FÖRDERPREISE
Dokumentarische Fotografie
In Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang hat die Ludwigsburger Wüstenrot Stiftung erneut die renommierten Förderpreise für Dokumentarfotografie vergeben.
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Diese Förderpreise richten sich an junge Fotografen und Fotografinnen, die sich ausdrücklich mit den Darstellungsweisen einer wirklichkeitsorientierten Fotografie auseinandersetzen und dabei thematische Zielsetzungen und formale Aspekte in einen neuen Diskussionszusammenhang stellen und weiterentwickeln. Mit der aktuellen Vergabe, so heißt es im Museum Folkwang, werde die kontinuierliche Förderung zeitgenössischer dokumentarischer Positionen fortgeführt.
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Elias Holzknecht aus der Serie: Both Feet Firmly in the Air, 2025 © Elias Holzknecht. Bildquelle © Museum Folkwang 2026
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Seit 1994 lobt die Wüstenrot Stiftung gemeinsam mit dem Museum Folkwang alle zwei Jahre die Preisvergabe für Dokumentarfotografie aus.
In diesem Jahr, in dem der Preis zum sechzehnten Mal vergeben wird, wurde die Ausschreibung wiederum im Nominierungsverfahren durchgeführt. Hochschullehrende deutscher Universitäten und Akademien, die einen dokumentarischen Ausbildungsschwerpunkt haben, waren aufgerufen, Absolventen, deren Abschluss nach dem 1. Januar 2023 erfolgte, zu nominieren.
Mit der Bewerbung wurde jeweils eine Dokumentation der Abschlussarbeit sowie ein neues Projektvorhaben eingereicht.
Unter 108 Bewerbungen wählte die Jury vier Preisträger aus. Die Preise – jeweils mit 10.000 Euro dotiert – gehen an Elias Holzknecht, Hochschule Hannover, Victoria Jung, Fachhochschule Dortmund, Aline Papenheim, Fachhochschule Aachen / Royal Academy of Art Den Haag und Yana Wernicke, Hochschule Bielefeld.
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Victoria Jung Brasil Caderno 1, 2026, Collage von Fotodrucken und Tape in Notizbuch, 23x30cm © Victoria Jung. Bildquelle © Museum Folkwang 2026 |
Elias Holzknecht (*1993) wurde für die Arbeit Both Feed Firmly in the Air (2025) ausgezeichnet. Die Leipziger Fotografin und Jurorin Ramona Schacht betonte, Holzknechts Werk verstehe „Alpinismus als vielschichtigen Bild- und Erfahrungsraum, in dem sich persönliche Erinnerung und Vorstellungen von Männlichkeit als Risiko, Kontrolle und Eroberung einschreiben und fotografisch festigen.“ Die Absolventin liefere damit einen Impuls, genauer hinzusehen.
Victoria Jung (*1991) beschäftige sich in Brasil Cadereo 1, so Jurymitglied Ann-Christin Bertrand (Kuratorin Hochschule Luzern), „mit einer positiven, erfrischenden Bildsprache und Herangehensweise mit Themen wie Queerness, afro-brasilianischer Kultur und Feminismus sowie der Wahrnehmung von Favelas in Brasilien.“ Damit nähere sie sich intuitiv, spielerisch und poetisch-feinfühlig relevanten Themen unserer Zeit, die hier zwar in Brasilien verortet seien, „jedoch weit darüber hinaus verweisen.“
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Aline Papenheim In Being a Hunter aus: In The Forest Behind My Father's House, 2025. FineArt Print auf Hahnemühle Baryta, gerahmt (Holzrahmen) 35 x 24 cm © Aline Papenheim, Foto: Dennis Hölter. Bildquelle © Museum Folkwang 2026
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Aline Papenheims (*1997) Fotografie In Being a Hunter (aus: In the Forest Behind My Father’s House, 2025) widmet sich Prozessen sozialer und ökologischer Transformation am Beispiel der Jagdkultur im ländlichen Sauerland. „Vor dem Hintergrund eines schleichenden Waldsterbens erforscht Papenheim die Folgen mangelnder Diversität in vielfältig miteinander verwobenen Lebensräumen“, heißt es in der Begründung von Juror Bertram Kaschek, Kurator der Staatsgalerie Stuttgart
Yana Wernicke (*1990) erhält die Auszeichnung für ihr Projekt Die Schwere des Seins 2026. Mit fotografischen und filmischen Mitteln geht sie der Frage nach, wie Zucht, Fürsorge und Produktivität sich in den Körper des Tieres einschreiben. „In eindringlichen und berührenden Bildern zeichnet sie ein Bild von Pferden, Schweinen und Kühen jenseits kühler Logiken von Verwertungszusammenhängen,“ so Jurymitglied Thomas Seelig vom Museum Folkwang in der Begründung.
rART/ bra
► Kontakt: Wüstenrot Stiftung Dokumentarfotografie Förderpreise René Hartmann, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg









