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rheinische ART 08/2010

Archiv 2010: aus "Über die Grenze geschaut"


Museum Ludwig in St. Petersburg

15 Jahre an der Newa

 

Der Marmorpalast in Sankt Petersburg, eine Zweigstelle des Russischen Museums der Stadt, beherbergt eine umfangreiche Kollektion internationaler Avantgarde-Kunst des rheinischen Sammler-Ehepaares Irene und Peter Ludwig. Die Präsenzausstellung blickt in diesem Jahr auf 15 Jahre erfolgreiche Arbeit und Kooperation zurück.

 

WER IM „Venedig des Nordens“ nach Avantgarde-Kunst des Gastlandes sucht, wird in der weltberühmten Eremitage kaum fündig. Die Vielfalt dieser Kunstrichtung und ihre russischen Protagonisten erschließen sich Interssierten eher im Russischen Museum und der Dépendance im Marmorpalast. Und wer speziell zeitgenössische Werke - auch die heimischer Künstler - und ungewöhnliche Performances sucht, kommt in diesem Haus am Newa-Ufer ebenfalls auf seine Kosten. Das „Museum Ludwig im Russischen Museum“, so die offizielle Bezeichnung, dessen 15. Geburtstag es in diesem Jahr zu feiern gilt, zelebrierte den Termin eher verhalten.

 

Als Winterpalais gebaut beherbergt die Eremitage heute eine der berühmtesten Kunstsammlungen der Welt

Der Marmorpalast, in dem das Museum Ludwig seinen Sitz hat, gehört zum Russischen Museum und liegt direkt am Newa-Ufer

Über die Newa hinweg dem Marmorpalast gegenüber liegt die mauernumwehrte Peter-Paul-Festung, die städtische Keimzelle der heutigen Kulturmetropole.

 

- Neue Kunst in alten Räumen -

 

Die erfolgreiche deutsch-russische Kunstkooperation basiert auf einer Schenkung von Irene und Peter Ludwig. 1994 durch das Sammler-Ehepaar bzw. durch die Ludwig-Stiftung initiiert, gingen ein Jahr später 118 Kunstwerke aus dem Ludwig-Fundus in den Besitz des Staatlichen Russischen Museums und damit in das neue „Museum Ludwig“ im Marmorpalast über. Sie bilden seither den Grundstock für regelmäßige und rege kulturelle Austausche.

   Die Ludwig-Kollektion repräsentiert alle zeitgenössischen künstlerischen Hauptströmungen - vor allem Pop Art, Hyperrealismus, Neo-Expressionismus, Neo-Klassizismus, Konzept-Art, Moderne und Post-Moderne. Die Sammlung besteht aus Objekten amerikanischer und europäischer, auch russischer, Künstler aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, also etwa ab dem Jahr 1945. Zu den wichtigen Arbeiten gehören unter anderem Werke von Pablo Picasso, Andy Warhol, Joseph Beuys, Jasper Johns, Jeff Koons, Jean-Michel Basquiat, Ilya Kabakov, Jörg Immendorff und Gottfried Helnwein.

 

- Stiftungzwecke -

 

Mit der Eröffnung des Ludwig-Museums am 10. März 1995 konnte das Russische Museum nach Jahrzehnten der Isolation seine traditionelle Aufgabe fortsetzen, russische Kunst mit der sog. Weltkunst in einen Dialog zu bringen. Die letzten Jahre haben den Ruf des Petersburger Ludwig-Museums als mutigen und modernen Veranstaltungsort mit einer Performance-Plattform für zeitgenössische in- und ausländische Künstler gefestigt. Damit erfüllt das Museum seine Hauptaufgabe, die in der Satzung der „Peter und Irene Ludwig Stiftung“ formulierte „…Fortsetzung des internationalen Engagements im Sinne des Ehepaares und somit den Aufbau internationaler freundschaftlicher Beziehungen auf kultureller Ebene“. Der Stiftungszweck - der im Übrigen für alle Museen mit dem Namen Ludwig gleichermaßen gilt - sieht insbesondere den Erwerb und die Verwaltung von Kunstwerken und Kunstgegenständen, ihre leihweise Überlassung für Ausstellungen sowie die Durchführung von Ausstellungen vor, die stets der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen.

 

- Vom Grafen-Palais zum Museum -

 

Der Marmorpalast ist eine der vier Kunst-Herbergen des Russischen Museums in St. Petersburg. Das architektonische Meisterwerk aus der Mitte des 18. Jahrhunderts hat eine äußerst wechselvolle Geschichte. Namensgeber waren die mehr als 30 verschiedenen Marmorarten, die der italienische Architekt Antonio Rinaldi in dem klassizistischen Bauwerk (Bauzeit 1768-1785) verarbeiten ließ. Auftraggeber war Zarin Katharina II (Die Große), die den Palast am attraktiven Newa-Ufer ihrem Geliebten und politischen Berater Graf Grigori Orlow zum Geschenk machte. Bis zur russischen Revolution blieb das Palais im Besitz der Familie Romanow. 1937 wurde darin das Lenin-Museum eröffnet, das immerhin bis 1991 dort Bestand hatte. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Marmorpalast Filiale des Russischen Museums. Arbeitsschwerpunkte sind Sonderausstellungen moderner russischer und ausländischer Künstler, so z.B. im Juli 2010 Arbeiten des Aachener Malers Eric Peters („Games with Light“). Ständig zu sehen ist - neben der Sammlung des Museums Ludwig - die Exposition „Ausländische Künstler in Russland im 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts“.

 

 Das staatliche Russische Museum in St. Petersburg ist das älteste Kunstmuseum in Russland. Hauptsitz ist das klassizistische Michailow-Palais (Bauzeit 1819 - 1826) am Platz der Künste. Es ist die ehemalige Residenz des jüngsten Bruders des russischen Zaren Alexander I, Großfürst Michail Pawlowitsch. 1895 wurde dieser Großfürstenpalast (Architekt C.I. Rossi) erstmals als öffentliches Museum für eine Sammlung russischer Kunst genutzt. Derzeit besitzt das Haus mit über 390.000 Exponaten aus den Bereichen russische Malerei, Grafik, Ikonografie, Skulptur, Kunsthandwerk und Volkskunst - neben der Tretjakow-Galerie in Moskau - die umfassendste Sammlung russischer Kunst. Sie ist auf vier Paläste in der Innenstadt verteilt, darunter den Marmorpalast.

 

 Zu den einzigartigen Sammlungen des Russischen Museums gehören vor allem die Ikonen-Kollektion mit religiösen Darstellungen aus über neun Jahrhunderten, ferner die dem sog. Sozialistischen Realismus zugehörigen Monumental-Malereien von Künstlern wie etwa Ilja Repin („Die Wolgatreidler“, 1870-1873) sowie zahlreiche Bilder aus dem 20. Jahrhundert. Letztere umfassen die in der Sowjetzeit nicht gezeigten Werke der russischen Avantgarde mit Malevitsch („Suprematismus, 1915-1916), Kandinsky („Komposition Nr. 223“, 1919) und Chagall („Spaziergang“, 1919).

 

Klaus M. Martinetz

 


Marmorpalast St. Petersburg

Millionnaja ul. 5/1; St. Petersburg


Metro: Newski Prospekt/ Gostinyi Dwor

Bus Nr. 46,

Straßenbahn Nr. 3

Tel. 3129196


Öffnungszeiten

Mo 10.00 – 17.00 Uhr

Di Ruhetag

Mi - So 10.00 – 18.00 Uhr


Fotos (3): rArt

©rheinische-art.de

 

 

 

 

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