FOTOGRAFIE
Kompositionen in Schwarz-Weiss
Die Besucherzahlen sind genauso gigantisch wie die manchmal wuchtigen, wirkmächtigen Fotografien. Eine Wanderausstellung mit Fotokunst von Sebastião Salgado (1944-2025) macht Station in Köln.
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Sebastião Salgado Marauiá-Gebirgszug Indigenes Schutzgebiet der Yanomami. Gemeinde São Gabriel da Cachoeira © Sebastião Salgado. Bildquelle © RJM Köln 2026 |
Der gefeierte Starfotograf zieht das Publikum regelrecht an. Rund 1,8 Millionen Besucher hat die Salgado-Ausstellung AMAZÔNIA während ihrer Tour bislang in die Schauräume gelockt.
Die Exposition, die derzeit im Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) zu Köln gastiert, konzentriert sich ganz auf nur einen Naturraum, das Amazonasgebiet. Sie zeigt überaus eindrucksvoll und nicht selten gar atemberaubend das fragile Gleichgewicht zwischen Menschen, nämlich den indigenen Völkern entlang des Stroms, und der Natur.
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Sebastião Salgado Kampa do Rio Amônea Indigenous Territory, state of Acre, Brazil, 2016 © Sebastião Salgado. Bildquelle © RJM Köln 2026 |
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Sebastião Salgado Yara Ashaninka, terra indígena Kampa do Rio Amônea, estado do Acre, Brasil, 2016 © Sebastião Salgado. Bildquelle © RJM Köln 2026
Sebastião Salgado Mount Roraima. State of Roraima, Brazil, 2018 © Sebastião Salgado. Bildquelle © RJM Köln 2026
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Die großformatigen Bilder sind nicht allein Zeugnisse von (Natur-)Schönheit, sie sind auch ein Aufruf, sich verstärkt dem Klimaschutz zuzuwenden.
Sebastião Salgado war ein brillanter Fotograf, gleichwohl mit seinen Bildkompositionen, die selten reine Schnappschüsse waren, auch ein Fotokünstler und ein -journalist.
Im Jahr 2021 ehrte man ihn mit dem renommierten Praemium imperiale. Jener legendäre japanische „Weltkulturpreis“, der alljährlich zum „Gedenken an Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Takamatsu“ seit über drei Dezennien vergeben wird.
In der Ausstellung AMAZÔNIA, die über 200 Exponate umfasst, sind überwiegend Schwarz-Weiss-Fotos zu sehen.
Phantastische Landschaften und eindringliche Portraits von Bewohnern im Regenwald des Amazonas sind das Ergebnis einer abenteuerlichen Reise Salgados – über sieben Jahre lang – durch die Amazonas-Region und ihr verletzliches Ökosystem.
Und sie sind Dokumente einer Welt, die dem Untergang entgegen sieht, wenn nicht der Schutz drastisch eingefordert wird.
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Renato Amoroso Sebastião Salgado Foto © Renato Amoroso. Bildquelle © RJM Köln 2026
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So gesehen ist der Fotograf Salgado nicht nur ein Mahner, sondern auch der Dokumentar und Archivar einer Welt auf Abruf.
Schon zu Lebzeiten erklärte er: „Das Ziel dieser Ausstellung ist es, das Bewusstsein aller für die Notwenigkeit zum Schutz des Amazonas-Ökosystems und der dortigen indigenen Einwohner zu schärfen.“ Salgado ließ keinen Zweifel: Die Zeit dränge!
Der französisch-brasilianische Fotojournalist, 1944 in Brasilien geboren und letztjährlich mit 81 Jahren verstorben, ist seit Langem für seine Liebe zur Natur und seine Empathie für die sozio-ökonomischen Bedingungen indigener Völkerschaften bekannt und berühmt.
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Ausstellungsansicht Rautenstrauch-Joest-Museum, AMAZÔNIA - Photographs by Sebastião Salgado. Foto: Andreas Endermann. Bildquelle © RJM Köln 2026 |
Seine fotojournalistischen Arbeiten und Projekte sorgten in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen, wie etwa Genesis, für Aufsehen, was sich immer wieder in hochrangigen Auszeichnungen niederschlug. Weitblick etwa ließ auch die Kölner Stiftung Michael Horbach erkennen. Sie vergab schon 2007 ihren Fotopreis an den Fotokünstler und Umweltaktivisten.
rART/cpw
► Die eindrucksvolle Fotoschau wird durch eine Klanginstallation von Jean-Michel Jarre ergänzt. Dies verschafft den Besuchern ein immersives Erlebnis aus Bild, Licht und Ton.
► Mit seiner Lebenspartnerin Lélia Wanick Salgado, Kuratorin der Wanderausstellung, hatte der Fotokünstler die Umweltorganisation „Instituto Terra“ ins Leben gerufen. Sie betreibt im atlantischen Regenwald im Osten Brasiliens ein quasi beispielloses Aufforstungsprojekt: Das langfristige Ziel der Organisation ist neben Bildung und Naturschutz die Verbesserung der Lebensbedingungen, mit kühlerer Luft und feuchterem Boden. Von der UNESCO Brasilien, dem WWF des Landes und mehreren globalen Institutionen wurde Sebastia Salgado dafür ausgezeichnet.
Die Ausstellung AMAZÔNIA - Fotografien von Sebastião Salgado kann noch bis zum 15. März 2026 besucht werden.
Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt
Cäcilienstrasse 29-33
50667 Köln
Tel 0221 / 221-31356
Öffnungszeiten
DI - SO 10 - 18 Uhr
DO 10 - 20 Uhr
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