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rheinische ART 11/2010

 Archiv 2010: aus "Über die Grenze geschaut"

Der Poet des Surrealismus

 

 

 

An den Bauzäunen steht es geschrieben: hier entsteht das neue Jean Cocteau-Museum

 

 

 

 Jean Cocteau

 en vogue

 

 

 

 

 

 

Erst Ende Juni wurde das Landhaus des vielseitigen Künstlers im südlich von Paris liegenden Dorf Milly-la-Forêt als Museum eingeweiht. In einigen Monaten eröffnet in der südfranzösische Küstenstadt Menton ein weiteres Cocteau-Museum. Eine Hommage an einen Dichter, Schriftsteller, Maler und Schauspieler, der als eine Schlüsselfigur seines Jahrhunderts gesehen wird.

 

Das kleine Fort der südfranzösischen Stadt Menton, ursprünglich Atelier des Künstlers, beherbergt seit Jahren das Cocteau-Museum.

JEAN COCTEAU (1889 – 1963) gehörte zu den Wegbereitern und frühen Vertretern des Surrealismus - ein Mann der Gegensätze, „enfant terrible“, sowohl skandalumwittert als auch erfolgsgekrönt. Als junger Mann nannte man ihn „Götterjüngling“. Er war mit Marcel Proust befreundet, malte mit Pablo Picasso gemeinsam, zählte Yul Brynner, Charlie Chaplin und Edith Piaf zu seinem Freundeskreis und als über 70jähiger auch die französische Rocklegende Johnny Hallyday.

   Er selbst sah sich jedoch eher als Dichter denn als Maler, Choreograph, Schauspieler, Filmemacher oder Bühnenbildner. Die führenden Künstler seiner Zeit porträtierten ihn, darunter Picasso, Modigliani, Buffet, Man Ray und Warhol. Sein 1958 geschaffenes gigantisches und einzigartiges Fresken-Kunstwerk im Rathaus von Menton, der Hochzeitssaal, ist legendär. 

   Cocteau liebte den Süden und wohnte lange Jahre an der Côte d´Azur. In den 1950er Jahren hielt er sich regelmäßig in der seinerzeit eher noch verschlafenen Zitronen- und Blumenstadt Menton auf und schuf hier drei seiner berühmten Werke. Neben dem Hochzeitssaal verzierte Cocteau auch das Büro des damaligen Bürgermeisters mit einer Wandmalerei, die Orpheus vor der Altstadt von Menton darstellt.

   Ein kleines Fort aus dem 17. Jahrhundert, an der Uferpromenade von Menton gelegen, wurde sein erster beständiger Ausstellungsort. Cocteau restaurierte das Gebäude, gestaltete Fassaden und Böden mit Mosaiken, präsentierte Teppicharbeiten und Zeichnungen. Es wurde drei Jahre nach seinem Tod eröffnet. Als „Museum Jean Cocteau in der Bastion“ hat es bis heute unzählige Kunstliebhaber und Bewunderer angezogen.

 

Der Mäzen Severin Wunderman (oben) und die Animationen (Bild unten) seiner wunderbaren Idee eines neuen Museums

   Das neue, auch architektonisch interessante Museum unweit der alten Bastion, dessen Eröffnung für den Herbst 2011 geplant ist, verdankt seine Entstehung dem amerikanischen Sammler und Mäzen Severin Wunderman. Der gebürtige Belgier hatte sich entschieden, einen Teil seiner Sammlung, die Jean Cocteau und seinen Künstlerfreunden gewidmet war, der Kommune Menton zu schenken. Die Schenkung umfasst mehr als 1.525 Objekte in Form von Zeichnungen, Fotografien, Manuskripten, Grafiken, Ölgemälden und Skulpturen. Darunter zahlreiche Werke moderner Kunst von Amedeo Modigliani, Giorgio De Chirico, Joan Miró, Sarah Bernhardt, des exzentrischen japanischen Malers und Grafikers Tsuguharu Foujita - und natürlich von Cocteau selber. Das künftige Museum „Jean Cocteau - Sammlung Severin Wunderman“, so die offizielle Benennung, dürfte im Reigen der bereits zahlreichen Kunst- und Kulturplätze an der Côte d´Azur einen herausragenden Platz einnehmen.

 

Der US-amerikanische Geschäftsmann, Kunstsammler und Philanthrop Severin Wunderman (1939-2008) gilt als Legende in der Uhrenindustrie. Er produzierte über 25 Jahre hochwertige Zeitmesser für das Unternehmen Gucci, in den 1980er Jahren erwarb Wunderman den Schweizer Luxusuhrenhersteller Corum. Nach mehreren Verhandlungen mit der Verwaltungsspitze der Stadt Menton entschied sich Wunderman, einen Teil seiner Kollektion der Kommune zu schenken, wenn diese ein neues Museum für die Werke errichten würde. Die Bauarbeiten des Hauses an der „Promenade du Soleil“, nahe der Altstadt am sog. Ort der Fischer, sind derzeit im Gange. Die Pläne für die offene und mediterran wirkende, eingeschossige Konstruktion stammen von dem französischen Architekten Rudy Ricciotti. Wunderman ist seit dem 25. Juli 2005 Ehrenbürger der Stadt Menton, die Benennung des Museum entstammt seinem Wunsche. Der Kunstmäzen starb 2008 in Nizza.

Klaus M. Martinetz

 

Ausstellungseröffnung:
Neues Museum
„Jean Cocteau – Collection Severin Wunderman“
Promenade du Soleil
06500 Menton
Voraussichtlich Oktober 2011


Altes Museum
Musée Jean Cocteau de Menton

Le Bastion, Quai Napoleon III
06500 Menton
Ganzjährig geöffnet
MO, MI, DO, FR, SA, SO 10-12 Uhr und 14-18 Uhr
(außer dienstags und an Feiertagen)


Hochzeitssaal im Rathaus
Platz Ardoïno
06500 Menton
MO, DI, MI, DO, FR 8:30-12:30 Uhr und 14-17 Uhr
(außer samstags, sonntags und an Feiertagen)

 

 

Bildquelle: Stadt Menton

Fotos rArt

©rheinische-art.de


 

                     

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