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rheinische ART 06/2010

Archiv 2010

Fernsehstandort Nummer 1

 

 

S E I F E N -

 

O P E R

 

&

 

C O.

 

Seit annähernd 25 Jahren ist das Bundesland NRW der führende Medienstandort in Deutschland. Und bereits seit zehn Jahren nimmt die NRW-Fernsehwirtschaft in Folge eine Spitzenposition ein. Auch international sind TV-Formate aus dem Land gefragt und begehrt. Vor allem die zahlreichen elektronischen Medienstandorte entlang der Rheinschiene sind immer wieder Ideenschmiede und dynamischer Motor der TV-Branche. Unbestrittene Medienhochburg ist Köln.

 

OB DIE gute alte „Seifenoper“, heute betitelt mit Soap-Opera, ihr moderner Ableger Doku-Soap, ob Comedy, Game- oder Talk-Show: In NRW wurden im Jahre 2008 fast so viele Fernsehminuten (137.200) produziert wie in den drei ebenfalls medienstarken Bundesländern Bayern (54.600), Hamburg (44.600) und Berlin (40.100) zusammen.

  Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Langzeitstudie des Dortmunder Medienforschungsinstituts FORMATT, die im Auftrag der Staatskanzlei NRW erstellte wurde. Sie umfasst die Dekade 1999 bis 2008. Die Studie hat erneut bestätigt: Nirgendwo in Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten die Fernseh- und Filmproduktion so stark entwickeln können wie in NRW.

 

- NRW ist Fernsehstandort -

 

  Dies zeigt sich tendenziell an wachsenden Studioflächen, einer breitgefächerten aber kleinteiligen Struktur von TV- und filmaffinen Firmen sowie einer regelrechten Medienindustrie rund um die Sender.

  Trotz der durch Werbekrisen geprägten Wirtschaftsjahre 2007 und 2008 konnte sich NRW als Fernsehstandort überraschend gut behaupten. Zweifellos nehmen der öffentlich-rechtliche Fernsehkanal des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und die RTL/UFA-Gruppe, Hauptsitz beide Köln, dabei eine Schlüsselstellung ein. Schließlich treten WDR und RTL als potenzielle Nachfrager von TV-Produktionen und damit als Auftraggeber der Produktionsunternehmen auf. Vor allem der WDR ist mit seinen Anteilen am Gemeinschaftsprogramm der ARD und den Zulieferungen an die Sender ARTE und 3SAT die größte Rundfunkanstalt der ARD und, wissenswert, sogar Kontinentaleuropas.

 

- Jede dritte Sendeminute wird in NRW gedreht -

 

Insgesamt betrug der durchschnittliche Marktanteil der nordrhein-westfälischen TV-Produktionsunternehmen am deutschen Produktionsvolumen (Auftragsvolumen nach Sitz der Unternehmung) in den letzten zehn Jahren 31,4 Prozent. Noch stärker schneidet NRW ab, betrachtet man das Produktionsvolumen nach dem Produktionsland. Hier hat das Land einen Marktanteil von gar 35%. Oder anders ausgedrückt: Jede dritte Fernseh-Sendeminute wird mittlerweile in Nordrhein-Westfalen gedreht.

  Im Segment Kinofilm, der traditionell starken Schwankungen unterworfen ist, dominieren beim Produktionsvolumen bundesweit die Länder Bayern und Berlin. NRW hat sich diesbezüglich auch im Zehnjahresvergleich stets auf Rang 3 behaupten können.

  Die Studie macht zahlreiche bundesweite Trends deutlich und liefert weitere interessante Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen:

 

  • Die Nachfragentwicklung der TV-Sender stieg im untersuchten Zeitraum um 25% an. Die Auftragsproduzenten legten von 660.000 Minuten (1999) auf den Höchststand von 820.000 Minuten (2007) zu.

  • Extrem gestiegen ist die Nachfrage nach Doku-Soaps, die bis 1999 so gut wie keine Rolle spielten. Das Auftragsvolumen ist in diesem Genre fast so stark wie das von TV-Serien. NRW ist Profiteur dieser Entwicklung, denn mehr als 40% dieses „Seifenoper-Ablegers“ werden im Schnitt von NRW-Unternehmen hergestellt.

  • Als regelrechte Hochburg gilt NRW bereits seit Jahren in der TV-Comedy-Szene. Nach der Zehn-Jahre-Analyse werden im Durchschnitt 71% dieses Genres von NRW-Produzenten abgedeckt und 70% der Comedy-Sendungen in NRW gedreht.

  • Die führenden TV-Standorte NRW (31,4%), Bayern (22,3%), Berlin (15,0%) und Hamburg (14,7%) erreichen zusammen einen Marktanteil von 83,4%.

  • Die größten Auftragskontingente vergaben die Privatsender RTL und SAT1, stark steigend ist bundesweit die Bedeutung der Dritten Programme. In Summe finanzieren die Privatsender pro Jahr jeweils 60% des Auftragsvolumens.


Als Doku-Soaps, ein zunehmend wichtiger werdendes Genre, gelten Mischproduktionen („Hybridgenre“) aus Soap-Opera - der klassischen Seifenoper - und Dokumentationen. Die Handlungen bestehen quasi aus fiktionalen und realen Teilen, eine Abgrenzung zum Reality TV oder zur Reality Show ist unklar., der Übergang von einem zum anderen Genre ist somit fließend. Doku-Soaps werden vorzugweise von den Privatsendern produziert und ausgestrahlt. Typische Beispiele dieses Genres sind die RTL-Formate „Bauer sucht Frau“, „Notruf“ oder „Mitten im Leben“.

 

Klaus M. Martinetz

 

 

Quelle:

„Zehn Jahre Film- und Fernsehproduktion in Deutschland“,

Eine Langzeitstudie über die Produktionsjahre 1999 bis 2008

Mit den aktuellen Daten zur Film- und Fernsehproduktion in NRW im Vergleich zu anderen Bundesländern 2007 und 2008.

Formatt-Institut Dortmund, Frühjahr 2010


Bezug der Studie:

Homepage des Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien

www.mbem.nrw.de

 

 

 

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