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rheinische ART 02/2018

FESTIVALS
Düsseldorf und die Fotografie

 

Düsseldorfer Schule. Becher-Klasse. Neue Fotografie. Der Nimbus ist da und der Anspruch hoch, wenn die Landeshauptstadt sich entscheidet, eine Festival der Fotografie ins Leben zu rufen. Sie hat es mit der „Düsseldorf Photo“ getan.

 

Düsseldorf Photoweekend: Galerie Voss, Sandra Senn o.T. aus der Serie Zwischen zwei Meeren, 2017, © Sandra Senn

 

Zehn Tage lang, bis zum 25. Februar 2018, steht die Fotografie also im Fokus der Kunstszene in dieser Stadt. Damit hat sie sich gleichzeitig auch in ein Kreuzfeuer begeben, denn der damit verbundene Gedanke, nicht weniger als ein Meilenstein auf dem Weg hin zu einer neuen deutschen Fotografie zu sein, löst zwangsläufig Kontroversen aus.
     International anerkennend aufgestellt und als „Quelle“ der deutschen Fotografie etabliert hat die Stadt zweifelsohne das „Düsseldorf Photoweekend“. Die siebte Edition dieser Veranstaltung startete gleichzeitig mit der „Düsseldorf Photo“, endet allerdings offiziell am 18. Februar, obgleich die teilnehmenden Galerien und einige der Off-Räume ihre Programme tatsächlich länger laufen haben.

 

Düsseldorf Photo: Plakatiert im öffentlichen Raum - Max Siedentopf, Welcome To Duesseldorf © Max Siedentopf


Dass sich die Verantwortlichen beider Projekte hinter den Kulissen keinesfalls einig sind, ist hinlänglich bekannt. Wie immer geht es um Geld, Wertschätzung, Einfluss, aber auch um Zukunftssicherung. So ist in beiden Pressemitteilungen zu lesen, dass sie jeweils das größte Fotofestival in Nordrhein-Westfalen ausrichten. Ja, was denn nun? Im Zweifel gilt: Beide Schauen zusammengenommen dürften dieses Attribut zweifelsohne sicher erfüllen.

 

Düsseldorf Photo und Düsseldorf Photoweekend: Schloss Benrath, zeitgenössische Landschaftsarchitektur: Mark Pflüger, Singapur, Gardens by the bay, 2012 © Mark Pflüger

 

Sicher ist ebenso, dass die Unstimmigkeiten dem interessierten Besucher (fast) gleich sein können. Diesem werden herausragende Kollektionen geboten, die sich mit dem Thema Fotografie beschäftigen. Einblicke in die Vergangenheit, in die digitale Gegenwart werden genauso geboten wie visuelle Visionen für die Zukunft formuliert werden. Zudem: alle machen mit, ob Galerie, Museum, Kulturinstitut, Off-Raum oder privater Raum. Auch ist mit der Plakatierung junger, zeitgenössischer Arbeiten das Medium Fotografie quasi barrierefrei im öffentlichen Raum präsent. Unter dem Stichwort "Der Mainstream will Helene Fischer" heißt dieses Projekt "2 min ago". 


Eine Auswahl


Neue Orte In der Alten Kämmerei am Marktplatz in der Altstadt stellen Studierende aus dem Seminar von Mischa Kuball (Kunsthochschule für Medien Köln) aus. Die Schau der Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf findet bei Kaffee und Kuchen in einer Privatwohnung in der Ackerstraße 39 statt und das Projekt #FRESH, als Plattform für die junge Fotografie-Szene internationaler Kunsthochschulen ins Leben gerufen, zeigt die Akademie für Film und Fotografie (FAMU) aus Prag ihren Beitrag im Stilwerk nahe der Königsallee. Vorgestellt wird ebenso die lebendige Off-Szene des Worringer Platzes in Düsseldorf. Hier gibt es unter anderem eine Gruppenausstellung im WP5 – Raum Rudolph zu schauen, die sich divers mit dem Thema Neighborhood befasst.

 

Düsseldorf Photoweekend: Worringer Platz, WP5 Raum Rudolph, aus „Neighbourhood“ von Toby Binder aus der Serie UK YOUTH © Toby Binder

 

Neue Themen Den gesellschaftlichen, technologischen und künstlerischen Veränderungen und Entwicklungen wird im Programm beider Veranstaltungen Rechnung getragen. Einige Teilnehmer zeigen aktuelle fotografische Positionen zum Nahen Osten. So präsentiert zum Beispiel das Haus der Universität Arbeiten der kurdischen Syrerin Sonja Hamad, dem Deutschen Christoph Bangert und dem Syrer Hosam Katan. Sie zeigen die Realität des Krieges aus unterschiedlichen Perspektiven.

 

Düsseldorf Photoweekend: Haus der Universität. Hosan Katan Aus der Serie Yalla Habibi - Living with War in Aleppo © Hosan Katan 

 

Im K21 der Kunstsammlung NRW zeigt der Libanese Akram Zaatari in „Against Photography“ die erzeugte Emotionalität von Bildern auf. Zeiten ändern sich und damit auch die Wahrnehmung des Sujets. Fotos werden „Gehegt und geliebt, zerstört und weggeworfen…“

 

Düsseldorf Photo: NRW-Forum, On the Internet, nobody knows you’re a Performance Artist. Andy Kassier & Signe Pierce live © Andy Kassier

 

Im NRW-Forum widmet man sich mit den Arbeiten von Louise Dahl-Wolfe nach eigener Aussage der „Modefotografie für die Gleichberechtigung“ der 1980er Jahre und mit der Aktion „On the internet, nobody knows you`re a performance artists“ der Anonymität in Bildern im Netz.

 

Düsseldorf Photoweekend und Düsseldorf Photo: KAI 10/Arthena Foundation: Lynn Hershman Leeson Big Hoodie, 2016 Archivarischer Digitaldruck | archival digital print 40 x 74,91 cm Courtesy die Künstlerin | the artist & Waldburger Wouters, Brüssel | Brussels

 

Im Kai10 / Arthena Fondation wird dem jüngeren Phänomen der Meinungsbildung mittels selbstgemachter Handyfotos in den sozialen Netzwerken nachgegangen. Die Semantik der Bilder steht hier im Focus. Die Schau titelt „Affect me, social media images in art“.
Irmgard Ruhs-Woitschützke


Beide Veranstaltungen bieten ein breites Begleitprogramm mit Diskussionen, Künstlergesprächen, Fotobüchern und Filmen.

Informationen unter
www.duesseldorfphoto.de 
www.duesseldorfphotoweekend.de

 

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