichteren Abbau nach dem Bauhaus-Jahr möglich machen. Denn danach soll die Konstruktion wieder umweltfreundlich entfernt werden.
rART


Das Projekt kostet rund 450.000 Euro; das Geld stammt von Kulturstiftungen (darunter die Sparkassen-Stiftung), Sponsoren, privaten Geldgebern und der Stadt Krefeld aus den Mitteln für den „Perspektivwechsel“. Thomas Schütte erhielt kein Honorar.


Die Ausstellung „Bauhaus und Seidenindustrie“ im Krefeld Pavillon ist im Rahmen der Aktivitäten für Bauhaus 100 bis zum 27. Oktober 2019 zu sehen.
Krefeld Pavillon von Thomas Schütte
Im Kaiserpark
Wilhelmshofallee/Kaiserstraße
47800 Krefeld
(300 m von Haus Lange / Esters entfernt)
Öffnungszeiten:
MI – FR 15 – 21 Uhr
SA, SO, Feiertage 12 – 20 Uhr

 

Weitere Informationen zu Bauhaus-Künstlern im Rheinland

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