FOTOGRAFIE
An vorderster Front
Vor zwölf Jahren wurde die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus bei ihrer journalistischen Arbeit für Associated Press (AP) in Afghanistan getötet. Die Oberhausener Ludwiggalerie erinnert an sie.
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Anja Niedringhaus Zivilisten auf der Flucht, Basra, 30. März 2003 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus. Bildquelle © Ludwiggalerie Oberhausen 2026 |
"Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt.“ Diesen vielzitierten Satz formulierte die berühmte Fotografin einmal über ihre gefährliche Tätigkeit in Krisen- und Kriegsgebieten.
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Anja Niedringhaus Heiligabend mit US-Marines im Camp Commando, Kuwait, 24. Dez. 2002 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus. Bildquelle © Ludwiggalerie Oberhausen 2026 |
Mit über 250 Aufnahmen zeichnet die Schau in der Oberhausener Ludwiggalerie das vielschichtige Werk der Fotografin nach; ergänzt durch persönliche Gegenstände wie ihren Blauhelm oder ihre Schutzweste. Es sind Fotografien von mehreren Konfliktregionen.
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Anja Niedringhaus © picture alliance / AP / Peter Dejong. Bildquelle © Ludwiggalerie Oberhausen 2026
Anja Niedringhaus Ein irakisches Mädchen verlässt die Grundschule im Zentrum von Bagdad, 12. Okt. 2004 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus. Bildquelle © Ludwiggalerie Oberhausen 2026
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Anja Niedringhaus Serena Williams, Wimbledon, 30. Juni 2012 © picture alliance / AP / Anja Niedringhaus. Bildquelle © Ludwiggalerie Oberhausen 2026 |
An vorderster Front, meist als einzige Frau, beobachtet sie vor allem die menschlichen Regungen sowohl der Soldaten als auch der Zivilbevölkerung, heißt es in der Oberhausener Ausstellung. Die unter dieser Perspektive geschaffenen Dokumentar-Fotografien gelten als zeitlos. Niedringhaus gilt mittlerweile als Vorbild einer ganzen Generation junger Fotojournalisten. Weniger bekannt, doch nicht weniger herausragend sind ihre Fotografien aus dem Bereich des Sports.
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Anja Niedringhaus Usain Bolt gewinnt bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im 200m-Lauf, Peking 2008 © picture alliance, AP, Anja Niedringhaus. Bildquelle © Ludwiggalerie Oberhausen 2026 |
Vor allem Leichtathletik und Tennis gehörten zu ihren bevorzugten Disziplinen. So dokumentierte sie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele und war fast zwanzig Jahre lang bei den Wimbledon Championships vor Ort dabei. Ein weiterer Bereich präsentiert sie als große Porträtistin.
Am 4. April 2014 fiel die 49-Jährige einem Attentat zum Opfer, als sie im Auftrag ihrer Presseagentur als Wahlberichterstatterin in Afghanistan unterwegs war. Sie hinterließ ein umfangreiches und vielschichtiges Werk, das in der Ausstellung der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen in seinen Schwerpunkten sowohl in Schwarz-Weiß als auch in intensiven Farbfotografien vorgestellt wird.
rART/bra
Der von der Journalistin und Regisseurin Sonya Winterberg erstellte Dokumentarfilm „Anja Niedringhaus – Die Fotografin und der Krieg“ hatte 2025 auf dem Filmfestival Cologne Premiere und war vor Kurzem in der ARD zu sehen (ARD Mediathek mehr ). „Die Dokumentation erzählt die Geschichte einer Bildjournalistin, deren Fotografien ein Vierteljahrhundert lang die Titelseiten prägten – und deren Tod 2014 in Afghanistan bis heute Fragen aufwirft… Der Film verknüpft Biografie, Arbeitsweise und medienhistorische Einordnung mit einer kritischen Betrachtung der politischen Hintergründe – und formuliert damit weit mehr als ein Porträt: Er ist ein Kommentar zur Verantwortung von Militär, Politik und Medien im Krieg.“ (aus: Profifoto Magazin für Fotokultur und -Technik)
Die Ausstellung Anja Niedringhaus – An vorderster Front Pulitzer-Preisträgerin, Pressefotografin, Porträtistin wird bis zum 13. September 2026 gezeigt.
Ludwiggalerie
Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen
Tel. 0208 / 4124928
Öffnungszeiten
DI – SO 11–18 Uhr
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