rheinische ART
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rheinische ART 04/2016

SPEZIALMUSEUM

SCHIFFFAHRTMUSEUM DÜSSELDORF

Von Flößen, Poonen und Lauertannen

 

Deutschlands verkehrsreichster Strom, der Rhein, ist seit alters her eine ökonomische Lebensader und ein überaus beliebter Reiseweg. Über 2000 Jahre ist die Schifffahrt auf diesem Binnenwasserweg nachweisbar. Das ruft geradezu nach musealer Begleitung.

 

Nahe am Wasser, in exquisiter Lage - das SchifffahrtMuseum im Düsseldorfer Schlossturm (rechts). Jährlich werden über den Niederrhein fast 200 Mio. t Güter bewegt. Container-Binnenschiffe von und nach den ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen), Schubeinheiten, große Tank- und Trockengutschiffe bestimmten das Bild. Das Museum zeigt auch die neuesten Entwicklungen. Foto © rART

 

Düsseldorfs „SchifffahrtMuseum“ – eines der ältesten Museen seiner Art in Deutschland und nach Renovierung in neuem Glanz – präsentiert nunmehr im neunten Jahrzehnt alles rund um den Rhein und die Schifffahrt auf ihm.

 

 

Idealisierte Rheindarstellung von 1897 aus einem Fahrplan der Rhein-Dampfschiffahrt, Kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft (Ausschnitt) Foto © SchifffahrtMuseum Düsseldorf

 

Wiedereröffnung Im historischen Wahrzeichen der Landeshauptstadt, dem Schlossturm am Rheinufer, wurde jüngst nach einem Jahr Modernisierung das Spezialmuseum mit einem neuen Ausstellungskonzept unter dem Titel "Den Rhein erleben" wiedereröffnet.

     Der Rundturm, das einzig erhaltene Gebäude des ehemaligen Schlosses auf dem Burgplatz, wurde innen renoviert und ausgebaut. Mit seiner Ziegelkuppel aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und seiner besonderen Atmosphäre ist der Schlossrest wieder ein hochattraktiver Museumstandort. Eine weitere Besonderheit dieses Expositionsplatzes: Das Museum verdankt seine Existenz von der Gründung bis heute einem außerordentlichen bürgerschaftlichen Engagement.

 

Düsseldorf als Schiffahrts- und Hafenstadt:Werbeplakat für die Ausstellung „Deutsche Binnenschiffahrt – Lehrschau im Stadtmuseum Düsseldorf“ vom 27. Mai bis 15. Oktober 1936. Foto © Freunde & Förderer des SchifffahrtMuseums im Schlossturm e.V., Düsseldorf 2015

 

Rückblick Anfang der 1930er-Jahre initiierte der Direktor der Städtischen Düsseldorfer Häfen, Heinrich Etterich, die Gründung und den Aufbau einer Sammlung zur Rheinschifffahrt. Fachliche Unterstützung leisteten das Stadtarchiv und das Historische Museum. Ein großer Teil der ersten Exponate wurde von Düsseldorfer Modellbauern gefertigt. 1936 dokumentierte eine Ausstellung das schnelle Wachsen der Sammlung, die einen Überblick über 2000 Jahre Rheinschifffahrt lieferte.

     Eine Zäsur brachte der Zweite Weltkrieg. Nach Kriegsende gab es über zwei Dutzend Jahre keine museale Präsenz, die Bestände lagerten zwar gut archiviert aber fast ungenutzt in Magazinen. Nur gelegentliche Sonderschauen erinnerten an diese bemerkenswerte Düsseldorfer Spezialkollektion.

 

Mäzene Eine tragende Rolle sowohl bei der Sicherung und der Entwicklung der Sammlung als auch bei der Verankerung im öffentlichen Bewusstsein kam dem 1954 gegründeten Verein der Freunde und Förderer des SchifffahrtsMuseum zu. Das Vereinsziel war zunächst die Suche nach einem geeigneten Standort für ein dauerhaftes Museum. Daneben baute der Verein trotz der prekären Ausstellungssituation konsequent mittels Schenkungen privater und institutioneller Mäzene und Ankäufen die Sammlung weiter aus.

