rheinische ART
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rheinische ART 11/2015

SPEZIALMUSEUM

RIMOWA FIRMENMUSEUM IN KÖLN
Tolle Bagage

 

 

Werbung von Rimowa für den Vatertag. Foto © Rimowa Köln

 

Reisegepäck, speziell Koffer, in einem Museum? Als historisches Schaustück sind sie zwar durchaus interessant, aber nicht wirklich ein Hingucker. Ein Museum ausschließlich für diese Reisebegleiter hingegen ist schon sehr "special interest" und lässt durchaus aufhorchen.

 

Zu sehen sind historische und moderne Behältnisse für den Reisenden in der Domstadt. Seit fast 120 Jahren produziert dort der Kofferhersteller Rimowa Gepäckstücke und erbringt seinen ganz eigenen Anteil an der "Kultur des Reisens". Das firmeneigene Spezialmuseum befindet sich - praktisch gelegen - ein Stockwerk über dem Verkaufsraum in der Kölner City. 

Weltreisender Ein klassischer Aluminiumkoffer aus der Serie Topas von Rimowa mit "Beweisen" der Reisefreudigkeit seines Besitzers. Historisches Exponat im Firmenmuseum in Köln. Foto © Rimowa Köln

 

Der Lateiner weiß es natürlich: cophinus, der Weiden- oder Flechtkorb, war schon bei den Römern ein wichtiges, leichtes, handliches und daher geschätztes Utensil auf Reisen. Wer allerdings viel Bagage und Schwergewichtiges zu bewegen hatte, nutzte massige, metallbeschlagene Reisekisten aus Holz. Ein cophinus war da natürlich wesentlich bequemer. Letztlich wurde daraus das französische coffre, das als deutscher Wortableger „Koffer“ seinen Weg über den Rhein fand.
   Doch was ist das Besondere an den Kölner Koffern? Traditionell sind sie in Aluminium oder im Hightech-Werkstoff Polycarbonat zu haben, mit einer optisch markanten wie unverwechselbaren Rillenstruktur, selbstverständlich mit oder ohne Rollen. Das können andere auch, mag man hier einwenden, doch für sie spricht ein "standhaftes" Image: denn vor allem - dem Brand-Marketing sei Dank - sind sie Statussymbole.

     Wer etwas auf sich hält, so suggeriert jedenfalls die Werbung, hat bei Reisen - wie und wohin auch immer - Rimowa-Rillenkoffer an der Hand.

 

Mit Rillen und Rollen Koffer aus Köln: superleichte, luxuriöse und recycelfähige Hightech-Koffer aus Polycarbonat der Serie Salsa De Luxe. Neben rund 100 Standardmodellen fertigt Rimowa heute auch Spezialkoffer in kleinen Auflagen etwa für Notfallärzte, Stammzellentransporte, Golfprofis, Piloten, Croupiers, EDV-Techniker oder Weinhändler. Foto © Rimowa Köln

 

Historische Kofferwerbung des Firmengründers Paul Morszeck Foto © Rimowa Köln 2015

 

Komfortabler Schrankkoffer von 1937 in der Ausstellung in Köln. Foto ©rART 2015

Reise-Revolution leichte, luxuriöse und stabile Koffer aus Aluminium. Historisches Werbeplakat für die ersten Reisekoffer aus Leichtmetall. Foto © Rimowa Köln

 

Premium-Marke Der Luxusproduzent aus Köln ist eine der weltweit führenden Premium-Marken bei Koffern und eines der wenigen noch in Deutschland fertigenden Unternehmen der Branche.

     Das Firmenmuseum bietet nicht nur einen Blick auf die Firmenhistorie, auf drei Generationen Unternehmertum und das aktuelle Sortiment. Es reflektiert im weiteren Sinne ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte. Das rechtfertigt eine museale Aufarbeitung, auch des eigentlich so profanen Produktes „Koffer“.

 

Branchenprimus In der Gepäck-Branche ist Rimowa wohl die einzige deutsche Manufaktur, die seit über 100 Jahren produziert und damit berechtigt auf eine "Tradition" verweisen kann. Die Firma wurde 1898 von Paul Morszeck in Köln als „Koffer- und Lederwaren-Fabrik“ gegründet. Gefertigt wurden anfänglich robuste Landverkehrs- und Überseekoffer aus Sperrholz und Leder, wie etwa der „Sperrplatten-Coupekoffer“ für Bahnreisende. Recht schnell hatte sich die Kölner Manufaktur einen Namen unter Geschäftsleuten, Reisenden und Weltenbummlern gemacht und lieferte Koffer für alle möglichen Zwecke auch in edelsten Ausführungen.

 

Der Alu-Auftakt Gründersohn Richard Morszeck entwickelte 1937 die ersten leichten und tropentauglichen Aluminium-Reisekoffer – und lag damit materialtechnisch im Trend. Denn auch die deutsche Luftfahrtindustrie, namentlich Messerschmitt und Junkers, nutzte zu dem Zeitpunkt das revolutionäre Leichtmetall für den Flugzeugbau. Die zumindest optische Verbindung von Rimowa und der Luftfahrt war damit gelegt und blieb ein bestimmendes Design-Element.

