rheinische ART
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rheinische ART 09/2021

ARCHITEKTUR
Landmarke Küppersmühle

 

An markanten topografischen Objekten wie Gasometern, Hochöfen oder Fördertürmen ist die Rhein-Ruhr-Region nicht arm. Jetzt wurde mit dem Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst  (MKM) in Duisburg eine weitere Kennung eingeweiht.

 

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst Duisburg, Erweiterungsbau 2021 Ansicht Innenhafen © MKM Duisburg / Herzog & de Meuron © Foto: Simon Menges

 

Rund vier Jahre dauerten die Bauarbeiten, bis nun das neue MKM von Herzog & de Meuron seine Türen öffnen konnte. Gleichzeitig wird eine Neupräsentation der Sammlung Ströher geboten. Nach dem bautechnischen Fiasko des ersten Anlauf des Hauses, eine Erweiterung der Räumlichkeiten zu schaffen, ist die Eröffnung jetzt nur zu begrüßen (mehr).

 

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst Duisburg, Erweiterungsbau 2021, Fassade, Detail, © MKM Duisburg / Herzog & de Meuron © Foto: Simon Menges

 

Auf zusätzlichen 2.500 m² Schaufläche sind 300 Werke aus den letzten 70 Jahren zu sehen. Damit ist das erweiterte, neue MKM einer der zentralen Orte deutscher und europäischer Nachkriegskunst, wie das Haus betont.

     Im Neubau liegt der Schwerpunkt vor allem auf Informel (mehr) und Abstraktion. Die Bandbreite der Künstler ist groß und reicht von Albers, Arp (mehr) und Baumeister über Hartung und Kiefer bis Nay, Sonderborg, Hann Trier (mehr) und den Fotografen Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze).

 

Die Architektur ist gelungen und beeindruckend: Außen Ziegel, innen White Cube. Damit verbindet der Neubau des MKM alte Industriekultur mit Museumsarchitektur der Gegenwart.

     Wie bereits beim Umbau der historischen Küppersmühle zum Museum (1999) haben sich die Architekten des Baseler Baubüros Herzog & de Meuron am Bestand des MKM und der Backsteinoptik (mehr) des Duisburger Innenhafens orientiert.

     Drei unterschiedlich hohe Baukörper schreiben den vorhandenen Museumsbau fort und fügen sich zu einem neuen Kopfbau, der die gesamte Gebäudezeile des Hafenbeckens harmonisch abschließt. Die Erweiterung mit ihrer großartigen roten Backsteinfassade mündet in einen Platz mit 35 neu gepflanzten Platanen – eine grüne Oase in der Hafenstadt.

 

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst Duisburg, Erweiterungsbau 2021, Installationsansicht Erwin Bechtold mit Durchblick zum Anselm Kiefer-Raum, MKM Duisburg / Herzog & de Meuron © Erwin Bechtold / Anselm Kiefer © Foto: Simon Menges

  

Es sei hier an die bemerkenswerte Baugeschichte des auffälligen Industriekomplexes aus dem 19. Jahrhundert erinnert, der seinerzeit als Mühlenbetrieb errichtet und bis zur Stilllegung 1972 als solcher betrieben wurde. Auf Grundlage des vom britischen Architekten Sir Norman Foster entwickelten Masterplans für den Duisburger Innenhafen erfolgte im Rahmen der internationalen Bauausstellung Emscher Park (1989–1999) die Umgestaltung der damaligen Industriebrache zu einem multifunktionalen Dienstleistungsareal am Wasser – mit Büro- und Wohnflächen, Gastronomie-, Kultur- und Freizeitangeboten.

 

 MKM Treppenhaus von Herzog & de Meuron Foto: Edwin Juran, Oberhausen

 

Aus dem historischen Mühlenbetrieb wurde das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, geplant vom Baseler Architekturbüro. Die Baumeister verwandelten von 1997–1999 das alte Speichergebäude mit seiner Backsteinfront in ein Haus für die Kunst, das alle Anforderungen eines modernen Museums erfüllt – bis dato mit einer Ausstellungsfläche von rund 3.600 m² auf drei Etagen, deren Architektur sich durch Klarheit und Reduktion auf das Wesentliche auszeichnet.

     Spektakulär ist der Treppenturm aus gewundenem, terracottafarbenem Beton, der im Inneren einer gigantischen Skulptur gleicht und den Blick sogartig nach oben zieht. Auch im Neubau findet sich ein solches als Pendant.
bra


MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst

Philosophenweg 55
47051 Duisburg (Innenhafen)
Tel. 0203 / 30 19 48 -11
Öffnungszeiten
MI 14 – 18 Uhr
DO – SO 11-18 Uhr
Feiertage 11 – 18 Uhr

 

Das Museum Küppersmühle wird betrieben durch die Stiftung Kunst und Kultur e.V. Bonn

 

 

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