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rheinische ART 07/2010

 Archiv 2010: aus "Kulturorte"

 

Die 1913 fertig gestellte Synagoge in Essen ist das größte freistehende Synagogengebäude nördlich der Alpen

 

Haus der jüdischen Kultur

 

Eine Synagoge voller Licht und Weite

 

Es ist eine bemerkenswerte Wiedereröffnung. Nach zwei Jahren Sanierung steht die ehemalige Essener Synagoge an der Steeler Straße als neues „Haus der jüdischen Kultur“ der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung. Fünf Dauerausstellungen zeigen im größten freistehenden Synagogengebäude nördlich der Alpen jüdische Traditionen, Feste und den „Way of Life“ sowie Historisches der jüdischen Gemeinde Essen.

 

ES WAR ein prächtiger, imposanter und repräsentativer Baukomplex, den der Architekt Edmund Körner 1913 im Auftrag der Jüdischen Kultusgemeinde in der Essener Innenstadt fertig stellte. Der Neubau sollte die Integration und Wertschätzung der Juden im kaiserlichen Deutschland eindrucksvoll optisch untermauern. Im Inneren bot das Gotteshaus die ungewöhnliche Symbiose aus traditionell jüdisch-orientalischen und abendländisch-christlichen Elementen mit einem Hauptraum, der im Jugendstil ausgestaltet war.

 

- Die Mauern hielten stand -

 

Blick in die imposante Kuppel

Nach 25 Jahren als kulturell-soziales Zentrum wurde das Innere der Synagoge am 10. November 1938 im Zuge der Novemberpogrome geschändet und durch Brandschatzung schwer beschädigt. Die trutzigen Naturstein-Mauern dagegen hielten Stand und fielen auch in den Folgejahren den schweren Bombenangriffen nicht zum Opfer.

 

- Zeugnis jüdischer Kultur -

 

Heute ist die alte Essener Synagoge ein einzigartiges Kultur- und Architekturdenkmal. Sie gehört zu den größten, besterhaltenen und bautechnisch beeindruckenden Zeugnissen jüdischer Kultur im Vorkriegsdeutschland. Der Gebäudekomplex wurde nach 1945 drei Umbauten unterzogen. 1959 von der Stadt Essen erworben, diente er zunächst jahrelang als Museum für Industriedesign unter der Bezeichnung „Haus Industrieform“. Ein Brand 1979 gab den Anstoß zu einer geänderten Nutzung als Gedenkstätte und zu einer Rekonstruktion der synagogalen Konturen und Elemente, wie etwa dem Thora-Schrein.

Großzügig, licht und einladend zeigt sich das Innere des Hauses nach dem Umbau

 

- Ein Kulturort mit vielen Facetten -

 

Unter der Leitung der Politikwissenschaftlerin und Judaistin Edna Brocke wurde die Alte Synagoge ab 1988 zu einem festen Begriff deutsch-jüdischer Kulturarbeit. Das Haus diente als offene Begegnungsstätte, als politisches Dokumentationsforum, als Lehrhaus für Fragen der jüdischen Religionspraxis und Lebenskultur sowie als Ort für Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen und anderem mehr.
   Nach dem nunmehr dritten Umbau präsentiert sich die Alte Synagoge als ein sehenswertes, großzügiges, lichtes und farblich einladendes Haus. Die fünf Ausstellungsbereiche befinden sich im Erdgeschoss, auf der ehemaligen Frauenempore und auf dem darüber liegenden Mezzanin. Die Präsentationen vermitteln verschiedene Aspekte jüdischen Lebens von der Historie bis zur Alltagskultur heute. Daneben wird auch die wechselvolle Geschichte der Synagoge selbst dargestellt. Zahlreiche Dokumente und persönliche Gegenstände ehemaliger Gemeindemitglieder geben einen umfassenden Einblick in die Geschichte der jüdischen Religionsgemeinschaft Essen.

 

Die Umbauten wurden durch Landesmittel und zahlreiche Sponsorengelder finanziert. Das der Synagoge benachbarte Rabbiner-Haus, ehemals Stadtarchiv Essen, wird ebenfalls saniert. Es soll Sitz des renommierten Salomon Ludwig Steinheim-Institut der Universität Essen-Duisburg werden.

Klaus M. Martinetz


 

Alte Synagoge Essen
Steeler Straße 29
45127 Essen

Tel. 0201 / 8845218

Öffnungszeiten

DI - SO 10-18 Uhr
 

Fotos: Peter Prengel, Stadtbildstelle Essen

 

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