rheinische ART
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rheinische ART 04/2012

 

ARCHIV 2012

Raimund Girke im Museum Kurhaus Kleve

 

Die bewegte Farbe

 

Manche Bilder scheinen mit Farbe geflutet. Offenen Schleusen gleich strömt Farbe, breitet sich aus, verdichtet sich, verschwimmt, verflüchtigt und überdeckt sich, lässt Raum. Sie materialisiert das Bild, sie ist das Bild, dass sich zurückhaltend ruhig oder energiegeladen präsentiert. Ihre Titel sind „Auflösung und Verdichtung“, „aufsteigend stürzend“ oder einfach „Malerei“. Raimund Girkes Bilder sind visuelle Ereignisse.

 Raimund Girke (1930 – 2002) setzte sich als abstrakter Maler in seinen Werken ausschließlich mit Farbe auseinander. Unter dem Eindruck des Informel der Nachkriegszeit ließ er sich nie auf gegenständliche Malerei ein. Seine monochromen Bilder als Resultat von Technik und Prozess entsprachen durchaus seiner Vorstellung eines modernen Tafelbildes. Die formale Vereinfachung lässt sich aber ebenso in seinen kontrastreicheren Bildern finden, die im Zusammenspiel mit Licht ihren Facettenreichtum und tiefen Charakter offenbaren.

   Konsequent stellte sich der Künstler der Herausforderung, die Welt der Farbe zu ergründen, ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu finden und ihre beseelte Schönheit zu zeigen. Sie war ihm alles und – so gewinnt man beim Betrachten seiner Bilder den Eindruck - sie gab ihm alles: Bewegung und Ruhe, Fülle und Reduktion, Rhythmus und Struktur, Ordnung. Besonders die Farbe Weiß, nach Girkes Überzeugung pure Energie, nimmt feinst nuanciert einen hohen Stellenwert in seinem Œuvre ein. Die Welt der Farbe meint immer auch die Kraft der Farbe. Girke beherrschte sie meisterlich.

 

Der Künstler

 

Großformatig: Die monochromen Bilder

 

Karin Girke bei der Präsentation der Retrospektive ihres Mannes

In diesem Jahr jährt sich der Todestag des Malers Raimund Girke zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Museum Kurhaus Kleve eine umfangreiche, rund 40 Arbeiten umfassende Retrospektive, die Girkes bedeutenden Beitrag zur deutschen Malerei würdigt. Darunter befinden sich einige selten präsentierte frühen Arbeiten aus den 1950er Jahren wie auch in den 1990er Jahren entstandene Werke.
   Girke wurde 1930 in Niederschlesien geboren und ist 2002 in Köln gestorben. Seine Ausbildung erhielt er an der Werkkunstschule Hannover und an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er zu den Schülern von Georg Meistermann zählte. Er selbst wirkte als Dozent an der Werkkunstschule Hannover und als Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. Seine Malerei ist in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen europaweit in Museen und Galerien gezeigt worden. 1995 wurde er mit dem Lovis-Corinth-Preis und 2002 mit dem Niedersächsischen Kunstpreis ausgezeichnet.

Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

 

Die Ausstellung „Raimund Girke“ ist bis zum 20.05.2012 zu sehen.
Museum Kurhaus Kleve
Tiergartenstraße 41
47533 Kleve
Tel. 02821 / 75010

Öffnungszeiten
DI – SO 11 – 17 Uhr

 

 

©Fotos rArt (2)

 

 

 

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