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rheinische ART 11/2014

JUNGE JAPANISCHE KUNST

NIPPON NOW

 

Die Düsseldorfer Konzernzentrale des Unternehmens E.ON öffnet ihre Pforten zum vierten Mal für die Öffentlichkeit. Diesen Winter steht zeitgenössische Kunst aus Japan auf dem Programm.

 

Kitano KEN, (35 Esoteric Buddhist Monks of the Shingon Sect Studying at Kohya Mountain Speciality School) aus der Serie "Our Face", 2003, Gelantine silver rint, 178 x 142 cm, Courtesy und ©Priska Pasquer

 

Man kann mit Recht behaupten, dass die jährliche Winterausstellung in der E.ON-Zentrale mittlerweile den Status einer Tradition erreicht hat und damit fest im Düsseldorfer Terminkalender verankert ist. Thematisch lehnen sich die Ausstellungen stets an ein aktuelles Sponsoringprojekt des Unternehmens an. Durch die Förderung der Ausstellung „Monet, Gauguin, Van Gogh: Inspiration Japan“ (mehr) im Essener Folkwang Museum war somit schnell klar: E.ON widmet sich Fernost – und zwar, wie auf der Eröffnung deutlich wurde, mit großem Erfolg.

 

 

Morio Nishimura Süßer Regen - B15, 2009, Bronze, 50 x 107 x 70 cm, Courtesy und ©Beck&Eggeling

 

Asako Narahashi Murodo aus der Serie "Ever After", 2004, C-Print auf Dibond, 135 x 90 cm, Courtesy und ©Priska Pasquer

 

Nahezu 100 Arbeiten von 16 Künstlern umfasst die öffentliche Ausstellung „NIPPON NOW: Junge japanische Kunst und das Rheinland“. Was die Auswahl zusammenhält, ist der generelle Bezug zur rheinischen Region. Das Ziel besteht darin, einen Überblick darüber zu gewähren, wie junge japanische Kunst im Rheinland heute aussieht und wie sie zugänglich gemacht wird – ein Konzept, das neben den Künstlern selber auch den Galeristen eine prominente Rolle einräumt.
     Und prominent ist auch die Liste der Galerien, die sich zur Teilnahme entschlossen haben: Voss, Konrad Fischer, Beck&Eggeling, Priska Pasquer … Sie alle sind dabei und verdeutlichen, wie breit gefächert und hoch qualitativ japanische Kunst im Rheinland sein kann.

 

Bemerkenswert ist auch die Zusammenstellung der Künstler an sich, die sehr junge und entdeckenswerte Positionen (Shoji Miyamoto, Masakazu Kondo) mit Stars der jüngeren japanischen Kunstszene (Hiroyuki Masuyama, Zon Ito, Rinko Kawauchi) vereint. Die Bandbreite der ausgestellten Medien reicht von Malerei über Fotografie, von Videoarbeiten über Stickereien und Leuchtkästen, von Kupferstichen und Lithografien über Lamda-Prints.
     Und dennoch ist die Auswahl auf erstaunliche Weise in sich stimmig, was dem zugrunde liegenden Gedanken einer „verbindenden Ästhetik der Ruhe“ entspricht. Klarheit, Sachlichkeit, Kühle sind die Gedanken, die einem beim Betrachten der Ausstellung in den Sinn kommen, doch zugleich ist sie farbenfroh und hell – eine bemerkenswerter Effekt, der nicht einfach zu erzielen ist.

 

Zon Ito Double Winder, 2004, Stickerei auf Stoff, 90 x 150 cm, Courtesy und ©Konrad Fischer

 

Außergewöhnlich sind die Arbeiten des Kyotoers Zon Ito, der seit Jahren von Konrad Fischer vertreten wird. Ito gehört zu Japans bekanntesten jungen Künstlern und hat mit traumähnlichen, zerfransten Landschaften, die er auf Leinwände stickt, große Popularität erreicht. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass er mit der Stickerei ein unterbewertetes, geradezu klassischerweise der „schlichten Handarbeit“ (in Japan „Mingei“ genannt) zugerechnetes Medium zur zeitgenössischen künstlerischen Ausdrucksform erhebt.

 

Hiroyuki Masuyama J.M.W. Turner, The Burning of the Houses of Parliament, 1834, 2008, LED Lightbox, 130 x 180 x 6 cm, ©Studio La Città, Verona

 

Auf großes Interesse stoßen auch Hiroyuki Masuyamas Leuchtkästen. Aus unzähligen Fotografien setzt Masuyama ein neues Motiv zusammen, das schlussendlich einem bekannten Vorbild der Kunstgeschichte ähnelt – in der Düsseldorfer Ausstellung sind es Motive William Turners (mehr), dessen Reise von London nach Rom Masuyama in seinen Leuchtkästen nachgezeichnet hat. Masuyama hat bereits mit einer Vielzahl an Gruppen- und Einzelausstellungen internationale Beachtung gefunden.

 

Masaharu Sato Daylight, 2009, Lambda-Print auf Alu-Diabond, 120 x 80 cm, Courtesie und ©Galerie Voss


Auch der junge Konzeptkünstler Soshi Matsunobe aus Kyoto, der bereits im Rahmen des Köln-Kyoto Projektes im Rheinland tätig war, verdient eine besondere Beachtung. Für NIPPON NOW hat er seine 2013 in Köln entstandene und bei Schilling Architekten vorgestellte Serie SCHEMA weiterentwickelt und eigens für die Düsseldorfer Exposition neue Arbeiten angefertigt. Das Eigenwillige: Seine Werke sind weder signiert noch datiert – lediglich ein Echtheitszertifikat wird mitgeliefert. Matsunobes abstrakte Figurationen sind nicht dekorative Darstellungen, sondern eher beispielhafte Ausübungen eines selbsterstellten Regelwerkes, dem sich der 26-jährige Künstler hingibt. Ob als Skulptur, als Zeichnung, als Druck oder als Wandzeichnung: Die Wandelbarkeit der Serie SCHEMA verdeutlicht den innovativen konzeptuellen Ansatz Matsunobes.

 

 Teilnehmende Künstler: Zon Ito, Rinko Kawauchi, Ken Kitano, Masakazu Kondo, Soshi Matsunobe, Hiroyuki Masuyama, Shoji Miyamoto, Rui Mizuki, Asako Narahashi, Morio Nishimura, Arata Nojima, Mihoko Ogaki, Masaharu Sato, Masanori Suzuki, Keisuke Yamamoto, Masaki Yukawa


rART

 

Die Ausstellung „NIPPON NOW – Junge japanische Kunst und das Rheinland“ ist bis zum 17.12.2014 zu sehen.

E.ON SE
E.ON-Platz 1
40479 Düsseldorf

Für Besucher

ist die Ausstellung vom 4. November bis 17. Dezember 2014 montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr geöffnet. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei, eine kurze Anmeldung beim Empfang im E.ON-Gebäude am E.ON-Platz 1 genügt.
 

 Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Kuratiert wurde die Schau von Robert Maximilian Woitschützke, gemeinsam mit Dorothee von Posadowsky, Head of Arts & Culture bei E.ON. Die Arbeiten der beteiligten Künstler können über die Galeristen beziehungsweise die Künstler selbst erworben werden.

 

 

 

Originalgrafik

KÜNSTLER- 
Orly Hummel

 

 

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