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rheinische ART 12/2010

Archiv 2010: aus "Besuchenswert"

Labor Berlin aus dem Haus der Kulturen zu Gast in Leverkusen

Vom neuen Lebensgefühl und einer

erstaunlichen Ahnenforschung

 

Dass aktuelle Kunst sich äußerst kreativ mit sehr realitätsnahen Themen auseinandersetzen kann, ist derzeit im Kulturhaus der Bayer AG zu erleben. Als global aufgestelltes Unternehmen unterstützen die Leverkusener das „Haus der Kulturen“ in Berlin und dieser Kooperation ist es zu verdanken, dass zwei Künstler der Reihe „Labor Berlin“, der Rumäne Dan Mihaltianu und der Mexikaner Erick Meyenberg, ihre Arbeiten nun auch im Rheinland zeigen.

BEIDEN KÜNSTLERN ist eins gemeinsam: aus ihrem jeweiligen, sie prägenden Kulturkreis stammend, denken sie global, freiheitlich und tolerant. Und bei aller Komplexität ihrer Themen - für den einen steht der Zusammenbruch des Kommunismus, für den anderen die – auch genealogische - Identifizierung des „typischen Mexikaners“ im Vordergrund -, werden ihre Arbeiten von einer einnehmenden Leichtigkeit begleitet. Überraschend sind sie allemal, da braucht es keine Spezialeffekte.

 

Dan Mihaltianu
Der rumänische Künstler, 1954 in Bukarest geboren, empfängt den Besucher zu einer visuellen und akustischen Reflexion der jüngeren Geschichte. Neben einigen Arbeiten, die sich mit der Musik und vor allem mit der (Vinyl)Schallplatte als „drehende Scheibe“ und der Verortung des Einzelnen im Zentrum beschäftigen, hat er in Leverkusen eine raumfüllende Installation aufgebaut. Seine wandhohe, zweigeteilte Diaprojektion zeigt Fotoaufnahmen der von unserer Gesellschaft erlebten kulturellen und politischen Revolutionen der letzten Jahrzehnte, berichtet von der Entwicklung eines neuen Lebensgefühls und von der Entstehung einer neuen Weltordnung.

 

Dan Mihaltianu

vor seiner Projektionswand im Kulturhaus der Bayer AG in Leverkusen


PARISER Straßenschlachten stehen neben den Miniröcken junger Pionierinnen, die Landung auf dem Mond neben Stillleben typischer Ost-Wohnungseinrichtungen, ein händeschüttelnder, strahlender Erich Honecker neben Woodstock, eine trauernde Jacky Kennedy neben Panzern in Prag. Zur multimedialen Raumarbeit werden diese Bilder aber erst durch die akustische Begleitung musikalischer Ohrwürmer, den eingängigen Sounds der letzten Jahrzehnte.
    Dass Mihaltianu, der im Rumänien Nicolae Ceausescus studierte und den Niedergang dieses totalitären Systems mit all seinen Folgen bewusst erlebte, sich dem Thema der politischen und kulturellen Veränderung der Gesellschaft widmet, kann nicht verwundern. Heute lebt der Künstler, was er spielerisch mit BBB verortet, in Berlin, Bergen und Bukarest.

 

Erick Meyenberg
In Mexiko-Stadt 1980 geboren studierte Meyenberg visuelle Kunst an der Universidad Nacional Autónoma de Mèxico und lebt seit 2005 in Berlin. Sein aktuell in Mexiko City zu sehendes Projekt El Connocimiento de la Tierra se hacemàs fàcil por las Relaciones Commerciales ist noch bis Ende 2010 im Museode Arte Carrillo Gil (MACG) zu sehen und bezieht sich auf die von Alexander von Humboldt entdeckten Handelsrouten sowie die damit verbundene Bedeutung von Macht, Reichtum und klar begrenztem Land.
 

Erick Meyenberg, Künstlerische Intervention auf Kasten-Bild, 2010

 

DIE INTERKULTURALITÄT seines Heimatlandes in Folge einer prägenden Kolonialgeschichte ist für „Labor Berlin“ sein Hauptthema und beschäftigt sich mit der Frage: Wer ist Mexikaner und welche Kriterien braucht es, um „den“ Mexikaner zu benennen? Meyenberg nutzt die diesbezügliche Wissenschaft für seine äußerst profunden Botschaften. Und bei aller Ernsthaftigkeit des Themas vermittelt er sie doch mit einem gewissen Augenzwinckern.
   Für seine Installation in Leverkusen ordnet der Künstler den Bevölkerungsgruppen Europäern, Afrikanern und Indigenas die drei Grundfarben Blau, Grün und Rot zu und hängt in die Fenster des Ausstellungsraumes Kunststofflamellen in diesen Farben. Die Häufigkeit der jeweiligen farbigen Lamellen spiegeln höchst aufschlussreich die Anteile der Bevölkerungsgruppen in den Regionen Mexikos, vom reicheren Norden an der Grenze zu den USA bis zum ärmeren Süden mit den Nachbarländern Guatemala und Belize wider.
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Ausstellung ist bis zum 6. Februar 2011 geöffnet.
Erholungshaus
Kulturhaus der Bayer AG

Nobelstraße 37
51373 Leverkusen

Tel. 0214 / 30-41283 / 84


Öffnungszeiten
Jeweils SA, SO und an Feiertagen von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr sowie eine Stunde vor Beginn von Vorstellungen im Erholungshaus. Der Eintritt ist für alle frei, auch zu den öffentlichen Führungen, die immer sonntags um 11:15 Uhr stattfinden.

 

Foto rArt (1), Bayer Kultur (1)

©rheinische-art.de

 

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