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rheinische ART 10/2015

Archiv 2015

MUSEUM MIT MEERBLICK
Zeitz MOCAA


Die facettenreiche Kunst des afrikanischen Kontinentes braucht ein adäquates Schaufenster. Dieses entsteht derzeit in Kapstadt, - in Form eines neuen Mega-Museums. Es wird die Kunstsammlung der Zeitz Foundation des ehemaligen Puma-Vorstands Jochen Zeitz aufnehmen.

 

Aussenansicht des im Bau befindlichen MOCAA  - Museum of Contemporary Art Africa (Computeranimation). Das Gebäude an der Hafen-Flaniermeile von Kapstadt bietet von seiner Dachterrasse aus einen Blick über den Hafen bis zum Tafelberg. Foto © Heatherwick-Studios London 2014

 

Für den Laien mag sich „Zeitz MOCAA“ anhören wie eine neue Kaffeesorte. Aber hinter dem knackigen, markanten Kürzel verbirgt sich nichts weniger als das in Entstehung befindliche größte Museum Afrikas für Gegenwartskunst: Zeitz Museum of Contemporary Art Africa.

     Die Einrichtung eines großdimensionierten Kunstmuseum in Afrika ist insofern bemerkenswert, da derartige neue Kultureinrichtungen jüngst fast ausschließlich in China oder im Orient (mehr) entstehen.

 

Historische Aufnahme des Getreide-Speichers aus den Dreißigerjahren. Foto © Heatherwick-Studios London 2014

 


Blick auf die Baustelle und die geöffneten Siloröhren. Foto © Heatherwick-Studios London 2014

 

Der Bauort, ein historischer Getreidespeicher an der Victoria & Alfred Waterfront (V&A) im Werft- und Hafenviertel von Kapstadt, hat es in sich. Der 57 Meter hohe Silokomplex aus dem Jahr 1921 ist nicht nur eine traditionelle Ikone in der Skyline der Stadt. Er stellte die Archtitekten vor einigen Jahren vor eine höchst anspruchsvolle Frage. Und die lautete: Wie verwandelt man 42 senkrechte Betonröhren in einen Ort, an dem Menschen moderne Kultur erleben können?

     Die Antwort kam von einem der renommiertesten Architektur-und Designhäuser, den Londoner Heatherwick-Studios. Sie hatten bereits publikumswirksam den britischen Pavillon für die Shanghai World Expo 2010 kreiert und ebenso die Feuerschale für die Olympischen Spiele in London 2012.


Die Umgestaltung der stillgelegten Körner-Röhren, keine breiter als rund fünfeinhalb Meter, verantwortet Hauptarchitekt Thomas Heatherwick. Seine Idee: eine ellipsenförmige Teilentkernung der dicht beieinander stehenden Röhren zu einem Atrium, das wie ein sakraler Raum mit viel Licht nach oben strebt. Glasaufzüge und Wendeltreppen in den randlich gelegenen aufgeschnittenen Halbröhren sorgen für vertikalen Transport. Damit wird Raum für Galerien geschaffen und die historische Silostruktur erkennbar erhalten.

 

Eingang und Atrium Das kathedralartige Innere des MOCAA bietet Raum für temporäre Ausstellungen und Installationen. Die Silostrukturen sind teilweise noch zu erkennen (Computersimulation). Foto © Heatherwick-Studios London 2014

 

Kunst auf neun Etagen  9.500 Quadratmeter, davon allein 6.000 Quadratmeter für Schauräume, der Rest für Verwaltung und Schulungen stehen, verteilt auf neun Stockwerke, zur Verfügung. Eine Dachterrasse wird als Skulpturengarten ausgestaltet. Ab 2017 soll hier ausschließlich zeitgenössische Kunst aus dem Riesenkontinent Afrika präsentiert werden. Das Investitionsvolumen für den Umbau der Industrieruine zu einem Spitzenmuseum liegt bei über 500 Millionen ZAR (Südafrikanischen Rand), was umgerechnet in etwa 34 Millionen Euro ausmacht. Investor ist der südafrikanische Immobilienentwickler V&A Waterfront sowie ein Pensionfonds. Das Museum wird das Gebäude leasen.

 

Aufteilung und Nutzung des gesamten Gebäudekomplexes (Computersimulation). Foto © Heatherwick-Studios London 2014

 

Das neue Haus ist vor allem Hort von Jochen Zeitz´ eigener Kollektion afrikanischer Kunst, die als sensationell bewertet wird. Sie gilt als eine der umfangreichsten ihrer Art und hat bei mehreren Ausstellungen für Aufsehen gesorgt. Zeitz, der seit Jahrzehnten auf dem Kontinent tätig ist, eine Stiftung, die Zeitz Foundation, mit dem Ziel der Nachhaltigkeit gründete, ist ein ausgewiesener Kenner und Mäzen Afrikas und der zeitgenössischen afrikanischen Kunst.

     Mehrere Kunstschauen haben sich in den letzten Jahren verstärkt mit Bildender Kunst von diesem Kontinent befasst (mehr), die in der internationalen Kunstszene häufig als unterschätzt bewertet wird. Jochen Zeitz nimmt mit seinem großdimensionierten, beispielhaften Vorhaben sozusagen ein Alleinstellungsmerkmal ein. Aufmerksamkeit ist also garantiert.


Touristen-Hotspot
Die V&A Waterfront der südafrikanischen Metropole Kapstadt zählt mit jährlich rund 24 Millionen Besuchern zu den am stärksten besuchten Orten in Afrika, was entscheidend für die Standortwahl des Museum war.

     Zeitz hatte eigenen Aussagen zufolge fünf Jahre lang in Afrika nach einer adäquaten Örtlichkeit für seine Kultureinrichtung gesucht. Kapstadts Hafen mit den Getreidespeichern sei ein Glücksfall. Seine Kunstsammlung sei von ihm speziell mit dem Ziel aufgebaut worden, diese einmal in einem international relevanten öffentlichen Museum ausstellen zu können. Die Lage von Zeitz MOCAA sei ikonenhaft in einem historischen Raum der Stadt und erlaube es, dort seine Kollektion einem lokalen, kontinentalen wie auch internationalen Publikum angemessen zu präsentieren.

 

Masterplan Der Umbau der Silos zum Zeitz MOCAA wird als Teil eines Masterplans für den weiteren Ausbau der gesamten sogenannten „Victoria & Alfred Waterfront“ Kapstadts angesehen. Angestrebt wird eine wirtschaftlich-kulturelle Symbiose: eine gemischte Nutzung durch Wohnungen, Geschäftshäuser, Kunst, Freizeit, Gastronomie und Hotels.

     Dem Museum kommt dabei eine zentrale Rolle mit einem umgebenden öffentlichen Platz zu. Der Bauabschluss von Zeitz MOCAA ist für das Ende des Jahres 2016 vorgesehen, die erste Ausstellung für das Frühjahr 2017.

cpw

 

Das Museum ist seit September 2017 geöffnet.

 

 


 

 

 

FRANK BAUER 

Die Gelassenheit

der Dinge

(Foto: Ausschnitte

Öl auf Leinwand, 2017)

 

17.11.2017 - 13.01.2018

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