rheinische ART
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rheinische ART 09/2026

ARCHITEKTUR
Richter in Katar


Am Persischen Golf entsteht ein weiterer Kultur-Leuchtturm. In Doha, der Hauptstadt des Emirates Katar, gestaltet Gerhard Richter einen Ausstellungspavillon.

 

Innenraum des Gerhard Richter Pavillons in Doha (Animation). Bildquelle © Selldorf Architects 2026

 

Der in Köln wohnhafte 94-jährige Gerhard Richter gilt als einer der weltweit bestbezahlten Künstler, seine Werke erzielen Rekordpreise (mehr). Das Bauwerk in Doha soll im November eröffnet werden und befindet sich in äußerst prominenter Lage. Denn es ist Teil des berühmten Museum für Islamische Kunst (MIA) an der Doha Corniche, der attraktiven Strandpromenade der Stadt, und wird im MIA-Park platziert.


Es handelt sich um ein sechseckiges, fensterloses Gebäude. Die Außenseiten sind mit sich wiederholenden Mustern bekleidet, die auf bedruckten Paneelen angeordnet sind. Der Pavillon ist als ein begehbares Kunstwerk zu verstehen, an der Grenze zwischen Architektur, Installation und Ausstellungsraum.

     Über Spiegel sollen im Inneren die großformatigen Bilder oder Muster an den Wänden für Besucher in immer neuen Perspektiven erscheinen. Diese Muster stehen in Beziehung zu Richters Künstlerbuch Patterns aus dem Jahr 2011, das den kreativen Prozess hinter seiner bekannten Serie von Strip-Gemälden dokumentiert. 

 

 Modell des geplanten Gerhard Richter Pavillons in Doha. Bildquelle © Selldorf Architects 2026

 

Mit Variationen seiner „Strip“-Bilder verwandelt Richter den Pavillon in ein Haus der Malerei – und zwar sowohl innen als auch außen. Gemeinsam übertragen die Wände diese digital gewonnenen Kompositionen in ein neues architektonisches Format und erweitern Richters einzigartig analytischen und experimentellen Ansatz zur Malerei – und zur Wahrnehmung – in die dritte Dimension, heißt es in einer Erklärung.

     Der Gebäudeentwurf ist eine Kooperation von Richter und der ebenfalls aus Köln stammenden Architektin Annabelle Selldorf. Die in New York lebende Baumeisterin zählt in Sachen Museums- und Galeriebauten zu den meistgefragten Architekten. Selldorf hatte unter anderem in dem Kulturkomplex LUMA Arles (mehr) historische Gebäude architektonisch in neue Funktionen überführt.

 

Das Museum für Islamische Kunst (MIA) gilt als Kronjuwel unter den Museen von Katar. Es wurde vom chinesisch-amerikanischen Architekten und Pritzker-Preisträger I. M. Pei entworfen und im November 2008 eröffnet. Pei ist für die Glaspyramide am Louvre Paris berühmt. In den weitläufigen Grünanlagen des MIA-Parks wird der Richter-Pavillon gebaut. Bildquelle © visit qatar 2026

 

Ähnlich wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), man denke nur an den Louvre Abu Dhabi (mehr), treibt auch der reiche Kleinstaat Katar die Szene für moderne und zeitgenössische Kunst voran. Neben dem Nationalmuseum sind mindestens sechs weitere Schauhäuser in der Hauptstadt Doha sehenswert. Sie sind mit Werken des inzwischen verstorbenen US-Bildhauer Richard Serra wie auch Damien Hirst und Jeff Koons bestückt. Auch die renommierte Kunstmesse Art Basel fand im Februar erstmals in Doha statt.

     Mit dem Richter-Projekt setzt Katar eine Baureihe fort, die 2008 mit dem von I.M. Pei geplanten Museum of Islamic Art (MIA) begonnen hatte. Seitdem haben dort berühmte Architekten gewirkt. Darunter Jean Nouvel (mehr) mit dem Nationalmuseum neben dem alten Herrscherpalast und das Architekturbüro Rem Koolhaas 2017 mit der Qatar National Library.
rART/cpw

 

Museum of Islamic Art (MIA)
MIA Park, The Corniche
Doha/ Katar
Phone +974 4422 4444
Öffnungszeiten
SO, MO, DI, SA 9 – 19 Uhr
DO 9 – 21 Uhr
FR 13.30 – 19 Uhr
MI geschlossen

 


 

 

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