rheinische ART
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rheinische ART 06/2019

PER KIRKEBY
Bau und Bild

 

Der Dialog zwischen Natur und Abstraktion, Landschaft und Architektur ist in Per Kirkebys (1938-2018) Arbeit allgegenwärtig. Der dänische Avantgardist ging zeitlebens einen selbständigen wie ungewöhnlichen künstlerischen Weg.

 

Per Kirkeby O.T. , Öl auf Leinwand, 1998, Foto © Ivo Faber, VG Bild-Kunst 2019

 

Im Rheinland schuf Kirkeby mehrere Gebäude als Architekturskulpturen, darunter die berühmten „Drei Kapellen“. Sie befinden sich auf dem nach ihm benannten Feld – dem Kirkeby-Feld - im Kulturraum der Stiftung Insel Hombroich unweit der Raketenstation in Neuss.
     Die aus Ziegelstein gebauten Objekte sind jetzt auch der Ort, wo eine Auswahl seiner bildnerischen Arbeiten gezeigt wird. „Bau und Bild“ titelt die Ausstellung und thematisiert damit den Zusammenhang zwischen Architektur und Natur bei den Arbeiten des Künstlers.


Landschaften und die Geologie mit Sedimentierungen und Schichten sind zentrale Sujets in Kirkebys Werken. Diese Fokussierung hat ihre Wurzeln in seinen naturwissenschaftlichen Studien, denn Kirkeby war promovierter Geologe und hatte an Expeditionen in die Arktis und nach Grönland teilgenommen.

 

Per Kirkeby Geologische Nachrichten, 1994, Öl auf Leinwand, 200 x 245 cm, Foto © Estate of Per Kirkeby, Courtesy Galerie Michael Werner


Seine Gemälde erinnern also nicht von ungefähr in ihren farblichen Strukturen und ihrer abstrakten Motivwahl an geologisch-wissenschaftliche Erdschnitte oder Aufschlüsse, in deren Schichten der Betrachter schon mal einen Blick in die Vergangenheit zu erkennen glaubt. So sendet der Naturwissenschaftler Kirkeby mittels seiner Gemälde „Geologische Nachrichten“ (1994) in die Welt oder erzählt mit „Winter III“ (1985) von der kalten Jahreszeit. Seine Suche nach einem neo-expressionistischen Malstil ist dabei unverkennbar.

 

Das Kirkeby-Feld aus der Vogelperspektive. Es umfasst die Drei Kapellen (2003), die Sammlung Kahmen (2006) und das Feld-Haus (Museum für populäre Druckgrafik 2009). © Entwurf Per Kirkeby, Foto Stiftung Insel Hombroich


Laut Informationen der Stiftung stellen die „Drei Kapellen“ einen ganz besonderen Bezug zum Atelier Kirkebys auf der Insel Læsø her. Die klaren Raumstrukturen nehmen seine farbwuchtigen, oft großformatigen, Gemälde ganz selbstverständlich auf. Derselbe Geist hat sie geschaffen, das ist spürbar. Die Innenräume, Licht (Tageslicht!) und entsprechende Schatten korrespondieren mit der Blockstruktur der Architektur: Skulptur und Malerei sind hier aufs ungewöhnlichste an einem Ort vereint.

 

Per Kirkeby war Mitglied der radikalen Experimentellen Kunstschule („Eksperimenterende Kunstskole“) in Kopenhagen. Minimalistische, konzeptuelle und Pop-Art-beeinflusste Arbeiten bestimmten seine frühen Jahre. Er nahm unter anderem an Happenings und Fluxus-Veranstaltungen mit Nam June Paik, Joseph Beuys und Jörg Immendorff teil.

ruwoi


Die Ausstellung „Per Kirkeby. Bau und Bild“ ist bis zum 6. Oktober 2019 zu sehen.
Kulturraum Hombroich
Drei Kapellen, Kirkeby-Feld
Berger Weg
41472 Neuss
Tel. 02182 / 8874000
Öffnungszeiten
FR – SO 12 – 17 Uhr

 

 

 

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