rheinische ART
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rheinische ART 03/2014

Archiv 2014

DAS RHEINLAND UND DER ERSTE WELTKRIEG
Schwerwiegend

 

Stumm sind sie, erzählen tun sie trotzdem viel und tonnenschwer sind sie auch: Die Exponate der wohl ungewöhnlichsten und sicher gewichtigsten Schau im Rheinland zur Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkrieges. Dieser Krieg prägte nicht nur tiefgreifend eine ganze Epoche und die Lebenserfahrung der Menschen vor hundert Jahren, sondern die Geschichte Deutschlands, Europas und insbesondere der Rhein-Ruhr-Region über das 20. Jahrhundert hinweg bis heute.

 

 

Die zwei bronzenen Soldaten des Bochumer Kriegerdenkmals liegend auf einem Sattelschlepper. (c) Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg

 

Die Ausstellungsvorbereitungen für „1914 - Mitten in Europa“, die in der Mischanlage der ehemaligen Kokerei Zollverein in Essen zu sehen sein wird, sind im vollen Gange. Veranstalter dieser auch inhaltlich schwergewichtigen Schau sind das LVR-Industriemuseum und das Ruhr Museum.
     Die ersten Schwerexponate fanden bereits ihren Weg in die spektakulären Ausstellungsräume. Die tonnenschweren Zeugen der Zeit rund um den Ersten Weltkrieg sind sehr vielfältig. Sie stehen für den dramatischen Aufbruch in die industrielle Moderne, deren Widersprüche und Ambivalenzen.

 

Kriegerdenkmal Das Bochumer Kriegerdenkmal aus dem Stadtarchiv Bochum stand ursprünglich im Bochumer Stadtpark. Die zwei überlebensgroßen bronzene Soldaten in den Uniformen des kaiserlichen Heeres und der Wehrmacht halten gemeinsam eine Standarte, um ihre Verbundenheit zu zeigen. Das drei Meter hohe und drei Meter breite, insgesamt eine Tonne schwere Denkmal wurde im August 1935 zu Ehren der „im Weltkriege 1914-1918 gebliebenen Helden des 4. Magdeburgischen Infanterie-Regiments Nr. 67“ aufgestellt. Im Februar 1983 sägten Unbekannte die Soldaten oberhalb der Stiefel ab. Der Bochumer Stadtrat beschloss daraufhin, die Soldaten im Stadtarchiv der Stadt Bochum zu deponieren und stattdessen eine Gedenktafel mit der Inschrift „Nie wieder Krieg und Faschismus“ anzubringen.

 

Eiserner Reinoldus Aus dem Eingangsbereich des alten Stadthauses am Dortmunder Friedensplatz ist der „Eiserne Reinoldus“ entliehen. Die 3,20 Meter hohe Figur ist aus Holz und Metall und wiegt über eine halbe Tonne. Sie wurde am 15.9.1915 als "künstlerisches Kriegsmal, das Dortmunds Opfersinn für alle Zeiten verkünden sollte" übergeben und im historischen Rathaus am Alten Markt der Stadt aufgestellt. Sie konnte für 1 Reichsmark pro Nagel benagelt werden. Die 220.000 Nägel sorgten dabei symbolisch für eine „eisernen Rüstung" und trugen zur Finanzierung der Kriegskosten bei.

 

Das Elektroauto "Runabout" auf dem Weg in die oberste Etage, die Verteilerebene, der Mischanlage. © Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg

 

Elektroauto Aus Essen kommt das Elektroautomobil „Runabout“ von 1903, das mit 500 Kilo aufwarten kann. Bei der Produktion von Elektroautos war die anglo-amerikanische Industrie führend. Diese Modelle wurden auch im Rhein-Ruhr-Raum verwendet. Einen amerikanischen Runabout, der Vorläufer des Roadsters, besaß der Hagener Fabrikant Adolph Müller, dem die Accumulatoren-Fabrik-Aktiengesellschaft-Berlin-Hagen (AFA) gehörte.

 

Feldhaubitze Aus Koblenz wird die vier Tonnen schwere Feldhaubitze M1913 transportiert. Sie war im Ersten Weltkrieg ein Mehrzweckgeschütz der Artillerie. Sie belegte einerseits sichtbare Ziele mit Flachfeuer und bekämpfte andererseits entferntere Zielpunkte im Steilfeuer. Im Ersten Weltkrieg wurde damit die Artillerie zur wichtigsten Waffengattung. Im Rahmen der militärtechnischen Revolution und aufgrund der neuen Anforderungen des Ersten Weltkrieges wurden die Haubitzen nun wie Kanonen und Mörser im Stellungskrieg zur Verteidigung oder Erstürmung der Gräben eingesetzt.

 

Schwebebahn Aus Wuppertal stammt das eine halbe Tonnen schwere Drehgestell der Schwebebahn von 1901. Das Prinzip, Züge an nur einem Schienenstrang hängend zu befördern, geht schon auf die erste Phase des Eisenbahnbaus in den 1820er Jahren zurück. Die Idee griff der Kölner Unternehmer und Erfinder Eugen Langen auf und präsentierte für Wuppertal eine, wie er es nannte, „Schwebebahn“. Er erhielt für die Realisierung 1894 den Zuschlag und 1901 war das erste Stück fertiggestellt.


Ausstellungsort ist die Mischanlage der ehemaligen Kokerei Zollverein, das spektakulärste Gebäude auf dem Welterbe Zollverein. Die gewaltigen Bunkeranlagen des ehemaligen Kohlespeichers, die der Ausstellungsparcours auf drei Ebenen erschließt, versinnbildlichen schon durch ihre Materialität und Monumentalität die visionären technischen Potentiale, aber auch die Gewalttätigkeit der industriellen Moderne. Die Mischanlage war 1999 Ort der Abschlussveranstaltung der Internationalen Bauausstellung Emscherpark und ist in den letzten Jahren baulich ertüchtigt worden. Mit der Ausstellung "1914 – Mitten in Europa" wird sie dauerhaft als Ausstellungsgebäude neu eröffnet.

 

Die Ausstellung „1914 Mitten in Europa“ ist vom 30. April bis zum 26. Oktober 2014 zu sehen.
UNESCO-Welterbe Zollverein
Areal C, Mischanlage
Eingang Wiegeturm, Arendahls Wiese
45141 Essen
Öffnungszeiten
MO - SO 10 - 18 Uhr


 

 

 

 

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