KULTURPOLITIK
Bayern vorn!
Zwei Nachrichten aus dem Kulturmilieu des Freistaates Bayern lassen aufhorchen. Es geht um Museumsbesuche und eine Umstrukturierung der bayerischen Staatsmuseen.
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Publikumsmagnet Deutsches Museum. Blick von Südwesten mit dem neuen Eingangsgebäude an der Uferstraße. Fotografie © Alexander Goettert. Deutsches Museum München |
Im Gegensatz zu manch anderen Regionen scheint in Bayern das Interesse an hochkarätigen Sammlungen bemerkenswert groß zu sein. Im Rückblick auf das Jahr 2025 meldeten die Museen Bayerns einen Rekord. Denn es wurden in Summe aller Häuser 6,3 Millionen Besucher gezählt.
Besonders beim Publikum beliebt und gefragt: Das Deutsche Museum und die Alte Pinakothek in der Landeshauptstadt München, das Regensburger Haus der Bayerischen Geschichte und die Dokumentationsstelle am Obersalzberg, die vom Leibniz-Institut für Zeitgeschichte kuratiert wird.
Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) kommentierte das Spitzenjahr: „Besonders eindrucksvoll ist der historische Höchststand im Deutschen Museum: Im 100. Jubiläumsjahr haben fast 1,7 Millionen Technikfans die Standorte unserer bayerischen Museums-Ikone besucht – so viel wie noch nie in der Geschichte des Hauses.“
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Postkartenmotiv: Historische Ansicht Alte Pinakothek München um 1900. Bildquelle © Wikipedia gemeinfrei. Die Alte Pinakothek ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und zählt zu den bedeutendsten Gemäldegalerien Europas. |
Bei den bereits großen Zahlen soll es nicht bleiben. Kunstminister Blume beabsichtigt, die staatlichen Häuser flexibler und eigenverantwortlicher zu machen, damit Besucherzahlen und Einnahmen steigen. Sein Vorbild für den Schritt weg vom „Behördenstatus“ hin zu mehr Autonomie sei Österreich, wie es heißt. Blume verwies darauf, dass die bayerischen staatlichen Museen bislang nur etwa 10 Prozent ihres Budgets selbst erwirtschaften. Hingegen kämen zum Beispiel die Dresdner Kunstsammlung im Jahr 2024 auf 24 Prozent Eigenmittel und die Bundesmuseen in Wien auf 56 Prozent.
Nach Blumes Reformideen sollen sich die „in die Freiheit“ entlassenen staatlichen Museen verstärkt um die Erhöhung ihrer Eigeneinnahmen kümmern und sich schneller den Publikumserwartungen anpassen. Eine Kommission habe bezüglich der Neuorganisation „jeden Stein umgedreht“ und in einem „Weißbuch“ Vorschläge unterbreitet. Kein Museum werde abgewickelt, einige gar neue Räumlichkeiten erhalten. Die derzeit rund 1000 Vollzeitstellen bleiben nach Blumes Erklärung erhalten, die Mitarbeiter sollen jedoch auch neue Aufgaben übernehmen. So etwa das Einwerben von Sponsorengeldern oder Arbeiten im Marketing.
„Das wird uns am Anfang auch etwas mehr kosten, gar keine Frage, denn die Museen sind nicht überfinanziert, aber es wird sich doppelt und dreifach auszahlen durch mehr Besucher..“, wird Blume zitiert. Österreich habe gezeigt, wie es gehe, habe seine Museen in die Freiheit entlassen und der Eigenfinanzierungsanteil läge dort zum Teil über 50 Prozent. „Davon sind wir ehrlicherweise noch sehr, sehr weit entfernt.“
rART/K2M
Zitierquelle: Auszüge aus BR24, Hörfunkwelle des Bayerischen Rundfunks.












