rheinische ART
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rheinische ART 03/2012

ARCHIV 2012

Sammlung Sobotta

 

Ferne, nahe Grafschaft Glatz

 

Das kulturell-historische Thema der Sonderausstellung ist speziell, die Schau klein, der Initiator wohlbekannt und doch überraschend. Der langjährige Chefredakteur der Tageszeitung Rheinischen Post, Joachim Sobotta, zeigt anlässlich seines 80. Geburtstags eine persönliche Sammlung mit Exponaten zu seiner Geburtsregion, der schlesischen Grafschaft Glatz.

 

Kolorierte Postkarte: Glatz – Brücktorbrücke und Minoritenkirche

am Rossmarkt, Quelle: Haus Schlesien

 

NICHT JEDEM dürfte auf Anhieb klar sein, worum es sich hier handelt. Im Fokus steht eine großartige und liebliche Mittelgebirgslandschaft, umgeben von hohen Gebirgszügen, reich an Bodenschätzen, vor allem an Mineral- und Heilquellen, die seit dem Mittelalter für eine weit bekannte Bäderkultur sorgen. Und schließlich entstammt dem  angrenzenden Riesengebirge der berühmte Berggeist Rübezahl, um den sich zahlreiche Sagen und Märchen ranken. Die geografisch markant-eckige Region, auch Glatzer Gebirgskessel genannt, im heute polnischen Grenzgebiet zu Tschechien und fast auf halbem Wege zwischen Prag und Breslau gelegen, sticht auf jeder Landkarte leicht erkennbar heraus.
 

Sobottas Sammlung bietet dem Besucher einen Blick in eine enorm reiche, kulturell ungewöhnlich hochstehende Region. Sie wurde ab dem 13. Jahrhundert von deutschen Siedlern kolonisiert und gehörte zum Königsreich Böhmen. In den drei Schlesischen Kriegen (1742-1763) zwischen Preußen und Österreich war die böhmische Grafschaft strategischer Zankapfel. Preußenkönig Friedrich II. wird nachgesagt, er habe Glatz als Juwel in seiner Krone angesehen und beklagt, dass man ihm Schlesien und die Grafschaft nicht gönne…. 1763 kam sie jedoch durch den Hubertusburger Frieden endgültig in seinen Besitz und 1818 wurde das fast ausschließlich von Katholiken bewohnte und bis dato selbstständige Territorium der preußischen Provinz Schlesien unterstellt. Die Ausstellung ist eine interessante Ergänzung zu den im diesem Jahr bundesweit gebotenen Feiern und Schauen zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs Friedrich II..

 

Die in Jahrzehnten gesammelten Exponate zur Grafschaft Glatz und zur Geschichte des deutschen Ostens bestehen aus wertvollen historischen Landkarten und Graphiken, alten Ansichtskarten wie auch Notgeldscheinen. Daneben werden aktuelle Fotografien und andere Zeugnisse der ehemals deutschen Kreisstadt Glatz und der gleichnamigen Grafschaft ausgestellt.

    Joachim Sobotta wurde 1932 in Glatz geboren und als Jugendlicher mit über 150.000 Landsleuten aus der Grafschaft Glatz vertrieben. Er ist Zeitzeuge jener Entwicklung gewesen, die wie keine andere die deutsche Gesellschaft nach 1945 prägte, zu Solidarität verpflichtete und veränderte. Die Sonderausstellung ist im Eichendorffsaal von Haus Schlesien zu sehen.

Claus P. Woitschützke


Die Ausstellung "Ferne, nahe Grafschaft Glatz. Die Sammlung Dr. Joachim Sobotta“ wird bis zum 01. April 2012 präsentiert.
Haus Schlesien
Deutsches Kultur- und Bildungszentraum e.V.
Dollendorfer Str. 142
53639 Königswinter-Heisterbacherrott
Tel. 02244 / 886-0


Öffnungszeiten:
DI - FR 10 - 12 Uhr, 13 - 17 Uhr

SA,SO 11 – 18 Uhr

 


 

 

 

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