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rheinische ART 06/2013

 

ARCHIV 2013

Das Förderjahr 2012/13 der Lepsien Art Foundation

 

GRANTS 12/13

 

Im Förderjahr 2012/13 wurden fünf vom Kuratorium ausgewählte Künstler von der in Düsseldorf, Luxemburg, Berlin und Abu Dhabi ansässigen Lepsien Art Foundation im Rahmen eines Jahresstipendiums gefördert. Die Künstler zeigen nun am Düsseldorfer Stammsitz der Foundation, dem Art House, in der Ausstellung GRANTS ihre Werke.

 

Blick in die Ausstellung GRANTS 12/13 in den Räumen des Art House der Lepsien Art Foundation in Düsseldorf

 

FÜR DIE Stiftung ist es bereits die sechste Präsentation im Rahmen ihres internationalen Förderprogramms „Emerging talents“ und die Schau ist zugleich Höhepunkt und Abschluss des Förderjahres. Ein Rundgang durch die Ausstellung macht schnell klar: Die Qualität des hier Gezeigten ist ungewöhnlich hoch, von Phantasie, Ernsthaftigkeit und Experimentierfreudigkeit geprägt. Der Grundgedanke des Stifters Christian Lepsien, als Mittler zwischen jungen Künstlern aus Europa und dem vorderen Orient zu dienen, spiegelt sich im als Schau konzipierten - und damit sichtbaren - Ergebnis des Förderjahres wider. Bereits die Auswahl der Stipendiaten, die aus Deutschland, Spanien, Israel und dem Irak stammen, war vielversprechend.

 

Austausch an Kreativität

 

Orly Hummel: Two Chandeliers, 2013, Polystyrol, Metall, Taschenlampe, 110 x 170 x 100 cm,
© Courtesy Lepsien Art Foundation

Vor allem die Zusammenarbeit zweier Künstler aus Israel und dem Irak darf als ungewöhnlich bezeichnet werden und es ist der Lepsien Art Foundation zu verdanken, dass ihnen eine Möglichkeit zum künstlerischen Erfahrungsaustausch in Düsseldorf geboten wurde. Betrachtet man die Werke von Orly Hummel (*1975) und Rahel Gubari, so ist man natürlich versucht, in ihren Werken Bezüge zu aktuellen politischen Umständen zu suchen. Hummels Installationen, oft fragmentarischen Charakters, negieren zwar eine direkte politische Deutungsweise, sind jedoch gemäß der Künstlerin durch das soziale und kulturelle Umfeld ihrer Heimatstadt Tel Aviv geprägt. Sie selbst nennt die ausgeprägte israelische Kultur der „Memorialkunst“ als eine Inspirationsquelle für ihre bruchstückhaften, bisweilen an Ruinen erinnernden Arrangements.
   Der irakische Maler Rahel Gubari (*1978) fand während seines Aufenthaltes in Düsseldorf von der abstrakten Malerei zurück zur figürlichen Darstellung. Für ihn ein Rückschritt? Eher eine Aufarbeitung, denn während seiner Studienzeit im Irak bestand ein Großteil der Ausbildung im Kopieren von alten Meistern. Was damals nur eine Aufgabenstellung innerhalb des Studiums war, wandte sich nun in Kunst, indem er Personen aus seinem privaten Bekanntenkreis in leuchtenden Farben darstellt, in deren Opulenz man einen Anstrich von Melancholie entdecken möchte.

 

Leinwand? „Zu weich.“

 

Adriàn Espinós: Talla en proceso de patrocinio, 2013
Ritz- und Mischtechnik auf/hinter Plexiglas, 100 x 100 cm, © Courtesy Lepsien Art Foundation

 

Ganz anders geben sich die großformatigen Arbeiten von Adriàn Espinós (*1985). Sie sind ein ästhetisches Erlebnis – auch, wenn man Ästhetik im Wortsinn begreift. Vor der extremen Schwärze der Bildhintergründe entstehen surreale Räume aus feinsten Strichen. Espinós hat eine ganz eigene Technik entwickelt, in der die Ritzung und Schichtung von Acrylglas eine Hauptrolle spielt. Leinwand sei ihm schon während des Studiums „zu weich“ gewesen, und es ist eben diese Kühle und Schärfe der Zeichnung, die seine Arbeiten auszeichnen. Auch Nadja Nafe (*1984), Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf, arbeitet mit Collagen und Schichten. Repetitive Elemente wie beispielsweise architektonische Formen spielen in ihren Werken eine große Rolle, in denen sie der Frage nachgeht, wo Figur bzw. Figuration beginnt – und wo sie endet.
   Einem ähnlichen Grenzbereich widmet sich Ninakarlin Prinz (*1975), auch wenn dieser bei ihr zeitlicher Natur ist. Ihr Skulpturen und Installationen verändern sich ständig – ein Umstand, der Galeristen bei der Katalogisierung vor Herausforderungen stellt. Der Prozess ist das entscheidende, nicht die endgültige Aussage, die Form eines Gegenstandes und nicht seine „anekdotische Aussage“. So ließe sich vielleicht sagen, dass der Kern ihrer Kunst nicht die Werke selbst sind, sondern das ihnen zugrunde liegende Gedankenkonstrukt vom Ephemeren und Wandelbaren.

Robert Woitschützke

 

Die Schau "GRANTS 2012/13" ist noch bis zum 23.6.2013 zu sehen.

Art House
Lepsien Art Foundation
Standort Düsseldorf
Mülheimerstr 25
40239 Düsseldorf


Informationen unter www.lepsien-art-foundation.com

 

Mehr zu "Interkultureller Dialog" hier

 

Der Videofilm zur Ausstellung GRANTS auf Youtube hier

 

 

 

 

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