rheinische ART
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rheinische ART 10/2017

LANGEN FOUNDATION
FORT – Limbo


Das Gebilde zieht alle Blicke auf sich – der Geruch lässt auch die Nase teilhaben und bestätigt das Gesehene: Raubtierkäfige. Die Gitter sind stark und verschlossen, kein Tier bewohnt diese zoologische Heimstatt. Der riesige Kratzbaum ist leer. Die Szenerie: absurd. Die Freiheit, das ist schnell klar, hört bei den Gitterstäben auf.

 

FORT Installationsansicht in der Langen Foundation. Foto René Arnold © courtesy the artists, Sies+Höke, Düsseldorf

 

Das Künstlerkollektiv FORT hat die Szenerie geschaffen. FORT – das sind Jenny Kropp (*1978 in Frankfurt / M.) und Alberta Niemann (*1982 in Bremen). Sie realisieren Installationen, Performances und Videos und hatten bereits Einzelausstellungen in Luxemburg, Münster, Dresden und Hannover. Ihr besonderes Merkmal: sie arbeiten ausschließlich mit Dingen aus dem Alltag.

     Die Künstlerinnen gehen mit den nur allzu gut bekannten Gegenständen ganz selbstverständlich um, deren Gebrauch sich aber mit der Präsentation in einem Ausstellungsraum ganz grundsätzlich ändert. Ziel des Duos ist es, die Besucher, ihre Rezipienten, wie sie sie nennen, über die emotionale Schiene des Erlebens zu erreichen. Mit ihrer Kunst wollen sie bekannte Bilder in den Köpfen der Betrachter evozieren, die eigene Erinnerung wecken und die Phantasie anregen.

 

FORT Installationsansicht in der Langen Foundation Foto © rheinische ART 2017


Und sie lassen staunen. Da ist zum einen die Ansammlung von Hundehütten, auf Wegen wie beispielsweise bei eBay oder anderen Auktionen von den Künstlerinnen erworben. Die Hundehütten sind alle für ihre Bestimmung – eben Hundehütte zu sein – geeignet. Doch die Menschen haben für ihre tierischen Lieblinge eher Hundehäuser „en miniature“ gebaut. Die eine ist einem Fachwerkhaus ähnlich, eine andere ist im Bauhausstil gezimmert, wieder eine andere bietet eine Dachterrasse. Doch auch eine Kette zum Anbinden ist vorhanden und da ist sie wieder, die Freiheit, die keine ist. Das Eingebunden sein im Mainstream, der ebenfalls nur Schablonen und keine Individuen kennt, findet seinen Ausdruck in einem altertümlich anmutendem Schaukasten mit in Reihe gestellten kopflosen Büsten und der Präsentation von Damenoberbekleidung. Die Vielfalt ist zwar da, allein die Selbstbestimmung, sie fehlt. Etwas weiter entfernt reckt sich eine riesige Faust gegen die Decke. Widerstand?

 

FORT Installationsansicht in der Langen Foundation. Foto René Arnold © courtesy the artists, Sies+Höke, Düsseldorf


FORT schaffen ihre Arbeiten raum- und ortsspezifisch. Für die großzügigen Räume des Architekten Tadeo Ando in der Langen Foundation wurden deshalb neue Arbeiten entwickelt, die die gefühlte Weite der Ausstellungsfläche berücksichtigen und gleichzeitig die zurückgenommene Ästhetik aufgreifen. Ihre Werke changieren zwischen skurril, melancholisch und humorvoll.

 

FORT Installationsansicht in der Langen Foundation. Foto René Arnold © courtesy the artists, Sies+Höke, Düsseldorf


Limbo Dazu bemerkt das ausstellende Haus: „Zwischen verlassenen Löwenkäfigen, geheimnisvollen Wohnungstüren und einer Gruppe verschiedener Hundehütten, die eher menschlichen als tierischen Behausungen ähneln, wird spürbar, wie das Wilde, das Unbekannte zivilisiert, zugerichtet und architektonisch eingehegt wird.“ FORT haben dieser Schau, die sich als politisch-poetischer Kommentar verstehen lässt, den Titel Limbo gegeben. Dieser mehrdeutige Begriff kann im Englischen einerseits Gefangenschaft bedeuten, steht aber gleichermaßen auch für einen Schwebezustand oder einen imaginären Ort verlorener und vernachlässigter Dinge.
ruwoi


Die Ausstellung „FORT – Limbo“ ist bis zum 08. April 2018 zu sehen.
Lange Foundation
Raketenstation Hombroich 1
41472 Neuss
Tel. 02182 / 5701-15
Öffnungszeiten
Täglich 10 – 18 Uhr

 

 


 

 

 

FRANK BAUER 

Die Gelassenheit

der Dinge

Foto: Ausschnitt Flaschen,

Öl auf Leinwand, 2017

 

17.11.2017 - 13.01.2018

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