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rheinische ART 08/2017

STAR-FOTOGRAF SAM SHAW
Sophia, Marilyn und die anderen


Er liebte die Frauen, vor allem die aus der Filmbranche, und fotografierte sie im wahrsten Sinne des Wortes reihenweise. Doch Sam Shaw, einer der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts, hatte weit mehr zu bieten als Hollywood-Stars, Künstler und Intellektuelle in Schwarz-Weiß.

 

Sam Shaw Sophia Loren, Los Angeles, Ausschnitt, 1960. (Film „Die Dame und der Killer"). © Sam Shaw Inc. / Bildquelle: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Shaw Family Archives 2017

 

Dies zeigt eine Ausstellung in der Oberhausener Ludwiggalerie. In Zusammenarbeit mit Shaw Family Archives hat das Haus eine umfängliche Retrospektive mit etwa 230 Schwarz-Weiß-Fotografien zusammengestellt.

 

Sam Shaw Leroy Robert Satchel Paige, New-York-City, Ende der 40er-Jahre. Der Sportprofi galt als einer der besten Baseballspieler seiner Zeit. © Sam Shaw Inc. / Bildquelle: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Shaw Family Archives 2017

 

Sam Shaw Woody Allen, London 1967, © Sam Shaw Inc. / Bildquelle: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Shaw Family Archives 2017

 

Neben den Klassikern sind in der Schau „Finding the unexpected. Sam Shaw. 60 Jahre Fotografie" auch andere thematische Schwerpunkte seines Schaffen zu sehen, so etwa Reportagebilder aus den Bereichen Sport, Kriminalität oder Gesellschaft.Sie belegen die Vielseitigkeit des in New York geborenen Fotografen.

     Die Karriere von Sam Shaw (1912-1999) begann mit Fotoarbeiten für das Collier`s-Magazin. Bekanntheit erlangt er mit Bildstrecken über die mannigfaltigen Gesichter des amerikanischen Alltags der 1940er Jahre – fernab vom Glanz und Glamour seiner späteren Foto-Meisterwerke aus der Filmwelt.

     Doch sind es gerade Shaws Porträts von Kinostars und Künstlern, die viele Titelseiten von Magazinen wie Life oder Look füllten und bis heute unser Bildgedächtnis bestimmen. Millionenfach reproduziert und gezeigt: Filmikonen wie Sophia Loren, Elizabeth Tayler, Natalie Wood, Ingrid Bergmann oder Marilyn Monroe in Das verflixte 7. Jahr – wer kennt den hochfliegenden Plisseerock nicht – oder seine einfallsreichen Künstlerporträts.


Zahlreiche beeindruckende Bildreportagen von den Schattenseiten der Gesellschaft, von Armut, Not und Verbrechen, zählen zu dem Nachlass, den Sam Shaw als Fotojournalist hinterließ. Der Film und seine berühmten Protagonisten blieben jedoch sein beherrschende Wirkungsfeld und der große Impulsgeber für seine Arbeit.

     So finden sich in seinen Fotografien oft ungewöhnliche Blickwinkel, die an Kameraeinstellungen für Filmsequenzen erinnern. Das zusätzliche Interesse an Malerei zeigte sich bei Sam Shaw nicht nur in Künstlerporträts, sondern auch in geradezu malerischen Aufnahmen durch Objektive mit langer Brennweite.

 

Sam Shaw Kinder spielen mit Murmeln, Missouri, 1943. © Sam Shaw Inc. / Bildquelle: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Shaw Family Archives 2017

 

Sam Shaw Marilyn Monroe, New York City 1954 (Film “Das verflixte 7. Jahr”) © Sam Shaw Inc. / Bildquelle: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Shaw Family Archives 2017

 

Die Fotografien sind narrativ und häufig als Serie angelegt. Egal, ob er Sophia Loren an einem Drehtag begleitete oder Kinder beim Spielen mit der Kamera verfolgte.

     Viele Motive und Stadtlandschaften zeigen außerdem grafisches Interesse. Bei den Naturaufnahmen bevorzugte Shaw frühe Abend- oder Morgenstunden mit tief stehender Sonne.

     „Ich persönlich suche, um zu finden. Das Unerwartete zu finden, an der nächsten Ecke, zu sehen, was passiert, ist für mich ein visuelles Abenteuer“, so Shaw über seine Einstellung zu seiner Passion.

     Fotografische Kompositionen habe er nie arrangiert, äußerte er einmal und gestand, „die einzige Ausnahme war das Foto von Marilyn Monroe in der Serie mit dem hochfliegenden Rock.” Und diese Fotografie gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten Glamourbildern, damit schuf Shaw Bildgeschichte und erlangte Weltruhm.

     Fachkreise gehen davon aus, dass dieses Foto das am häufigsten reproduzierte Bild des 20. Jahrhunderts sei. Sam Shaw hatte die Schauspielerin zwei Jahre zuvor zufällig kennengelernt. Am Rande der Dreharbeiten zu Das verflixte 7. Jahr ließ er die Szene für Presse-Fotografen nachstellen und drückte auch selbst auf den Auslöser.
Franziska Bradel

 

Die Ausstellung „Finding the unexpected. Sam Shaw. 60 Jahre Fotografie" ist bis zum 17. September 2017 zu sehen.

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Konrad-Adenaue-Allee 46
Oberhausen
Tel 0208 / 412 4928
Öffnungszeiten
DI - SO 11 - 18 Uhr

 

 

 

 


  

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