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rheinische ART 12/2021

SURREALISMUS
Zoo der merkwürdigen Geschöpfe

 

Fabelwesen fanden schon im Mittelalter ihren Weg in Mythen und Legenden. Auch die surrealistischen Künstler des 20. Jahrhunderts hatten ihr Vergnügen daran. Eine Schau in Brühl beleuchtet dieses Genre. Geboten wird eine ungewöhnliche Menagerie.


 

Philippe Halsman Salvador Dalí mit Rhinozeros, 1956, Fotografie, Privatsammlung, © Courtesy Heinz Joachim Kummer-Stiftung, Foto: Jürgen Vogel für das Max Ernst Museum Brühl des LVR

 

Das Bestiarium, das die Bildwelten des Surrealismus beherrscht, habe bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren, kommentiert das Max Ernst Museum in Brühl seine Ausstellung „Surreale Tierwesen“.

 

Léonor Fini Sphinx, um 1950, Öl auf Leinwand, Staatliche Museen von Rom – Museo Mario Praz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Maximiliano Massaroni

 

Und dies, obwohl sich zahlreiche Künstler entsprechende Privatphantome, teilweise als Alter Ego, erschaffen hätten: sei es der Vogel bei Max Ernst, der Hund bei Dorothea Tanning (mehr) oder die Sphinx bei Léonor Fini.

     Die teils gewagten, bizarren oder alptraumhaften Kombinationen aus Tier und Mensch bevölkern neben Mischwesen wie dem Minotaurus bei Pablo Picasso (mehr) oder der Meerjungfrau bei René Magritte die ausufernde Fauna der surrealen Fantasie.

     Die in Brühl zu sehenden Werke, darunter Gemälde, Skulpturen, Arbeiten auf Papier, illustrierte Bücher und Zeitschriften sowie Filme, werden zusammen mit literarischen Texten präsentiert.

 

Leonora Carrington Pastoral, 1950, Öl auf Leinwand, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Mary-Anne Martin Fine Art, New York

 

Jane Graverol Le cortège d'Orphée (Die Prozession des Orpheus), 1948, Öl auf Leinwand, Collection of the Wallonia-Brussels Federation, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Luc Schrobiltgen

 

Friedrich Schröder-Sonnenstern Der Zauberfrosch hat Lichtblick, 1955, Farbstifte auf Karton, Sammlung Kraft, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Eberhard Hahne, Köln

 

Der Surrealismus bildete sich bekanntlich nach dem Ersten Weltkrieg Mitte der 1920er Jahre in Paris heraus und veränderte die Inhalte und Formen künstlerischer und literarischer Verfahrensweisen grundlegend. Auf radikal neue Weise sollte Kunst Ausdruck einer antibürgerlichen Lebenshaltung sein und die Gesellschaft umgestalten.
     Unter besonderer Einbeziehung des Unbewussten und des Traums entwickelten die Surrealisten eigenständige Ausdrucksformen wie zum Beispiel das Automatische Zeichnen oder Schreiben.

 

Die Ausstellung „Surreale Tierwesen“ versammelt Werke unter anderen von André Breton (mehr) , Luis Buñuel, Leonora Carrington, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Max Ernst, Meret Oppenheim, Man Ray und Pablo Picasso sowie weniger bekannte beziehungsweise neu zu entdeckende Arbeiten von Jean Benoît, Greta Knutson, Edith Rimmington oder des deutschen Malers und Outsider-Art-Vertreters Friedrich Schröder-Sonnenstern (mehr), dessen oft erotische Kreaturen eine Kategorie für sich sind.

 

Das Max Ernst Museum präsentiert einen hochinteressanten Schau-Bogen von den Anfängen der surrealistischen Bewegung in der Literatur und bildenden Kunst der frühen 1920er Jahre bis zur Jahrtausendwende. Beiträge aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Mexiko, Schweden, Tschechien oder den USA verdeutlichen die globale Ausweitung und Vernetzung der Bewegung.

     Der "Brühler Zoo" der surrealen Tierwesen und der erdachten Geschöpfe umfasst rund 140 Werke von 74 internationalen Künstlern.
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In der Schausammlung des Museums sind zudem zahlreiche Tierdarstellungen von Max Ernst zu sehen: Anspielungsreich und humorvoll bevölkern Affen, Fische, Löwen, Tauben oder ein „Hundspavian“ die fantasievolle Bildwelt des Künstlers.

 

Die Ausstellung „Surreale Tierwesen“ ist bis zum 6. Februar 2022 geöffnet.
Max Ernst Museum
des LVR in Brühl

Comesstraße 42 / Max-Ernst-Allee 1
50321 Brühl
Tel. 02232 / 5793-0
Öffnungszeiten
DI – SO 11 – 18 Uhr

 

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