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rheinische ART 10/2015

Archiv 2015

BOING, PAFF, UFFF
… ist auch eine Kunst!


Nämlich die der gezeichneten und getexteten Bilder in Comics und Cartoons. Die komischen Seiten des Lebens: wie traurig wäre die Welt, gäbe es nicht die Kunst, sie erträglich und humorvoll zu verpacken.

 

Das ist doch keine Kunst! Drei Zeichner, ein gutes Ergebnis. © Ruthe, Sauer, Flix. Foto: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen 2015

 

In der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen sind mit Ruthe, Sauer und Flix gleich drei der profiliertesten Akteure der deutschen Comic- und Cartoonszene in einer Gemeinschaftsausstellung versammelt und sorgen für schmunzelnde Besucher.

 

Die Kettenbilder, bunten Strip-Figuren und nicht selten bissigen Sprechblasen sind vielen vertraut, ihre Schöpfer dagegen nicht immer. Die Schau stellt sie vor und vermerkt selbstsicher, noch nie seien von dem Trio so viele der Cartoons und Skizzenbücher, der Comiczeichnungen und Scribbles in einer Ausstellung zu sehen gewesen. Und der provokante Ausstellungstitel „Das ist doch keine Kunst!“ zeigt schon nach kurzer Besuchszeit, dass alles völlig anders ist.

 

Ralph Ruthe Frühreif!, 2014 © www.ruthe.de

 

Kritik Gleichwohl gibt es seit jeher beharrliche Kritik am Medium Comic. Den Sprachästheten sind in den Bildgeschichten die Sätze zu kurz, Ein-Wort-Sätze zu häufig und die Texte mehr oder weniger ein Spiegel der laxen Umgangssprache. Zudem wimmelten sie von Empfindungs- und Ausrufewörtern wie "Boah", "Zack", "Bum". Kulturpessimisten sehen darin einen Beweis für den Niedergang der Sprache, doch das ist ziemlich eng gesehen.

     Denn die Comic- und Cartoonkunst ist sehr viel mehr! Sie ist ein vielfältiges Ausdrucksmittel, mit dem Künstler in mehrteiligen Bildergeschichten (Comic) oder in einzelnen humoristischen Illustrationen (Cartoon) allgemeinen oder speziellen Lebenssituationen sowie auch dem familiären, gesellschaftlichen oder politischen Alltag kritisch auf den Leib rücken.

    

Bildwitz Lustig, witzig, bissig, spöttisch, hintergründig – in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen wird eine Idee davon geboten, welche Vielfalt hinter dieser besonderen Form von populärer Kunst steht. Ralph Ruthe, Joscha Sauer und Flix (Felix Görmann) bestimmen seit Jahren maßgeblich die Szene des deutschen Comics und Cartoons. Jeder von ihnen hat unverwechselbare Comic-Helden geschaffen.

 

Ralph Ruthe Zeichnung, 1990er © www.ruthe.de

 

Ralph Ruthe (*1972) aus Bielefeld ist besonders für seine täglichen Katastrophen, die den Protagonisten in Shit happens! (Dumm gelaufen!) geschehen, bekannt. Der Dreiklang aus Giraffe, Nashorn und Koalabär – Hals, Nase, Ohren – beschäftigt sich mit den vielen kleinen Missgeschicken bei zu ausgeprägten Körperteilen.

     Ein reiches Repertoire der Tierwelt – ob Kuh, Hamster, Geier oder Löwe – erlebt in Cartoons erzählte Misslichkeiten, Baum und Tod stechen als Figuren besonders hervor. Ruthe arbeitet neuerdings stark mit dem bewegten Bild. Er stellt aus seinen Cartoons Trickfilme her, die er selber kongenial mit Stimmen, Sound und Musik versieht.

 

Joscha Sauer NICHTLUSTIG 2, 2004 © Joscha Sauer

Joscha Sauer NICHTLUSTIG 2, 2004 © Joscha Sauer

Joscha Sauer (*1978) hat einen sehr speziellen Humor, den er selbst als „schrägen schwarzen“ einordnet und der von witzig, sarkastisch bis zynisch reicht. Seine Cartoons unter dem Titel NICHTLUSTIG sind mittlerweile zum Kult und Markenzeichen geworden.

     Ein weit gefächertes Personal bevölkert sein gezeichnetes Paralleluniversum. Neben den knuffeligen selbstmörderischen Lemmingen finden die „unterbelichteten“ Yetis oder der in einer Wand wohnende Herr Riebmann ebenso durchgehend Beachtung wie der Tod und sein Pudel, Fäkalini, Ninjas, Außerirdische oder die Wissenschaftler Wilson und Pickett.

     Auch bei Sauer spielt das Bewegtbild eine immer größere Rolle, etwa in Form von Trickfilmserien. Sauer erhielt 2004 auf der Frankfurter Buchmesse den Comic-Sonderpreis des Publikums. Der 37-Jährige zählt aufgrund der beachtlich hohen Auflagen seiner Comic-Bücher zu den erfolgreichsten deutschen Cartoonisten.

 

Felix Görmann (*1976) alias Flix, der dritte in der Schau, stellt kleine Alltagssituationen meist in vier Kästchen angeordnet dar. Der Münsteraner ist ein Comiczeichner, der - im Gegensatz zu den Einzelbildern seiner Kollegen - das Serienbild als Medium wählt.

     Unter dem Titel Heldentage zeichnet er umfangreiche und teils an literarische Vorlagen angelehnte Bilder-Stories. Als höchst originell gelten seine zeichnerischen Interpretationen von „Faust“ und „Don Quijote“. Da werden aus verstaubten alten Klassikern neu interpretierte Bildfolgen in Graphic-Novel-Form. So arbeitet bei Flix Heinrich „Faust“ als Taxifahrer in Berlin, Gretchen ist eine Muslima namens Margarethe und Gott im Himmel plant die Schöpfung als Computer-Nerd, dem bei Stromausfall nur ein Ramazotti weiterhilft.

 

Flix Faust, 2010 © www.der-flix.de

 

„Don Quijote“ wiederum bricht als munterer Opa mit Hilfe seines Enkels Robin aus dem Pflegeheim aus. Diese anspruchsvollen Comicromane richten sich an eine erwachsene Zielgruppe mit entsprechendem literarischem Interesse. Die Zeitungsstrips rund um die „Schönen Töchter“, die aktuell zur Oberhausener Schau als Buch erscheinen, geben ebenso Beobachtungen des Alltags wieder wie viele seiner anderen Geschichten. So etwa gibt Görmann „Ferdinand, dem Reporterhund“ regelmäßig in Dein Spiegel Aussehen und Prägung.

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Alle drei Zeichner stellen neue Cartoons und Comics auf ihren Webseiten zur Verfügung.

 

Mit dieser Werkschau setzt die LUDWIGGALERIE ihre Reihe zu den wichtigsten deutschsprachigen Positionen im Bereich der populären Kunst fort.

 


Die Ausstellung „Ruthe Sauer Flix - DAS IST DOCH KEINE KUNST!" Comics und Cartoons zwischen Shit happens, Nichtlustig und Schönen Töchtern läuft bis zum 17. Januar 2016.

Ludwiggalerie
Schloss Oberhausen

Konrad-Adenauer-Allee 46,
46049 Oberhausen
Tel. 0208 4124928
Öffnungszeiten
DI-SO 11-18 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

  

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