rheinische ART
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rheinische ART 05/2021

BEAUFORT 21
67 Kilometer Kunst


Endlich wieder das Meer! Dazu noch ein Spaziergang an Stränden, über Deiche und Dünen mit Kunst – was will man derzeit mehr?

 

Els Dietvorst (BE) Windswept, 2021. Kunst aus Treibholz. Bei den Einheimischen sind die gebogenen Bäume als „Shrugs“ bekannt. Standort: Strandzone am Trumelet Faberstraat, 8670 Oostduinkerke. Foto © Filip Claessens Westtoer

 

Rauschende Wogen, Strandgut oder flirrendes Licht haben, soviel ist schließlich bekannt, schon immer zu kreativen Prozessen angeregt.

     In der belgischen Region Flandern kann zeitgenössische Kunst an der Küste regelmäßig alle drei Jahre im Rahmen der Triennale Beaufort bewundert werden. Bei der soeben eröffneten Beaufort 21, die siebte Ausgabe dieses sommerlichen Freiluft-Topevents, sind es 21 Künstler, die entlang der 67 Kilometer langen Strandlinie an der Nordsee ihre Arbeiten präsentieren.

 

Marguerite Humeau (FR) The Dancers V, A marine mammal invoking higher spirits, 2020. Eine Zukunft voller amorpher Kreaturen. Standort: Strandzone in der Nähe vom Wenduinse Steenweg 15, 8370 Blankenberge. Foto © Filip Claessens Westtoer

 

Maen Florin (BE) Benjamin, 2021. Märchenhafte Puppen zwischen Marionette und Mensch mit lokalem Hintergrund. Standort: Wald gegenüber Park Leopold II, 8420 De Haan. Foto © Filip Claessens Westtoer

 

Maarten Vanden Eynde (BE) Pinpointing Progress, 2021. Turm des Fortschritts? Standort: Platz neben dem Rathaus, Marktplein 8, 8430 Nieuwpoort. Foto © Filip Claessens Westtoer

 

Der Mensch als Spielball der Natur ist das zentrale Thema der diesjährigen Aktion. Die Kunstwerke sind von Begebenheiten aus der Natur- und Menschheitsgeschichte der Umgebung inspiriert.   

     Die künstlerische Auswahl ist ein Mix von in- und ausländischen Akteuren. Acht Kunstwerke bleiben nach der Ausstellung an Ort und Stelle und werden Teil des permanenten Skulpturenparks Beaufort.

     2003 fand die Triennale erstmals statt. Ihr Ziel ist es seither, einen dauerhaften Beaufort Skulpturenpark zu errichten. 30 Kunstwerke aus früheren Ausgaben sind bereits in einer Dauerausstellung zu sehen. Nach der Triennale in diesem Jahr wird der Park wieder um einige Skulpturen reicher sein.

 

Die Region bietet dem Interessierten noch etwas Besonderes. Denn der „Kunstweg“ kann zum Beispiel ganz bequem mit der einzigartigen Küstenstraßenbahn besichtigt werden, deren Strecke entlang der gesamten flämischen Küste verläuft.
     Die Kuratorin Heidi Ballet, die zum zweiten Mal an Belgiens Stränden Kunst arrangiert, betont, dass in der diesjährigen Präsentation die Perspektive eine andere ist. Nicht die übliche von Menschen gemachte Geschichte stehe im Mittelpunkt, sondern die Geschichte von natürlichen Prozessen, die am Meer stattgefunden haben.

      Der Mensch, so heißt es, reagiere nur, passe sich an, beuge sich der Natur und dem Einfluss des Wassers, wenn sich etwa die Küstenlinie verschiebt, Land verschwinde oder Inseln wie die von Testerep an der Yser-Mündung im Festland aufgehen.

     Erstmalig sind alle zehn Küstenstädte Belgiens bei der Triennale dabei. Insgesamt werden 21 Werke gezeigt, die sich über die Strandpromenade, Dünen und Hinterland verteilen. Selbst der Meeresgrund ist Teil des öffentlichen Kunst-Raums, ein Novum in der Geschichte von Beaufort.
rART/bra


Die Kunsttriennale Beaufort21

– Der Mensch als Spielball der Natur

findet bis zum 7. November 2021 an der gesamten belgischen Nordseeküste statt.


 Die meisten Kunstwerke befinden sich im öffentlichen Raum und sind daher rund um die Uhr frei zugänglich. Einige Werke befinden sich an einem (Innen-)Ort mit eingeschränkten Öffnungszeiten.

Die aktuellen Öffnungszeiten können Sie www.beaufort21.be/de einsehen.


  Der Zugang ist überall kostenfrei.

 

 

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