rheinische ART
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rheinische ART 12/2012

 

ARCHIV 2012

Lotte Jacobi - PHOTOGRAPHIEN

 

Im Stil der Menschen

 

 

Lotte Jacobi, Lotte Lenya, Berlin 1928 © Lotte Jacobi Collection, University of New Hampshire, USA

 

„Wunderbar ‚dichte’ Ausstellung, ein Kaleidoskop der Moderne, ästhetisch und informativ – der Balanceakt ist Ihnen geglückt“, so lautet ein Besucherkommentar zur aktuellen Schau mit weit über 100 Arbeiten der Fotografin Lotte Jacobi im Kölner Käthe Kollwitz Museum. Der große Besucheranklang, den die Ausstellung genießt, spiegelt die Faszination, die von den zahlreichen Persönlichkeitsbildnissen ausgeht, wider.

 

Lotte Jacobi, Albert Einstein in der Lederjacke - Princeton, New Jersey 1938 © Lotte Jacobi Collection, University of New Hampshire, USA

 

MIT IHREM Porträtwerk zählt Lotte Jacobi (1896 – 1990) heute zu den weltbekannten Fotografinnen. Im westpreußischen Thorn (Torun) geboren, entstammt Jacobi einer jüdischen Familie mit langer Fotografentradition. 1920 zog die Familie nach Berlin, dort absolvierte Lotte Jacobi eine Fotografenlehre bei ihrem Vater, der am Kurfürstendamm ein Atelier eröffnete. Von 1925 bis 1927 studierte die junge Frau Film und Fotografie in München. Nach Berlin zurückgekehrt etablierte sie sich als Fotografin von Kunst und Künstlern und machte sich als Repräsentantin der Neuen Fotografie einen Namen.
   In der zweiten Lebenshälfte stand ihr Schaffen wesentlich im Zeichen ihrer mit einem so hohen Wiedererkennungswert ausgestatteten, berühmten Persönlichkeitsbildnisse. Die ausdrucksstarken Porträts entstanden teils im Berlin der Zwanziger Jahre (u. a. Käthe Kollwitz, Lotte Lenya, Valeska Gert, Emil Jannings) und nach ihrer Emigration 1935 in die USA. Dort porträtierte sie namhafte amerikanische und – wie sie selbst - emigrierte europäische Persönlichkeiten, unter anderen Albert Einstein, Thomas Mann, Egon Erwin Kisch, Eleanor Roosevelt und J. D. Salinger (mehr).
 

Lotte Jacobi, Klaus und Erika Mann, Berlin 1930 © Lotte Jacobi Collection, University of New Hampshire, USA

   Das von ihr geschaffene Panorama Prominenter aus Literatur, Tanz, Theater, Bildender Kunst, Wissenschaft und Politik spannt einen Bogen von der alten zur neuen Welt des 20. Jahrhunderts. „Mein Stil ist der Stil der Menschen, die ich fotografiere“, beschrieb Lotte Jacobi die Maxime ihrer Arbeit und verlieh damit dem Wunsch nach einem gleichberechtigten Dialog zwischen Fotografin und Porträtierten Ausdruck. Jedes Abbild zeugt von einer intensiven Auseinandersetzung der Fotokünstlerin mit der Persönlichkeit des Porträtierten.
    Noch zu Lebzeiten erfuhr sie mit Retrospektiven in den USA und Deutschland sowie mit der Verleihung des Dr.-Erich-Salomon-Preises der Deutschen Gesellschaft für Photographie 1983 große Anerkennung für ihr Lebenswerk, bevor sie im hohen Alter in Concorde, New Hampshire, 1990 verstarb.


  In der Kölner Ausstellung werden die verschiedenen Stationen ihres künstlerischen Schaffens nachgezeichnet. Neben den berühmten Porträts zeugen die Arbeiten ihrer Reise nach Moskau und in die orientalischen Sowjetrepubliken Tadschikistan und Usbekistan 1932/33, die Stadtansichten New Yorks sowie die als photogenics bezeichneten experimentellen Foto-Grafiken von der Vielseitigkeit ihres Schaffens.
bra

 

Die Ausstellung „Lotte Jacobi – Photographien“ ist bis zum 6. Januar 2013 zu sehen.
Käthe Kollwitz Museum Köln
Kreissparkasse Köln
Neumarkt 18-24
50667 Köln
Tel. 0221 / 227 -2899 oder 227 -2602
Öffnungszeiten
DI - FR 10 - 18 Uhr
SA/SO/Feiertag 11 - 18 Uhr

 

 

 

 

 

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