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rheinische ART 11/2018

BAYER LEVERKUSEN

Exilkünstler – fast vergessen


Es gab während der NS-Herrschaft zahlreiche Künstler, die im Exil weiterarbeiteten. Die überwiegende Zahl dieser Kreativen litt existenzielle Not und blieb entwurzelt.

 

Julius W. Schülein Mediterrane Stadtansicht, um 1920, Öl auf Leinwand, 13 cm x 10 cm, Foto © Courtesy Exil-Sammlung Memoria, Thomas B. Schumann

 

An diese oft übersehene Gruppe von Malern und Bildhauern erinnert derzeit eine bemerkenswerte Ausstellung im Erholungshaus von Bayer Kultur in Leverkusen.

     „Deutsche Künstler im Exil 1933-1945“ präsentiert über 100 Werke aus der Sammlung „Memoria“ des in Köln lebenden Publizisten, Autors, Kurators und Verlegers Thomas B. Schumann. Die Schumann-Kollektion gilt allgemein als die umfangreichste Sammlung zur Thematik der deutschen Exilkunst.

 

 

Julie Wolfthorn Mädchen mit Hut vor offenem Fenster, um 1910, Öl auf Hartfaser, 10 cm x 13,5 cm; Foto © Courtesy Exil-Sammlung Memoria. Thomas B. Schumann

Die Kulturszene der Weimarer Republik war bekanntlich von avantgardistischem Aufbruch und internationalem Austausch geprägt. Mit der NS-Machtergreifung 1933 wurden jedoch alle Hoffnungen zerstört und die Moderne als „Entartete Kunst“ (mehr) diffamiert.

     Für viele Künstler bedeutete dies Ausgrenzung, Berufsverbot und Inhaftierung. Viele flohen vor der Bedrohung ins Exil, wo jedoch nur wenige mit Erfolg ihr Schaffen fortsetzen konnten.


Es handelt sich im Wesentlichen um die Generation der ab 1890 geborenen Kreativen, die sich bei Beginn des Ersten Weltkriegs in der Ausbildung oder in den ersten Berufsjahren befanden.

     Hierzu gehörten, wie es in Leverkusen heißt, unter anderen József Bató, Heinz Battke oder Georges Grosz. Zurück aus dem Kriegsdienst trafen sich viele dieser fortschrittlichen Künstler in der „Novembergruppe“ oder der neu gegründeten „Freien Sezession“ in Berlin.

 

 

Charlotte Berend-Corinth Blumen im Henkelkrug, 1955, Aquarell auf Büttenkarton, 10,5 cm x 12,5 cm, Foto © Courtesy Exil-Sammlung Memoria, Thomas B. Schumann

 

Rege Kontakte bestanden aber auch zu den Künstlern des „Neuen Rheinland“ oder der Pariser Avantgarde. Maler aus dem Umkreis des Pariser „Café du Dôme“ oder der „Münchner Sezession“ – wie zum Beispiel Julius W. Schülein oder Eugen Spiro – stehen für jene fortschrittliche Szene, die sich an der französischen Avantgarde und Plein Air Malerei orientierten

     Bei den Malerinnen sind Charlotte Berend-Corinth oder Julie Wolfthorn zu nennen, die um 1900 zu den ersten Frauen gehörten, die in Privatschulen eine künstlerische Ausbildung genossen und ihre Werke als Mitglieder der „Berliner Sezession“ ausstellten.


Zwar konnten die Künstler in ihren Exilorten arbeiten, ohne einer Verfolgung ausgesetzt zu sein, allerdings veränderte sich nicht selten der Stil: Er wurde ruhiger, sachlicher, die Materialnot zwang zu kleinen Formaten und Papierarbeiten. Dies wird in der Ausstellung etwa anhand der Porträts von Milein Cosmann in England oder den Landschaften von Rudolf Jacobi in den USA nachvollziehbar. Eindrucksvoll sind auch das Selbstporträt und die Fensterbilder von Herbert Fiedler aus dem Amsterdamer Exil.


Thoma B. Schumann erhielt 2017 den Hermann Kesten-Preis. Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen. Zu den Preisträgern gehörten Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo und zuletzt Can Dündar und Erdem Gül.
bra


Die Ausstellung „Deutsche Künstler im Exil 1933-1945“ wird bis zum 6. Januar 2019 gezeigt.
Erholungshaus
Bayer Kultur

Nobelstraße 37
51373 Leverkusen
Tel. 0214 / 30-41283/84
Öffnungszeiten
SA, SO, feiertags 11.00 – 17.00 Uhr

 

 

                     

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