rheinische ART
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rheinische ART 09/2017

KUNST AUS KUBA
Propagandabilder sind passé

 

Jahrzehntelang waren die oft mehr als mannshohen Plakate, die überall auf der Karibikinsel Kuba in bunten Farben die sozialistisch-kommunistischen Errungenschaften priesen, eine Art Staatskunst. Über allen Bildern damals leuchtete vor allem der rote Stern.

 

Lázaro García Medina ¿Naciste por acaso agora subitamente? ¿Podrás sobre el alma libre? [Wurdest du heute und soeben unverhofft geboren? Mit einer freien Seele?] (1990), Öl auf Leinwand, 110 x 139 cm, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Sammlung Ludwig. © Lázaro García Medina. Foto: Carl Brunn

 

Der „Größte Führer“ - Máximo Líder Fidel Castro (1926-2016) - Hand in Hand mit Sowjet-Staatschef Breschnew, Bruderküsse mit den Verbündeten aus „Berlin, Hauptstadt der DDR“, alles Vergangenheit.

     Der einst proklamierte „Lange Marsch“, der zu einer besseren Versorgung und zu Wohlstand führen sollte, ist nie richtig am Ziel angekommen. Obwohl 1989 der „Eiserne Vorhang“ fiel, zwei Jahre später die Sowjetunion aufgelöst wurde und Glasnost und Perestroika Raum griffen, blieb die „Zuckerinsel“ eine sozialistische Volkswirtschaft und manches so wie vorher - vor allem die wirtschaftliche Schwäche.

 

Adrián Fernández Milanés Cosmonaut (In Search of Orientation), (2015), Inkjet-Druck auf Alu Dibond, 150 x 300 cm, © the artist, Courtesy Galerie Fabian & Claude Walter

 

Nicht hingegen die Kunst. Neue faszinierende Bilderwelten sind ein Merkmal der aktuellen kubanischen Kreativszene. Das Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen zeigt sie in der Ausstellung Kunst x Kuba. Zeitgenössische Positionen seit 1989. Es ist eine Schau, die einen höchst interessanten Blick auf die kubanischen Künstler und ihre zeitgenössischen Werke wirft, die „…von Lebensfreunde, Freiheit aber auch von gesellschaftlichen Herausforderungen und Krisen“ geprägt seien, wie das Forum betont.

 

Carlos Rodríguez Cárdenas Patria o Muerte [Vaterland oder Tod] (1989), Öl, Stoff und Assemblage; zweiteilig, je 400 x 400 cm, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Sammlung Ludwig. Foto: Anne Gold

 

María Magdalena Campos Pons Opciones para el mito: Leda piensa [Alternativen für einen Mythos: Leda denkt] (1989), Holz, Gips und Acryl, 281 x 175 x 4 cm, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Sammlung Ludwig. © María Magdalena Campos Pons. Foto: Anne Gold

 

Es handelt sich um die größte in Deutschland gezeigte Ausstellung aktueller Kunstwerke aus dem mittelamerikanischen Inselstaat. Sie umfasst rund 150 Arbeiten von über 70 Künstlern.

     Im Kern will die Ausstellung eine Antwort geben auf die Frage: Wie sind die Kreativen Kubas in den letzten drei Jahrzehnten mit den Veränderungen, die es trotz aller Beharrungen gab, in ihrem Land umgegangen?

 

Mit einer bemerkenswerten kuratorischen Kombination wird diese Frage angegangen. Denn den aktuellen neuen Werken stellt das Haus Arbeiten aus der sogenannten kubanischen Sammlung Ludwig gegenüber, die eines der größten und auch ersten Konvolute zeitgenössischer kubanischer Kunst in Europa darstellt.

     Vorwiegend entstanden diese Kunstwerke in den 1980er- und 1990er-Jahren, also in einer Zeit, in der der Inselstaat in einer Krise steckte und versuchte, sie zu überwinden.

     Die aktuellen Werke stammen von kubanischen Künstlern wie Yoan Capote, Ariamna Contino, Susana Pilar Delahante, María Magdalena Campos Pons oder Adrián Fernández Milanés.

     Das Forum präsentiert Darstellungen aus Malerei, Skulptur und Fotografie, daneben auch Videos bis hin zu Installationen. Diese Form der Begegnung ermögliche, wie es in Aachen heißt, einen vielschichtigen Dialog und eine Diskussion hinsichtlich der ästhetischen, inhaltlichen und formalen Entwicklung der kubanischen Kunst.

 

Jesús Hdez-Güero Cambio de Bola[Ballwechsel], (2015), Leder, Schnur, Ca. 7,5 cm Durchmesser © Jésus Hdez-Güero

 

Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die besondere Rolle, die die 1990 in der Kunsthalle Düsseldorf gezeigte große Kuba-Sonderausstellung „Kuba o.k.“ spielte. Denn sie war der Auslöser für die Bildung der heutigen Kuba-Kollektion des Museum Ludwig.

     Von der Düsseldorfer Schau waren die Aachener Sammler Peter und Irene Ludwig (mehr) damals derart begeistert, dass sie direkt einen Teil der Exponate ankauften. Sie stellen heute einen großen Teil der hauseigenen Schaustücke kubanischer Provenienz.
     Wie die Kuratoren betonen, bilde die Ausstellung einen Dialog auf Augenhöhe. Das „x“, das in der Mathematik gebräuchliche Symbol für eine unabhängige Variable, stehe im Titel der Ausstellung Kunst x Kuba als Zeichen für die wechselseitige, dialogische Ausrichtung der Schau, denn es werde nicht „nur“ Kunst aus dem sozialistischen Karibikstaat ausgestellt, sondern durch die teilnehmenden Akteure auch ein weiterer künstlerischer, kulturpolitischer Dialog mit und in Kuba initiiert, der die Möglichkeit schaffe, einen vertiefenden Kulturdialog zwischen Deutschland und Havanna zu starten.
K2M

 

Die Ausstellung wird von der Peter und Irene Ludwig Stiftung sowie der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Schirmherr ist Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD).


Die Ausstellung „Kunst x Kuba. Zeitgenössische Positionen seit 1989“
ist bis zum 18. Februar 2018 zu sehen.
Ludwig Forum für Internationale Kunst
Jülicher Str. 97-109,
52070 Aachen
Tel. 0241 / 1807104
Öffnungszeiten
DI - SO 10 – 17 Uhr
DO bis 20 Uhr

 

 


 

 

  

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