rheinische ART
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rheinische ART 05/2019

HELENA RUBINSTEIN

Hommage an eine Pionierin

 

Es gibt diese Lebensgeschichten, die ganz unten beginnen und ganz oben enden. Eine davon ist die der großen Helena Rubinstein.

 

Helena Rubinstein (Bildausschnitt) in einem Kleid von Schiaprelli (mehr) Foto © Archiv / Archives Helena Rubinstein – L´Oreal; all rights reserved, Paris ; Fotoquelle Musée d’art et d’histoire du Judaïsme Paris 2019

 

„Kaiserin der Kosmetik“ nannte sie der französische Künstler Jean Cocteau (mehr) und umschrieb damit die Tatsache, dass sich die junge Frau aus bescheidenden Verhältnissen ein Reich um die Schönheit aufgebaut hatte.

 

Helena Rubinstein Portrait 1958 (Ausstellungsbild) Foto © Archiv / Archives Helena Rubinstein – L´Oreal; all rights reserved, Paris ; Fotoquelle Musée d’art et d’histoire du Judaïsme Paris 2019

 

Der einzigartige Lebensweg der gebürtigen Polin wird immer wieder mit Ausstellungen gewürdigt. Aktuell zeigt in Paris das Jüdische Museum die Schau „Helena Rubinstein. Das Abenteuer der Schönheit“ und zeichnet mit 300 Exponaten die Lebensstationen der Schöpferin der berühmten Kosmetikmarke nach.

     Die chronologisch als auch geografisch sortierte Präsentation ermöglicht es, die außergewöhnliche Entwicklung dieser Frau, die Innovatorin, Unternehmerin, Sammlerin und Mäzenin war, zu entdecken.

     Rubinstein war es, die den „Schönheitsbegriff" durch die Anpassung an die Moderne neu erfunden hat. Ihr wird das Bonmot zugeschrieben: "Es gibt keine hässlichen Frauen, es gibt nur gleichgültige.“

 

Helena Rubinstein bei Laborarbeiten in Long Island, 1953. Foto © Archiv / Archives Helena Rubinstein – L´Oreal; all rights reserved, Paris

 

Helena Rubinstein dans on appartement à New York, 1958. Foto © Archiv / Archives Helena Rubinstein – L´Oreal; all rights reserved, Paris ; Fotoquelle Musée d’art et d’histoire du Judaïsme Paris 2019

 

Ihr Start als Selfmade-Frau ist legendär. Kurz zur Erinnerung: Helena Rubinstein (1872–1965), stammt aus einer bescheidenen jüdisch-orthodoxen Krakauer Familie, der Vater ein kleiner Kaufmann, die Mutter Hausfrau, Helene war das älteste von acht Kindern.

     Sie verlässt früh das Familienheim, arbeitet in Wien und dann bei Verwandten in Australien, wohin sie mit 24 Jahre mehr oder weniger entflieht und sich als Haushaltshilfe und Kindermädchen verdingt.

     Dort sieht sie in der von der australischen Sonne geschädigten Haut der Bewohner ein echtes gesundheitliches Problem und beginnt, ihre Salbe „Creme Valaze“ zu kreieren, ein historischer Schritt – und der Beginn des verrückten Abenteuers mit der Kosmetik.

 

Doch die Schönheitserfinderin hat neben ihrer Tätigkeit als Entwicklerin von Salbe, Creme, Puder, Wimperntusche und Lippenstift noch andere Qualitäten, die in der Ausstellung deutlich werden. 1914, im Alter von 42 Jahren, zieht sie mit Ehemann und zwei Kindern in die USA. Dort baut sie ihr Make-Up-Unternehmen weiter aus. Ab den Zwanzigern tragen alle ihre Produkte auch stets ihren Namen. 1965, im Jahre ihres Todes, verkaufte sie Schönheitshilfen in 100 Niederlassungen in 14 Ländern und beschäftigte rund 30.000 Mitarbeiter, ein regelrechtes Schönheits-Imperium.

 

Werbung für Lippenstifte (um 1942). Foto © Archives Helena Rubinstein

 

Das Privatvermögen der Unternehmerin wurde auf mehr als 100 Millionen US-Dollar taxiert. Davon investierte sie hohe Summen in Hilfsfonds, etwa zur Unterstützung von Kunststudenten, baute in Tel Aviv ein Museum für Moderne Kunst und richtete an der Universität von Massachusetts einen Chemie-Lehrstuhl ein.

     Ab 1953 bündelte sie ihre caritativen Aktivitäten in der Helena Rubinstein-Foundation, die bis heute besteht und vorzugsweise die Wissenschaft fördert.

     Ein weiterer Aspekt: Rubinstein hatte einen sicheren Blick für Avantgardistisches. Bereits vor ihrer Unternehmer-Karriere war sie fasziniert von Ästhetik in allen Formen und sammelte ab 1908 Kunst.

     Wenige Jahre später hatte sie in einer Kollektion sehr unterschiedliche Künstler versammelt, darunter Picasso, Chagall, Kikoïn, Utrillo, Chirico, Leger, Modigliani, Brancusi oder Marcoussis. Sie stand Modell für Raoul Dufy, Salvador Dalí oder Pablo Picasso. Später ließ sie sich Kleider bei den größten Couturiers – Poiret, Chanel, Dior, Balenciaga (mehr), Saint Laurent (mehr) – schneidern und lebte zwischen New York, London und Paris. Die französische Metropole blieb einer ihrer zentralen Lebenspunkte.
rART

 

Die Ausstellung "The Adventure Of Beauty" (Das Abenteuer der Schönheit) endet am 25. August 2019
Musée d´Art et Histoire du Judaism
Hôtel de Saint-Aignan
71 Rue du Temple
75003 Paris
Tel +33 1 53 01 86 53
Öffnungszeiten
DI, DO, FR 11 – 18 Uhr
MI 11 – 21 Uhr
SA, SO 10 – 19 Uhr

 

 

 

 

 

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