rheinische ART
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rheinische ART 05/2010

aus "Kunst erleben in der Ausstellung"

„Die Landschaften“ der deutschen Impressionisten

 

Sehen neu gelernt

 

Es ist eine augenblicksgebundene Welt, die uns die Impressionisten darbieten. Mit ihren Bilder entrüsteten sie das bildungsbürgerliche Publikum des akademischen Pariser Salons, weil sie sich in ihrer Kunst das naheliegendste Konzept aller darstellenden Kunst zu eigen gemacht hatten, nämlich die Darstellung der Welt, so wie sie sich dem menschlichen Auge präsentiert.

 

Max Liebermann, Am Strand von Noordwijk, 1908, Öl auf Leinwand, 65,5 x 79,5 cm, Wuppertal, Von der Heydt-Museum
Max Liebermann, Blumenstauden am Gärtnerhäuschen nach Norden, 1922,
Öl auf Leinwand, 56 x 75 cm, Privatsammlung

DA SICH jeglicher Eindruck dem Auge durch das Licht erschließt, ist dieses auch der Fixstern impressionistischer Kunst. Wiedergabe statt nur Interpretation von bereits Bekanntem lautete das neue Credo, mit dem eine präzise, beinahe wissenschaftliche Erfassung der Wirklichkeit angestrebt wurde – eine Wiedergabe freilich, die stets auch das Naturell des Künstlers, seine persönliche Stimmung durchschimmern lässt.

  Manche Sujets wirken wie ein Hauch. Die Welle, so ahnt man, schwappt gleich weiter, der Wüstensand wird gleich verwehen und die Blätter der Bäume werden sich durch den Wind in eine andere Richtung neigen. Und zu allem gehört das Licht. Licht in all seinen Facetten, von der dunstigen Morgenstimmung über eine gleißend helle mittägliche Sonne bis zum warmen Abendrot oder einer nächtlichen Stimmung mit schemenhaften Andeutungen von Dagewesenem.

  Als namhaftester Vertreter dieser Kunstrichtung darf sicherlich Claude Monet genannt werden. In Frankreich entwickelte sich der Impressionismus gut zwei Jahrzehnte früher als in Deutschland, wo er um 1890 erste Interpreten und Anhänger fand und erheblich kontroverse Reaktionen hervorrief. Anfangs als Schmiererei gescholten, sollte der Impressionismus zu einer der einflussreichsten Kunstrichtungen der Kunstgeschichte werden. Die Kunstproduktion, die vorher im Atelier stattfand und sich nach Konventionen, Schablonen und althergebrachter Ikonographie richtete, wurde mehr nach draußen verlegt, in die freie Natur. Der Malprozess wurde beschleunigt, Vorskizzen verloren ihren Sinn und bisweilen malte man auch an mehreren Bildern gleichzeitig. Dass die Landschaft, in der sich die Farbspiele der Natur am reichsten offenbaren, zum bevorzugten Motiv impressionistischer Malerei wurde, scheint da nur kohärent. Tatsächlich sind es, wie sich in der Kölner Ausstellung studieren lässt, die realen Lebensumfelder der einzelnen Künstler, die hier auf Papier oder Leinwand gebannt wurden.

Lovis Corinth, Kaisertag in Hamburg, 1911,
Öl auf Leinwand, 70,5 x 90 cm, Köln, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Max Slevogt, Libysche Wüste, 1914,
Öl auf Leinwand, 73,5 x 95 cm, Mainz, Landesmuseum

 

- Liebermann, Corinth und Slevogt -

 

Das Wallraf-Richartz Museum stellt in einer Sonderausstellung die drei namhaften deutschen Impressionisten Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt mit ihren Landschaftsbildern vor. Das Museum selbst besitzt eine der bedeutendsten Impressionisten-Sammlungen und ergänzte diese für die thematische Ausrichtung der Schau um ausgesuchte Werke aus der Berliner Nationalgalerie, dem Frankfurter Städel oder dem Wiener Belvedere.

  Die drei Maler können als die Protagonisten dieser Kunstform, die vor und nach 1900 die deutsche Kunstwelt revolutionierte, bezeichnet werden. In vielen Veröffentlichungen werden sie auch als das „Dreigestirn des Deutschen Impressionismus“ bezeichnet.

  Liebermann, Corinth und Slevogt: Ihre Bilder zeigen, wie die Maler, frei von Aufträgen und Zwängen aller Art, in der Landschaftsmalerei ihre Kreativität am besten entfalten konnten. Die Werke gehören zu den Höhepunkten ihres Schaffens. Die Künstler malten ihre Landschaftsbilder in der Freizeit, auf Reisen oder im Feriendomizil. Max Slevogt fand seine Motive in der Pfalz, auf Capri oder in Ägypten. Lovis Corinth griff in der Tiroler Sommerfrische zum Pinsel und später am Walchensee. Max Liebermann malte zunächst in Holland und später im eigenen Garten am Wannsee.

Irmgard Ruhs-Woitschützke


Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Museum of Fine Arts, Houston, konzipiert. Dahin wird die Ausstellung nach der Präsentation in Köln auch reisen und dort bis Dezember 2010 zu sehen sein.

 

 

Die Ausstellung wird bis zum 1. August 2010 präsentiert.

 

 

 

WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM & FONDATION CORBOUD
Obenmarspforten (am Kölner Rathaus)
50667 Köln
Tel.: 0221 / 221 - 211 19

 

 

 

 

 

Öffnungszeiten:

 

DI, MI, FR 10 - 18 Uhr
DO 10 - 22 Uhr
SA, SO 11 - 18 Uhr

 

 

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