rheinische ART
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rheinische ART 04/2019

KATZ IN KOBLENZ
Blendende Erscheinungen


Es besteht nicht der geringste Zweifel: Dieser Ausnahmekünstler hat es mit der Schönheit. Der 92-jährige Maler und Grafiker Alex Katz wird weltweit für einzigartige Arbeiten gefeiert.

 

Alex Katz Vivien X5, 2018, 102 x 244 cm, Foto © Alex Katz; Lococo Fine Art Publisher © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Fotoquelle Ludwig Museum Koblenz

 

Seine Frauenportraits sind von zeitloser Eleganz, stilsicher, geheimnisvoll, grazil und genial reduziert - und oft auch noch großformatig. Zwar bediente und bedient sich der Meister durchaus namhafter Modelle als Musen, doch bevorzugtes Vorbild zahlreicher dieser makellos erscheinenden Damen ist seine Ehefrau Ada, mit der er seit fast sechs Jahrzehnten verheiratet ist. Sie hat er besonders gern und oftmals in sehr unterschiedlichen Posen gemalt.

 

Alex Katz Ariel (Red) 2018, 86 x 193 cm, Foto © Alex Katz; Lococo Fine Art Publisher © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Fotoquelle Ludwig Museum Koblenz


Derzeit hat das Koblenzer Ludwig Museum einen 45 Exponate starken Querschnitt von Katz´ druckgrafischen Werken aufgehängt. Darunter auch andere Motive wie Landschaften und Blumenarrangements.

     Gleichzeitig thematisiert das Haus einige aktuelle großformatige Prints wie die Coca-Cola Girls aus dem Jahre 2018. Der Titel der Schau, von Katz selbst formuliert, soll, wie es heißt, gleichzeitig Arbeitsmotto des Künstlers sein: „Bigger ist better“. Daran mag wohl kaum ein Besucher zweifeln!

 

Alex Katz Coca-Cola Girl 1, 2019, 127 x 102 cm, Foto © Alex Katz; Lococo Fine Art Publisher © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Fotoquelle Ludwig Museum Koblenz

 

Alex Katz Reflection, 2010, 147 x 147 cm, Foto © Alex Katz; Lococo Fine Art Publisher © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Fotoquelle Ludwig Museum Koblenz

Alex Katz (*1927) gilt als einer der Urväter der Pop-Art und einer der wenigen noch lebenden Künstler dieser Stilrichtung. In den Fünfzigerjahren begann er damit, alltägliche Szenen, "the immediate present" wie er es nannte, also den unmittelbaren Augenblick, in farblich und stilistisch plakativer Weise abzubilden.

     Seine Hauptthemen seither und regelmäßig wiederkehrend: Lifestyle und Frauen, aber auch Film und Elemente der Werbung, des Plakativen. Und so ist es kein Zufall, dass seine Darstellungen schnell Ähnlichkeiten mit Motiven aus dem Marketing, der Produktwerbung und der Reklame aufweisen. Damit begann es und es ist sein Metier geblieben! Und: Er ist immer noch hoch aktiv.

     Seine attraktiven Frauenbilder sind allerdings nur vordergründig individuelle Portraits, es sind vielmehr Szenen aus dem Alltag einer Gesellschaft, eine Art „Bilderkatalog“ aus New York und Florida, wenn man so will. Auf jeden Fall einer Welt, die sich dieser gestylten Ansichten und Idealfiguren bedient, in der Werbung, in der Mode und in den Medien. Gleichwohl: Katz' Portraits wirken in ihrem bestechend modernen Realismus überaus eindringlich und ikonenhaft.

 

Alex Katz Wildflowers, 2017, Foto © Alex Katz; Lococo Fine Art Publisher © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Fotoquelle Ludwig Museum Koblenz

 

Alex Katz Chance 1 (Anne), 2016, 178 x 117 cm, Foto © Alex Katz; Lococo Fine Art Publisher © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / Fotoquelle Ludwig Museum Koblenz

 

Der Künstler Katz, so das Museum Ludwig, habe mit seinen Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken ein Oeuvre geschaffen, das große Individualität aufweist und das längst auch Formen der Abstraktion angenommen hat – und den malerischen Auftrag vollkommen neu definierte.

     Als „Malerei der Gegenwartsform", wie er es selbst formuliere, befasse er sich mit seinem unmittelbaren Lebensumfeld: seiner ihn inspirierenden Frau Ada, seinen Kindern und Freunden, sowie Landschaftseindrücken. Er sei, wie es Museumsdirektorin Beate Reifenscheid formuliert, „einer der großen monolithischen Künstler, an denen man nicht vorbeikommt.“

 

Die Koblenzer Schau ist keine Retrospektive sondern ein fokussierter Blick vor allem auf seine Papierarbeiten. Sie bestechen durch ihre besondere Ästhetik, die Katz mit unterschiedlichsten Techniken erzeugt. Bis zu zwei Dutzend Farbaufträge können bei einzelnen Werken erforderlich sein, um jene brillante Kolorierung zu erzeugen, die mit der traditionellen Ölmalerei nicht zu erzielen ist. Die diffizile Technik hat der US-Amerikaner seit Jahrzehnten perfektioniert und ebenso lange, wie bekannt ist, arbeitet er mit denselben Fachleuten der Branche zusammen.
     In seinen Druckgrafiken, so die Koblenzer Ausstellungsmacher, werde anschaulich, wie der Künstler „arbeite“ und wie konsequent er Motive „bearbeitet“: er reproduziert, reflektiert und reduziert sie in zahlreichen Arbeitsschritten. Dabei bleiben die aus der Tiefe strahlenden Farbflächen, die für seine Malerei charakteristisch sind, erhalten. Die synthetisierende Wirkung der Drucktechniken – in erster Linie Siebdruck, Aquatinta und Lithografie –, die der Künstler in enger Zusammenarbeit mit namhaften Technikern weiterentwickelt, unterstützt das Flächige und Künstliche.
K2M


Die Ausstellung „Alex Katz. Bigger is better“ schließt am 28. April 2019.
Ludwig Museum Koblenz
Im Deutschherrenhaus

Danziger Freiheit 1
(am Deutschen Eck)
56068 Koblenz
Tel. 0261 / 30 40 41
Öffnungszeiten
DI – SA 10.30 - 17.00 Uhr
SO und feiertags 11.00 – 18.00 Uhr

 

 

 

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