rheinische ART
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rheinische ART 03/2021

MARL
Weiblicher Ruhm


Wer während der Pandemie im Glaskasten sitzt, kann auch Ausstellungen präsentieren. Das Skulpturenmuseum Glaskasten in Marl schöpft seine Möglichkeiten aus und lädt die Öffentlichkeit zur Schaufensterbesichtigung von „Female Fame“ ein.

 

Erika Hock Female Fame, 2021 Außenansicht Skulpturenmuseum Glaskasten Marl. Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

 

Das Skulpturenmuseum ist im Sockelgeschoss des Rathauses verortet. Das Gebäudeensemble mit Rathaus, Verwaltungstürmen, Wohnblöcken und Einkaufszentrum ist ein futuristisch anmutender Ort mit einer Architektur der Spätmoderne, die in Deutschland als einzigartig angesehen wird. Le Corbusier und Oscar Niemeyer lassen grüßen!

 

Tisa von der Schulenburg Albert Einstein, 1962/63. Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

 

Es ist eine – derzeit in der Sanierung befindliche – Architekturikone, die ein großartiges Zeugnis ablegt über den Mut der Politiker einerseits und dem futuristischen Denken der Architekten der Nachkriegsjahre andererseits, genauer: den 1960er Jahren. Ein Besuch kommt einer wunderbaren Schulung zur Schärfung des baukulturellen Bewusstseins gleich. (mehr)


Wer um den Rathauskomplex flaniert, den führt sein Weg durch einen Skulpturengarten ganz besonderer Güte und wer einen längeren Weg plant, kann um den benachbarten Weiher herumspazieren. Ein Besuch des „Glaskastens“ ist dann quasi Pflichtprogramm. Und das Schöne ist: Man kann – unter Pandemiebedingungen – hineingehen, aber auch um ihn herum und die Kunst drinnen von außen schauen.


Das hat in der Kommunikation eine ganz eigene Qualität. Die Künstlerin Erika Hock hat für die ungewöhnliche Präsentation in Corona-Zeiten in der transparenten Architektur ein geglücktes Format für ihre Ausstellung „Female Fame“ gewählt. Sie macht die Ausstellung auch von außen erlebbar, und das ist ungewöhnlich genug.

 

Rosemarie Trockel Guru, 1983 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf


Hock beschäftigt sich mit den aus der Sammlung des Hauses stammenden Skulpturen von ausschließlich Künstlerinnen, die von der Nachkriegsskulptur bis zur zeitgenössischen Kunst reichen. Den Rahmen für die Skulpturen und Filme bilden ihre eigenen Arbeiten mit Fadenvorhängen und Sockeln, die sie als „Hosting Structures“ bezeichnet. Auch wenn die Fadenvorhänge erst mal alle Blicke auf sich ziehen: die Sockel werden durchaus als eine plastische Bühne für die Kunstwerke der anderen Künstlerinnen wahrgenommen. Es zeigt sich eine Symbiose zweier Plastiken, die sich in ihren Wirkungen nicht beschränken sondern betonen.

 

Johanna Reich Weiße Räume│M, 2015 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021. Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf


Hock wirft mit ihrer Auswahl einen kritischen Blick auf die Sammlung und rückt das strukturelle Ungleichgewicht in der Präsentation männlicher und weiblicher Kunstschaffender überzeugend in den Fokus.

Irmgard Ruhs-Woitschützke


In der Ausstellung sind zu sehen:
Myriam Bat-Yosef / Man Ray, Gerlinde Beck, Dorota Buczkowska, Ingrid Dahn, Anna Debska, Brigitte & Martin Matschinsky-Denninghoff, Madeleine Dietz, Lena Henke, Erika Hock, Rebecca Horn, Melanie Manchot, Anne Pöhlmann, Johanna Reich, Germaine Richier, Tisa von der Schulenburg, Brigitte Schwacke, Rosemarie Trockel und Nico Joana Weber.

 

Die Ausstellung „Female Fame“ ist bis zum 28. März 2021 zu sehen.
Skulpturenmuseum Glaskasten Marl
Creiler Platz, Rathaus
45768 Marl
Tel. 02365 / 99 22 57
Öffnungszeiten
Zugänglich von außen 24 Stunden täglich. Im Haus nach Absprache.
 

 

 

 

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