rheinische ART
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rheinische ART 02/2020

PETER LINDBERGH
Ein Foto-Künstler


Die kuratorische Arbeit für seine „unerzählten Geschichten“ hatte er noch vollzogen. Die Eröffnung der Düsseldorfer Ausstellung sollte er nicht mehr erleben.

 

Peter Lindbergh Uma Thurman, New York, 2016 © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

 

Der Düsseldorfer Kunstpalast zeigt den im September 2019 verstorbenen Star-Fotografen (mehr) mit einer großen Schau. Lindberghs bestechende Fotografien sind unzählige Male gezeigt worden. In kleinen Präsentationen wie 2017 im NRW Forum und in umfassenden Arrangements, wie etwa ein Jahr zuvor in der Rotterdamer Kunsthal (mehr). So, wie aktuell in Düsseldorf, allerding noch nie.

 

 Peter Lindbergh Linda Evangelista, Michaela Bercu & Kirsten Owen, Pont-à-Mousson, 1988 © Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris)

 

„Untold Stories“, so der Titel, ist die einzige von ihm selbst zusammengestellte Werkschau. 140 Fotografien aus den frühen 1980er-Jahren bis in das letzte Jahr 2019 erlauben einen Blick auf das umfangreiche Lebenswerk Lindberghs quasi "mit seinen Augen gesehen" und vermitteln gleichzeitig viele - bislang eben unerzählte - Geschichten.

     Ein Großteil der Aufnahmen wurde noch nie gezeigt, wie der Kunstpalast betont. Andere sind von Zeitschriften wie Vogue, Harper’s Bazaar, Interview, Rolling Stone, W Magazine oder dem Wall Street Journal in Auftrag gegeben und veröffentlicht worden.


In Lindberghs Bildern steht das Interesse am Menschen im Vordergrund. In seinen Arbeiten ist es ihm gelungen, den unmittelbaren Kontext von Modefotografie und zeitgenössischer Kultur zu überschreiten und neu zu definieren. „Durch die Ausstellung ergab sich die Möglichkeit, ausführlicher über meine Fotos in einem anderen als dem Modekontext nachzudenken. Ziel der Präsentation ist es, die Fotos zu öffnen für andere Lesarten und Perspektiven“, betonte Lindbergh im Rahmen der zweijährigen Ausstellungsvorbereitung.

 

In der Tat greift es zu kurz, den verstobenen Lichtbildner als reinen Modefotografen zu charakterisieren. Peter Lindbergh war immer auch ein Chronist seiner Zeit, mit dem besonderen Blick für kulturelle Tendenzen und Entwicklungen. Er sah sich, und das wohl zu Recht, mehr als Künstler, eben einer mit der Kamera. Seine Fotografien werden heute als Kunstwerke betrachtet, sind teils in Farbe, jedoch bevorzugt monochrom in Schwarz-Weiß. 

 

Peter Lindbergh Sasha Pivovarova, Steffy Argelich, Kirsten Owen & Guinevere van Seenus, Brooklyn, 2015 © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)


Gleichwohl betonte er einst, er bestehe auf der Definition „Modefotografie“, weil für ihn „dieser Begriff nicht bedeutet, dass man Mode abbilden muss – die Fotografie ist viel größer als die Mode selbst, sie ist Bestandteil der Gegenwartskultur.“
     Die Schau „Untold Stories“ besteht aus drei Teilen. Den Anfang macht die eigens für den Kunstpalast entwickelte und aus Bluebacks bestehende monumentale Installation Manifest, die eine eindringliche Einführung in Lindberghs Idee von Modefotografie darstellt.

     Für den Hauptteil der Präsentation hatte Lindbergh die aus seiner Perspektive essenziellsten Werke seines langjährigen Schaffens ausgewählt und mit ihnen experimentiert. Im Zusammenspiel werden immer wieder neue Geschichten, die im Titel der Schau mit "Untold Storys" ihren Reiz ausspielen, freigelegt. Gleichzeitig bleibt der Kurator Lindbergh seiner Sprache treu. Emblematische sowie noch nie zuvor ausgestellte Fotografien werden paarweise oder in Gruppen gezeigt und ermöglichen neue Interpretationen. Den Abschluss stellt die Filminstallation Testament (2014) dar, die eine eher unbekannte Seite des deutschen Star-Fotografen offenlegt.

rART


Die Ausstellung "Peter Lindbergh. Untold Stories" endet am 1. Juni 2020.
Kunstpalast
Kulturzentrum Ehrenhof
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
Tel. 0211 / 8990200
Öffnungszeiten
DI/Mi/FR - SO 11 – 18 Uhr
DO 11 – 21 Uhr

 

 

 

 

 

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