rheinische ART
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rheinische ART 12/2010

 

 

Archiv 2010: aus "Kunstförderung"

Intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst

 

 

Kennzeichen Freude: Die ausgezeichneten Preisträger

10 Jahre: Jugend

 

interpretiert Kunst

 

Es war eine eigentümliche Schar, die sich da in der Küppersmühle drängte. Und dass sie zum Leben dieses Museums gehört, ist eine bemerkenswerte Sache. Die vielen jungen Leute, Schüler von Schulen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands, drückten mit ihrer Ausgelassenheit den Eröffnungsfeierlichkeiten der Ausstellung „Jugend interpretiert Kunst“ ihren ganz eigenen Stempel auf.


SIE ALLE waren nicht zum ersten Mal hier sondern hatten sich bereits in Vorbereitung ihres eigenen Beitrags zu dieser Ausstellung einen ganzen Tag lang an diesem Ort aufgehalten und sich mit der modernen Kunst des Hauses auseinandergesetzt. In freudiger Erwartung ersehnten sie ungeduldig das Urteil der Jury zum mit dieser Ausstellung einhergehenden Jugend-Kunst-Preis der Deutsche Bank Stiftung. Der überbordenden Atmosphäre konnte sich keiner entziehen. Auch die Redner nicht, die man launig und selten so gut reden hörte. Es sprachen: der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bank Stiftung, Tessen von Heydebreck, der Staatssekretär für Kultur Klaus Schäfer, der Kulturdezernent der Stadt Duisburg, Karl Janssen, der MKM-Direktor Walter Smerling und der Jurysprecher Coordt von Mannstein. Sie alle kürten die Gewinner.

 

Die Jury

 

Der diesjährigen Jury gehören die Künstler Abraham David Christian und Markus Lüpertz, der Agentur-Chef Coordt von Mannstein, der MKM-Direktor Walter Smerling und die Sammlerin Sylvia Ströher an. Die Entscheidung über die Vergabe des Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preises 2010 hat die Jury wie folgt getroffen:

 

 

Teilansicht beim "Durchblick". Die zwei Ebenen des Werkes Pangaea sind überraschend. Ausgezeichnet mit dem 1. Preis

 

Der 1. Preis ging an das Studienkolleg St. Johann Blönried aus Aulendorf für die Arbeit „Pangaea“.

Auszug aus der Laudatio: Überzeugt hat die Jury, dass der Siegerbeitrag, inspiriert durch die Ausstellung „Walter Stöhrer – Kraftfelder“, phantasievoll und spannend auf die Entwicklung städtischen Lebens und seiner Strukturen eingeht. Die Gedanken um die Themenkreise „Wirtschaft und Stadtentwicklung“ fließen in einen Pool von provozierender, bildnerischer Gestaltung und machen deutlich, dass auch in Beton gegossene Orte verletzbar sind. Die Arbeit überzeugte die Jury zudem durch ihre Komposition, die aus zwei Bildebenen besteht – einem Vorder- und einem Hintergrund. Spielerisch und verblüffend wird diese mehrschichtige Arbeit zu einem visuellen Geheimnis und ermöglicht somit Ansichten und Einblicke.

 

Der 2. Preis für das Werk "KunstKücheKöln"

Den 2. Preis erhielt die Max-Ernst-Gesamtschule aus Köln für die Arbeit „KunstKücheKöln“.


Auszug aus der Laudatio: Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass die SchülerInnen, inspiriert durch die Kunstwerke im Museum Küppersmühle, die Vielfalt ihrer Beziehungen in dieser Welt gestaltet haben. Ihr Lebensraum, der geprägt ist durch das Miteinander von Kulturen, war ihnen dabei genauso wichtig wie einen Ausdruck für die erlebten Inspirationen in den Räumen des MKM zu finden. Des Weiteren überzeugte die den Holzskulpturen innewohnende Kraft, die deshalb so interessant ist, weil das Holz nicht grundlegend verändert, sondern vielmehr durch minimale Eingriffe der jeweils darzustellenden Situation angepasst wurde.

 

Der 3. Preis für die Arbeit "Brotkorb des Ruhrgebiets"

Der 3. Preis ging an das Gymnasium Oberursel für die Arbeit „Brotkorb des Ruhrgebietes“.


Auszug aus der Laudatio: Entscheidend für die Jury war, dass der Wandel des Gebäudes „Küppersmühle“ als ehemaliges Getreidesilo vom Produktionsort zum Museumsort den Ausschlag gab für die SchülerInnen und somit zur Inspirationsquelle ihrer Arbeit wurde. Der „Weg des Brotes“, also der Entstehungsprozess des Lebensmittels und im übertragenen Sinne der Entstehungsprozess der Kunst wurden in dieser Arbeit ebenso ironisch wie phantasievoll gestaltet. Überzeugt hat weiterhin das bewusste Umgehen mit Materialien und die grafische Klarheit des Beitrags. Die Installation zeichnet sich durch hintergründigen Humor und gleichzeitige Ernsthaftigkeit aus. Außerdem gestalteten die Schülerinnen und Schüler die Themen Nachhaltigkeit und Ökologie. Aspekte, die unser aller Leben berühren.

 

Die Jury war begeistert vom hohen Niveau aller eingereichten Wettbewerbsbeiträge und dem Gesamterscheinungsbild der Schülerarbeiten als Ausstellung, dass sie entschied, eine weitere Schulklasse mit dem sogenannten „Jurypreis“ zu prämieren.

Diesen Sonderpreis hat die Jury an die Realschule Broich aus Mülheim an der Ruhr vergeben.


 

Der Jurysonderpreis für "Jugend explodiert Kunst - Die Macht der Worte"

Auszug aus der Laudatio: Die Arbeit „Jugend explodiert Kunst – Die Macht der Worte“ der Mülheimer Realschüler zeichnet sich durch eine eigentlich nicht gewollte Harmonie aus. Durch diese Harmonie erfährt das wilde Zusammengefüge von Kleidungsresten und Papier und die Anspielung auf das Werk von Anselm Kiefer eine eigenwillige, ungezogene Interpretation ... Die Schüler und Schülerinnen nahmen den Besuch im MKM zum Anlass, sich mit ihrer eigenen Situation im Leben auseinanderzusetzen. Überzeugt hat die Jury, dass das bereits entstandene Werk so zum Gegenstand einer Handlung des Zusammenlebens wurde und Stoffliches als Material im Vordergrund steht.
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Januar 2011 zu sehen.
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Innenhafen Duisburg
Philosophenweg 55
47051 Duisburg
Tel. 0203 / 301948 - 11

 

Öffnungszeiten
MI 14-18 Uhr
DO / FR / SA / SO 11-18 Uhr
Feiertags 11-18 Uhr

 

Fotos: rArt (2), Copyright: MKM (4)/ Fotos: Georg Lukas, Essen

 

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