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rheinische ART 02/2017

Archiv 2017

KUNST IM ALLTAG

Formmeister


Die Fachwelt rechnet ihn zu den wichtigsten jungen Designern der Gegenwart. In der breiten Öffentlichkeit ist er überwiegend unbekannt. Der Produktgestalter Stefan Diez wird jetzt im Museum für angewandte Kunst in Köln (MAKK) in einer umfassenden Werkschau gewürdigt.

 

Stefan Diez Stühle „Leo“, e15, 2010 © Stefan Diez Office, Fotoquelle MAKK Köln 2017

 

Der Industriedesigner Stefan Diez ist in der Rückschau das, was gemeinhin mit „Senkrechtstarter“ umschrieben wird. Ein ehemaliges Nachwuchstalent, das sich vor wenigen Jahren selbständig machte und heute in der Spitzengruppe der deutschen Gestaltergilde residiert.

 

Stefan Diez Stühle © Foto Gerhardt Kellermann, Fotoquelle MAKK Köln 2017

 

Stefan Diez Regal und Porzellan © Foto Gerhardt Kellermann, Fotoquelle MAKK Köln 2017

 

Die großzügige Werkschau „Full House: Design by Stefan Diez“ im MAKK ist ein Rundumschlag durch den Design-Kosmos des gebürtig aus Freising stammenden Wahlmünchners - und der Titel der Ausstellung ist gut gewählt. Denn in wenig mehr als einem Dutzend Jahre hat Diez mit seinen Entwürfen und Produkten das gesamte Spektrum häuslichen Mobiliars abgearbeitet: phantasievoll, funktional, innovativ, technologisch – von Tisch und Stuhl bis Sofa und Liege, von Lampe bis Leuchter.
     Das Lifestyle-Magazin „Schöner Wohnen“ erkor ihn zum „Herr der Dinge“. Die Dinge des Stefan Diez sind neben den genannten Interieurs ferner Taschen, Regale und Garderoben; für den Garten oder die Terrasse auch Rankgerüste und Pflanzkübel.

 

Die Einzelschau erlaubt einen detaillierten Einblick in die Werkstatt des Designers. Sie deckt seine Entwurfshaltung auf und erklärt die entscheidenden Schlüsselmomente im Rahmen des Entwicklungsprozess von Möbeln, Leuchten, Accessoires und anderen Alltagsgegenständen. Viele von ihnen sind "ausgezeichnet". So gut wie logisch ist es da, dass die Auftraggeber des industriell orientierten Entwerfers namhafte Unternehmen der Branche sind.

     Diez hat für Hersteller wie e15, Thonet oder Wilkhahn diverse Möbel und andere Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens entworfen, die als Exponate in der Schau vertreten sind. Ferner werden die aktuellen Entwicklungen präsentiert, die sich unter anderem im Design von Leuchten wie Guise für Vibia, den Tisch-Entwurf Bandit für e15 oder die Stühle D1/D2 für Wagner manifestieren. Doch des Designers Schaffen widmet sich nicht allein dem Mobiliar und den Accessoires des Wohnens. Für Bree entwarf er Reisekoffer, für den Geschirrspezialisten Rosenthal ein Kochset und für „den designunverdächtigen Heizsystem-Hersteller Buderus“ - so die Süddeutsche Zeitung - einen Kaminofen.

     

Aus Fehlern lernen Ein eigener Abschnitt in der Ausstellung widmet sich den unveröffentlichten Projekten oder Produkt-Prototypen von Diez, die nicht in Serie gingen. Diese freimütige Darlegung von Fehlentwicklungen oder -gestaltungen ist ein bemerkenswerter wie spannender Aspekt in der Schau.

 

Stefan Diez Bank und Tischböcke „Soba“, Japan Creative, 2015 © Stefan Diez Office, Foto Jonathan Mauloubier, Fotoquelle MAKK Köln 2017

 

Ein Charakteristikum der Diez´schen Arbeits-Philosophie ist seine konsequente, oft radikale Suche nach neuen Wegen und Werkstoffen. Traditionelle Techniken wie die Verschraubung ersetzt er durch moderne Klebelösungen, aus dem multifunktionalen Bambusrohr, seit eh und je favorisierter Baurohstoff in Asien, biegt und schneidet er Sitzgruppen.

     Sein Blick geht dabei über konventionelle Ansätze im Design hinaus und findet so manche überraschende Lösung. Ein Stuhl, der wie eine Autokarosserie konstruiert ist oder LED-Leuchten, deren Glaskörper als Lichtleiter dienen, mögen hier beispielhaft genannt sein.

 

Portrait Stefan Diez © Stefan Diez Office, Foto Markus Pritzi, Fotoquelle MAKK Köln 2017

 

Stefan Diez (*1971) absolvierte eine Schreinerlehre, bevor er Industriedesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studierte. Während seines Studiums war er Assistent von Richard Sapper und später von dem einflussreichen Industriedesigner Konstantin Grcic, der in der Tradition des Bauhauses steht (mehr).

     2003 gründete Diez sein eigenes Studio in München und arbeitet seitdem für namhafte deutsche und internationale Unternehmen. Zwischen 2009 und 2014 war er Professor für Industriedesign an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und seit 2015 ist er Gastprofessor an der University of Lund in Schweden.

K2M


Die Ausstellung „FULL HOUSE: Design by Stefan Diez“ läuft bis zum 11. Juni 2017.
Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK)
An der Rechtschule
50667 Köln
Tel 0221 – 221 267 35
Öffnungszeiten
DI-SO 11-17 Uhr

 

 Das Zitat stammt aus der Süddeutschen Zeitung Nr. 17 vom 21./22. Januar 2017, S. 57 "Form, Funktion und Lebenslust"

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

  

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