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rheinische ART 07/2018

BARBIE-PUPPEN
Rosarote Träume

 

Seien wir doch ehrlich! Alle (Mädchen) wollten so sein. So schön blond, langbeinig, wohlproportioniert, chic, strahlend, kokett und propper. Rund sechs Jahrzehnte sind die Barbie-Puppen Kult und in so gut wie jedem Kinderzimmer anzutreffen.

 

Barbie als Feuerwehrfrau und Polizistin. Foto © Dorfmann, Schrey Kreismuseum Zons 2018

 

Es ist nicht erstaunlich, dass das millionenfach verkaufte Lieblingsspielzeug vieler junger Mädchen seit vielen Jahren auch museal ist. Das ist auch gut so, denn die Barbies sind ein Stück Kulturgeschichte. Weltweit gehören die kleinen Schönheiten mit Playmobil und Lego-Steinen zu den absoluten Spielzeugklassikern.

 

 

 

Ausstellungsplakat Foto © Kreismuseum Zons, Kulturzentrum des Rhein-Kreis Neuss 2018

 

Barbie als Präsidentin. Foto © Dorfmann, Schrey Kreismuseum Zons 2018

 

Seit Anfang der Zweitausenderjahre zeigen die zwei Sammlerinnen Bettina Dorfmann und Karin Schrey ausgewählte Exponate ihrer über 18.000 Barbie-Puppen umfassenden Sammlung öffentlich. Mit der Kollektion haben sie es auch – nebenbei bemerkt – in das Guiness-Buch der Rekorde geschafft.

 

Das Kreismuseum Zons, Kulturzentrum des Rhein-Kreises Neuss, zeigt derzeit diese Kultfigur in einer „traumhaften“ Ausstellung unter der Überschrift „Busy Girl – Barbie macht Karriere!“

     Was das Sammlerduo Dorfmann/Schrey zu präsentieren hat, ist nicht nur eine simple Aufstellung nett drapierter stehender, sitzender oder liegender Püppchen, von knapp 30 Zentimeter Höhe.

     Das wirklich Überraschende ist nämlich: Barbie kann auch ganz anders! Was damit gemeint ist? Barbie ist mehr als nur ein Spielzeug, in ihr spiegeln sich die typischen Wertvorstellungen und modischen Schönheitsideale ihrer Zeit. Die Ausstellung in Zons verfolgt den Weg der Barbies von ihren Anfängen bis heute und fragt nach dem Frauenbild und den Klischees, die Barbie verkörpert.

 

War die erste Puppe, die die US-amerikanische Unternehmerin und Mitbegründerin des Spielzeugkonzerns Mattel Inc., Ruth Handler (1916 - 2002), im Jahre 1957 auf die Stöckelschuhe stellte, noch ohne Funktion, begann sich die Figur langsam zu ändern.

     Handler, die „Barbie-Mutter“, verpasste ihrem Blondchen zeitgemäße coole Styles und ließ sie so zunehmend als das ideale Frauenbild erscheinen: Schönheit, extravagantes Outfit, gerne auch in Rosa, und oft in Begleitung ihrer Freunde Ken und Stacey.

     Schließlich dann der Schritt zum Vor- und Abbild für die moderne Erfolgsfrau und zum Renner auf dem Spielwarenmarkt. Barbie das „Busy Girl“ machte sozusagen Karriere, als Archäologin, Friseurin, Mannequin, Pilotin, Tierärztin und Hunderte anderer Varianten. Ein Rundumkunstwerk in modisch westlich-orientierter Ausprägung.

 

Barbie als Stewardess. Foto © Dorfmann, Schrey Kreismuseum Zons 2018

 

Dargestellt werden in der Zonser Schau die Wertewandlungen in verschiedenen – fast liebevoll arrangierten – beruflichen Szenarien: in Stewardess-Kostümen in der Airport-Lounge, in Edel-Garderobe aus Seide und Brokat, in Synthetiks im Studentenwohnheim oder in glitzerndem Disco-Outfit. Ob nun in wärmeregulierender Funktionskleidung oder im Tarnfleck, die beliebten Barbies sind Projektionsfläche der gesellschaftspolitischen Entwicklung des Frauenbildes seit den 1950er Jahren.

 

Dennoch Seit es Barbie an die Spitze des Spielzeugmarktes geschafft hatte, gab es auch stets heftige Kritik von so gut wie allen Seiten: von Feministinnen, Linken wie auch Konservativen. Was ihre Erfinderin zu Lebzeiten nie so recht verstand.

     Barbie war und ist für viele der Inbegriff des blonden Dummchens, des ungebildeten Modepüppchens. Sie als Rollenspielzeug und als Identifikationshilfe für Millionen von Kindern und heranwachsenden Mädchen wahrzunehmen, so die Ausstellungsmacher, falle ihren Kritikern schwer.

     Die Modeindustrie und ihre Designer sahen das von Anfang ganz anders. Dior, Burberry und andere kreierten Kollektionen für Barbie, den „Mädchentraum“, und adelten damit den Verkaufsschlager, natürlich nicht gänzlich ohne Eigennutz.

 

Barbie als Ärztin. Foto © Dorfmann, Schrey Kreismuseum Zons 2018


Die bemerkenswerte Ausstellung „Busy-Girl“ zeigt Barbie in ihrer Rolle als Vorbild und Zeugin der rasanten beruflichen Entwicklung der Frau in den letzten 50 Jahren: Von der Hausfrau am Herd und Krankenschwester, Mannequin und Modedesignerin wurde sie zur Forscherin, Astronautin und Politikerin. Die Präsentation in Zons ist nicht nur ein Muss für Barbie-Fans, sondern eine kleine und ungewöhnliche Geschichtslektion, die die Entwicklung des modernen Frauenbildes im Wandel der Zeit nachvollziehbar macht.
rART


Die Ausstellung „Busy Girl – Barbie macht Karriere“ kann bis zum 14. Oktober 2018 besucht werden.
Kreismuseum Zons
Kulturzentrum des Rhein-Kreis Neuss

Schloßstraße 1
41541 Dormagen
Tel. 02133 / 53020
Öffnungszeiten
DI – FR 14 – 18 Uhr
SA, SO 11 – 18 Uhr

 

 

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