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rheinische ART 07/2018

ZEITENWENDE(N)
„Für Deutschland bin ich tot…“


Die große Künstlerin Käthe Kollwitz ist und bleibt singulär unter den deutschen Kreativen. Wohl kaum jemandem ist es je so nachdrücklich und eindringlich gelungen, Themen wie Krieg, Not, Elend, Armut, Tod, aber auch Liebe, Geborgenheit und das Ringen um Frieden in seinem Werk darzustellen.

 

Käthe Kollwitz Weberzug, Bl. 4 aus dem Zyklus »Ein Weberaufstand«, zwischen 1893 und 1897, Strichätzung und Schmirgel © Käthe Kollwitz Museum Köln 2018

 

Ein Jahr nach diversen Schauen anlässlich ihres 150. Geburtstags und aktuell im 100. Gedenkjahr zum Ende des Ersten Weltkriegs widmet das Käthe Kollwitz-Museum in Köln (KKMK) in einer Sonderausstellung jenen politischen Themenfeldern in Kollwitz´ Leben Aufmerksamkeit, die für „Aufbruch und Umbruch“ in ihrem Werk stehen.

 

„Zeitenwende(n)“ titelt die Präsentation und erinnert damit an die fünf bedeutenden politischen Geschichtsabschnitte und die darauf folgenden Umwälzungen, die Käthe Kollwitz (1867-1945) in ihren fast acht Lebensjahrzehnten erfahren und erlitten hatte und die sie zur Pazifistin machten: Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg.

     Zu sehen sind mehr als 200 Zeichnungen, Druckgrafiken, Plastiken und die bekanntesten Plakate der Künstlerin aus dem Bestand der Kölner Kollwitz-Sammlung. Darunter sind neu erworbene Blätter wie auch zahlreiche, äußerst selten gezeigte Werke. Die Ausstellung präsentiert darüber hinaus umfangreiche Informationen zur Zeitgeschichte und zur Biographie der Künstlerin.

 

Käthe Kollwitz Die Überlebenden, 1923, Kreide- und Pinsellithographie sowie Schabnadel (Umdruck). Lithographie, entstanden im Auftrag des Internationalen Gewerkschaftsbund für ein Plakat in mehreren Sprachen – hier in Dänisch © Käthe Kollwitz Museum Köln 2018

 

Käthe Kollwitz Nie wieder Krieg, 1924, Kreide- und Pinsellithographie, Plakat zum Mitteldeutschen Jugendtag in Leipzig 2. – 4. August 1924 © Käthe Kollwitz Museum Köln 2018

 

Käthe Kollwitz »Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden«,1941, Kreidelithographie © Käthe Kollwitz Museum Köln 2018

 

Schon früh verstand sich Käthe Kollwitz als Widerständlerin, träumte von Revolution und Barrikaden. Diese progressive Gesinnung findet Ausdruck in ihren Frühwerken, in denen sie auch erste soziale Anklagen äußerte.

     Einschneidend war der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Ihr jüngster Sohn Peter, ein 18-jähriger Kriegsfreiwilliger, fällt bereits im ersten Kriegsjahr am 22. Oktober 1914 an der Front in Flandern. Die Künstlerin brauchte fast zwei Jahrzehnte, um den Verlust zu verarbeiten und ihrer Trauer in einem Kunstwerk ("Trauerndes Elternpaar") Ausdruck zu verleihen.

     Käthe Kollwitz war stets auch eine politische Person. Um eine NS-Dominanz zu verhindern, unterzeichnete sie in den Dreißigerjahren zwei Mal einen Aufruf zum Zusammenschluss der Linksparteien. Das kostete sie ihre künstlerische Reputation.

     Die NS-Machthaber erzwangen ihren Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste und ab 1936 wurde sie mit einem Ausstellungsverbot belegt. Sie selbst klagte zu diesem Zeitpunkt aus der Erkenntnis heraus, dass sie ihre Stimme nicht mehr öffentlich gegen das Unrecht erheben konnte: „Für Deutschland bin ich tot…“ Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte sie nicht mehr. Am 22. April 1945 starb Käthe Kollwitz nach einer Evakuierung an ihrem letzten Zufluchtsort in Moritzburg nahe Dresden.

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 Die Steinplastik das „Trauernde Elternpaar“, die Käthe Kollwitz zur Erinnerung an ihren Sohn Peter schuf, steht auf dem Soldatenfriedhof Vladslo-Praetbos in Belgien, auf dem sich das Grab des Sohnes befindet. Die berühmte Skulpturengruppe gilt als ihr bildhauerisches Hauptwerk. 1953 fertigten Ewald Matarés Schüler Joseph Beuys und Erwin Heerich Kopien an. Diese Duplikate bilden heute den Kern einer Gedenkstätte in der Ruine der spätromanischen Kirche Alt Sankt Alban in der Kölner Altstadt. Diese Gedenkstätte erinnert an die Toten beider Weltkriege.
 

Die Sonderausstellung „Zeitenwende(n) – Umbruch und Aufbruch im Werk von Käthe Kollwitz“ wird bis zum 16. September 2018 gezeigt.
Käthe Kollwitz Museum Köln
Neumarkt 18-24
50667 Köln
Tel. 0221 / 227-2899/-2602
Öffnungszeiten
DI – FR 10 – 18 Uhr
SA, SO 11 – 18 Uhr

 

 

 

 

 

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