rheinische ART
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rheinische ART 02/2019

MYTHOS UND MÄRCHEN
Der Wolf im Museum

 

Er ist ein Raubtier, nicht gut gelitten; aber ein Paradebeispiel für die Artenrettung. Während das Bienensterben vorwiegend Imker und Obstbauern nachdenklich werden lässt, sorgt der Wolf für Schlagzeilen. Nun hat er es auch in Museen geschafft.

 

Marcus de Bye (um 1639, nach 1688) Wolf in Dreiviertelansicht, (nach Paulus Potter), 1659 Radierung, 245 x 186/189 mm © Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

 

Der graue Räuber ist wieder da! Im Jahre 1904, so der Naturschutzbund Deutschland, sei der „letzte“ freilebende Wolf in Deutschland bei Hoyerswerda erschossen worden. Danach galt er landesweit als ausgerottet und stand international unter Schutz. Doch seit neuestem kann er auch wieder in unseren Breiten angetroffen werden. Im Brandenburgischen reichlich, in Niedersachsen mit steigender Tendenz und am Niederrhein in Einzelexemplaren.

 

Lovis Corinth (1858–1925) Illustration zu Goethes Reineke Fuchs, Reineke Fuchs überwältigt die im Eis festgefrorene Wölfin Gieremund, 1921 Farblithographie, 385 x 267 mm © Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

 

Jost Amman (1539–1591) Romulus und Remus und die säugende Wölfin, 1578 Holzschnitt, 132 x 104 mm © Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

 

Fritz Dinger (1827–1904) Rotkäppchen mit dem Wolf, (nach Ernst Bosch) Radierung, 794 x 590 mm (Blatt) © Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

 

Böser Wolf, guter Wolf Mit ihm zurückgekehrt sind aber auch die Mär vom bösen Wolf und die dadurch geschürte Angst vieler Menschen vor dem geschützten Beutegreifer.

     Kuscheltier oder Schädling? Gefräßig, listig und verschlagen? Begehrt, verehrt oder gefürchtet: der Ahnherr des Haushundes lässt niemanden kalt.

 

Gründe genug für manchen Museumsbetrieb, mit einer Ausstellung auf das Phänomen Wolf aufmerksam zu machen. Im Rheinland nähert sich das Kölner Museum Wallraf mit einer eigenen Ausstellung dem Thema aus kunsthistorischer Sicht.

     Die Sonderschau „Der Wolf – Zwischen Mythos und Märchen“ bietet mehr als dreißig Kunstwerke von Meistern wie Rubens, Piranesi, Corinth und dem schweizerischen Kupferstecher Amman auf und erzählt aus künstlerischer Perspektive vom komplizierten und konfliktreichen Verhältnis zwischen Mensch und Wolf.


Weltweit hat der „Canis Lupus“ seine Spuren in Mythen und Märchen vieler Völker hinterlassen: Eine Wölfin säugte Romulus und Remus, Zeus verwandelte König Lykaon zur Strafe in einen Wolf und im Neuen Testament rettet der Hirte Christus seine von Wölfen bedrohte Schafherde.

     Auch im deutschen Märchen tritt der Wolf vor allem als bösartige Figur auf. So bei den Gebrüdern Grimm, wo er sich hinterlistig das Vertrauen des arglosen Rotkäppchens erschleicht, um dann zuerst ihre Großmutter und dann sie selbst zu verschlingen.


Die Ausstellung widmet sich jedoch nicht nur diesen literarischen Quellen, sondern vor allem ihrer druckgraphischen Veranschaulichung vom 16. bis ins 19. Jahrhundert.

     Künstler wie Giovanni Benedetto Castiglione, Peter Paul Rubens, Johann Elias Ridinger, Giovanni Battista Piranesi, Gustav Doré, Lovis Corinth und Max Klinger setzten sich in ihren Werken intensiv mit dem Wolf und den sich um ihn rankenden Legenden auseinander.

     Damit schufen sie wiederum neue, nicht minder imaginäre ‚Bilder‘ von ihm und setzten diese in die Welt. Die Ausstellung folgt somit auch den Spuren in die Abgründe der menschlichen Phantasie.
rART


Die Ausstellung „Der Wolf – Zwischen Mythos und Märchen“ wird bis zum 28. April 2019 gezeigt.

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Obermarspforten 40
Am Kölner Rathaus
50667 Köln
Tel. 0221 / 221 - 211 19
Öffnungszeiten
DI – SO 10 – 18 Uhr

 

In Werningerode widmet sich das „Harzmuseum“ im Rahmen einer Wanderausstellung dem Wolf und beleuchtet dabei seine Lebensweise, sein Kommunikationsverhalten und seine Verbreitung. Die Ausstellung möchte auch darüber informieren, wie mit der Rückkehr des Wildtiers umzugehen ist.

 

Die Ausstellung „Der Wolf. Ein Wildtier kehrt zurück“ wird bis zum 10. Juni 2019 präsentiert.
Harzmuseum
Klingt 10
38855 Werningerode
Tel 03943 654 454
Öffnungszeiten
MO – SA 10 – 17 Uhr
SO geschlossen

 

 

 

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