 

Modell der Leibjacht des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz („Jan Wellem“, 1658 - 1716). Die Jacht holländischen Typs mit Seitenschwertern, Gaffel-Großsegel und Rah-Topsegel bezog der Kurfürst 1703 aus Amsterdam. Die Takelung imitierte die seegehenden Kriegsschiffe der Zeit. Das "Lustschiff" benutzte der Regent für seine Rheinfahrten wie zur Beförderung von Ladung seiner Hofhaltung. Foto © SchifffahrtMuseum Düsseldorf.

 

1978 schließlich beschloss die Stadt die grundlegende Renovierung des Schlossturmes mit dem Ziel, dort für das SchifffahrtMuseum dauerhaft Schauräume zu schaffen. Das Vereinsengagement und Spendenaktionen brachten über zwei Millionen Mark ein, die in den Ausbau flossen.1984 konnte das Museum im Schlossturm eröffnet werden. Ab 1996 übernahm der Verein den Betrieb in alleiniger Regie, um die Öffnung langfristig sicherzustellen.

 

Neukonzeption Die jetzt zu sehende Sammlung ist vollkommen neu gestaltet. Die Dauerausstellung „Den Rhein erleben“ ist auf fast 360 Quadratmetern Fläche auf sieben Ebenen ausgebreitet. Die unterschiedliche Architektur der historischen Räume wurde genutzt, um mit speziellen Lichteffekten und Sonderanfertigungen bei den Einbauten individuelle Raumstrukturen zu erzielen.

 

Blick in die Ausstellung Das Haus präsentiert vom Kellergewölbe bis unters Dach Exponate zur Rheinschifffahrt. Darunter historische Modelle vom Niederrheinsegler bis zum Dampfschiff und Modernes wie den Steuerstand eines zeitgenössischen Frachtschiffes. Weitere Aspekte sind unter anderem Rheinökologie, Schiffbaugeschichte und Technik. Foto © Freunde & Förderer des Schifffahrtmuseums im Schlossturm e.V., Düsseldorf 2015

 

Zu der neuen, modernen Museumskonzeption gehört, dass sich der Besucher mittels Schiffsmodellen als "roter Faden" durch die gesamte Präsentation leiten lassen kann. Darunter sind historische Marktschuten wie auch kastenförmige Einwegkähne, ferner neuere und auch erstmals in der Dauerausstellung vorgestellte Modelle. Zeitgenössische Exponate aus eigenen Beständen oder Leihgaben Düsseldorfer Museen und auswärtiger Kulturinstitute stellen die Schiffsnachbildungen in ihren historischen Kontext. Zur neuen Museumspädagogik gehören ferner die Aktions-Stationen in der Ausstellung. Wichtige Techniken, spezifische Innovationen und historische Hintergründe lassen sich somit spielerisch und individuell erfahren.

     Wer die vielfältigen Möglichkeiten des SchifffahrtMuseum nutzt, weiß letztendlich auch, was es mit Poonen und Lauertannen auf sich hat – Flöße, davon gehen wir jetzt einmal aus, kennt jeder.

cpw

 

Zu den Schauobjekten gehören Leihgaben unter anderem vom Kölnischen Stadtmuseum, der "Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG", dem Deutsche Klingenmuseum in Solingen und dem Optischen Museum, Jena.

 

Neben dem Verein, der Stadt Düsseldorf und zahlreichen privaten Spendern förderten unter anderen die folgenden Institutionen die neue Ausrichtung: NRW-Stiftung Kunst und Kultur, Volksbank Düsseldorf Neuss, Landschaftsverband Rheinland (LVR), Neuss Düsseldorfer Häfen, Sparkasse Düsseldorf, Sparkassen Stiftung, Stiftung Udo van Meeteren, Arenberg.

 

SchifffahrtMuseum
Burgplatz 30
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 / 89 94 1 95
Öffnungszeiten
DI - SO 11 - 18 Uhr

 

 

 

 

 

 


 (Foto Ausschnitt)

 

CONCENTRATION

 

CLAUDIA ROGGE

 

27.01.-18.03.2017
 

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