     Die Kofferfabrikanten ließen ihre Firma im Handelsregister unter dem Markennamen Rimowa eintragen, ein Acronym für „Richard Morszeck Warenzeichen“. Weder der eingängige Firmenname noch der Hauptsitz des Unternehmens wurden seither verändert.

 

Klassiker Aluminium-Handkoffer aus dem Jahre 1950. "Der Metallkoffer weist bei äusserster Leichtigkeit eine grosse Beanspruchungsfähigkeit auf..." Beschreibung aus der Patentschrift vom 31. März 1952.  Foto © Rimowa Köln

 

Der Klassiker Nach Kriegsende setzte Rimowa einen weiteren Meilenstein. 1950 brachten die Kölner den ersten Alu-Koffer mit der elegant wirkenden Rillenstruktur auf den Markt. Die Rillen hatten eigentlich - wie übrigens heute bei den großen Seecontainern - stabilisierende Funktion. Das wussten die Morszecks eben schon viel früher.

     Es war die Geburtsstunde eines Klassikers. Die Bauserie wurde als „Luftkoffer - federleicht und stabil“ vermarktet und zielte damit auf gleich zwei Kaufanreize: vom Styling her entsprachen die Metall-Boxen dem herrschenden Zeitgeist und sie bedienten die klassische deutsche „Strapazierfähigkeit“.

 

Notlösung Allerdings, so sagt es die Firmenlegende, war der gerillte Alu-Nachkriegskoffer eher eine Lösung aus Not. Viel Produktionsmaterial war in den letzten Kriegsmonaten bei Rimowa vernichtet worden. Aluminium, das Material der Stunde, war - wenn auch allgemein zunächst nicht beliebt - vorhanden und überzeugte mit wichtigen Eigenschaften. Das leichte Metall konnte weder von Luftfeuchtigkeit, noch von Wasser und Temperaturänderungen, beeinträchtigt werden. Ideal für Tropenreisen, Expeditionen, Piloten oder Sensibles wie Foto- und Filmequipment.

 

Kunst am Kunststoff-Koffer Mut zu ungewöhnlichem Design als Innovation. Polycarbonat-Koffer mit buntem Dekor. Foto © Rimowa Köln 2015

 

Kunststoff Eine weitere Innovation gelang Rimowa im Jahr 2000. Dieter Morszeck, Firmenchef in dritter Generation, bot als erster Hersteller Koffer aus dem extrem leichten, bruchfesten und widerstandsfähigen Werkstoff Polycarbonat an. Rimowa setzte damit weltweit völlig neue Akzente in der Kofferbranche.

      Mit mutigem Avantgard-Design und modernster Sicherheitstechnik gehören diese Rimowa-Modelle zu den führenden Erzeugnissen der Sparte. Permanent mit technischen Innovationen weiterentwickelt sind heute sowohl die Aluminium- als auch die Polycarbonat-Koffer von Rimowa als Livestyl-Labels im hohen Preissegment etabliert und zur Kult-Marke etwa im Business-Traveling avanciert.


Bag2Go Was wäre Rimowa ohne Innovationen. Das Augenmerk der Bagage-Macher liegt derzeit nicht so sehr auf der Materialtechnik als vielmehr auf der Erhöhung von Reisekomfort.

     Dazu kooperiert Rimowa mit Airbus und T-Systems. Das Ergebnis: Der Rimowa-Koffernutzer kann künftig sein Packstück schon zu Hause einchecken und es dann am Airport einfach aufgeben. Der Elektronik sei Dank, denn die Koffer sind mit Display, Funk- und Software-Modulen ausgestattet. So oder ähnlich geht wohl Reisen in Zukunft.

 

Rillen-Architektur Für Produktion, Lager und Verwaltung baute Rimowa in Köln ein Alu-verkleidetes Hallensystem, dessen Fassade der Rillenoptik der Alu-Koffer nachempfunden ist. Die Architektur wurde mehrfach ausgezeichnet. Foto © Gatermann + Schossig Architekturbüro Köln 2015

 

Museum Die kleine historische Schau im Kölner Flagship-Store zeigt mit einer informativen Aufmachung die ungewöhnliche Unternehmensgeschichte auf. Informationstafeln, Filmplakate und historische Exponate dokumentieren die Entwicklungs- und Produktionsphasen des Familienunternehmens und die dynamischen Änderungen in Technik und Design.

     Der Gepäckhersteller exportiert von Köln aus derzeit in 65 Länder. Produziert wird in eigenen Fabriken in Deutschland, Tschechien, Kanada und Brasilien. Fast 6.000 Koffer laufen weltweit täglich von den Rimowa-Bändern. Der Umsatz liegt bei jährlich 300 Millionen Euro. Europa, Nordamerika und Asien - vor allem Japan und China - sind die Hauptabsatzgebiete. Rimowa betreibt weltweit über 120 eigene Stores.
CPW

 

Die Rimowa GmbH wurde 2014 mit dem Red Dot Award (mehr) in der Kategorie „Communication Design Online“ für beispielhafte Internet-Präsentation ausgzeichnet.
 

Rimowa Flagship Store
Am Hof 3
50667 Köln
Öffnungszeiten
10-19 Uhr

 

 


  

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bis 14.10.2017

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