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rheinische ART 10/2012

 

Kunsthistorische Wissenschaft

 

Privatarchiv Kasper König geht

 

ans ZADIK

 

Der scheidende Direktor des Museum Ludwig, Kasper König, hat sein privates Archiv dem Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels e.V. (ZADIK) übergeben. Die Archivare erwartet rund 40 Regalmeter und 3000 Fotos. Das Archiv Königs zeichnet sich durch kunsthistorische Informationsdichte und Qualität aus, besteht es doch aus Korrespondenzen mit bedeutenden Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene und -geschichte seit den 1960er Jahren.

 

DAZU gehören Projektskizzen aus den Händen von Künstlern, Königs eigene Überlegungen für seine umfangreiche und wegweisende kuratorische Tätigkeit und viele weitere, auch sehr private Dokumente.
   Damit wird der Wissenschaft die Möglichkeit geboten, all die Informationen in einen kunsthistorischen Kontext zu stellen. Königs Wunsch dabei ist, dass Situationen und Umstände sichtbar und erklärbar werden und die kunsthistorische Forschung auch im Bereich des Kunsthandels um Hintergrundinformationen bereichert wird. Seiner Auffassung nach gibt es wichtige Künstler, die als Impulsgeber für die Kunstszene hoch einzuschätzen sind, aber aus heutiger Sicht für die Kunstgeschichte keine Rolle spielen, weil sie nicht am Markt sind. Der heutige Prozess der Popularität der Kunst, sagt König, wird von denkenden Künstlern durchaus kritisch begleitet.
   König selbst möchte sich in die absehbaren Interpretationen seines Konvoluts nicht einmischen, erhofft sich aber einen Blick auf die Dokumente auf eine unerwartete neue Weise. Das Material wird der Wissenschaft für Masterarbeiten genau so zur Verfügung stehen wie für Doktoranden und umfängliche Recherchen auch in anderen Archiven lassen dann beim möglichen Zusammenführen aller Informationen einen Blick in eine Zeit zu, wie sie heute eher erzählt, aber kaum aufgeschrieben wurde. Im Rahmen eines mehrjährigen Projektes des Kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln wird unter der Leitung von Ursula Frohne die wissenschaftlich- kunsthistorische Auswertung erfolgen.
   Das Archiv enthält unter anderen Materialsammlungen zu Gerhard Richter, Isa Genzken, Dan Graham, Thomas Bayrle, Hans Peter Feldmann, Bernhard und Anna Blume, Claes Oldenburg, A.R. Penck, Thomas Schütte, Hans Haake, Ilya Kabakov oder On Kawara. Hinzu kommen die Unterlagen zu Königs Tätigkeit im Portikus, als Biennale-Kommissar, für die Skulpturenprojekte Münster, zu seiner Lehre in Nova Scotia und zu weiteren Themenbereichen. König hat das, was man "Alles" nennt, abgegeben. Für ihn, so sagt er, hat dieser Vorgang auch etwas befreiendes: "Wenn Schluß ist, ist Schluß".

 

Vor dem Hintergrund des Verkaufs des Harald Szeemann Archivs an das Getty Research Institut 2011 schätzt sich das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels ZADIK nach eigenen Angaben „glücklich“, dieses Privatarchiv überantwortet zu bekommen. Auf der ART Cologne 2014 will das Zentralarchiv der Öffentlichkeit einen ersten Einblick in das Archiv Kasper König geben.
ruwoi

 

 

 

 

 

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