rheinische ART
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rheinische ART 03/2012

 

ARCHIV 2012

 

Zeitgenössisches: Die Grosse Kunstausstellung NRW Düsseldorf

 

 

Avantgardistisch und etabliert

 

 

Sie ist die größte von Künstlern für Künstler organisierte Kunstausstellung in Deutschland: Die Grosse. Mit ihrer langen Tradition von nunmehr 103 Jahren wird sie in diesem Jahr als Ereignis mit überregionaler Bedeutung gefeiert und als eine Schau präsentiert, die klug und behutsam den Wandel vom Damals, der Düsselorfer Malerschule, ins Heute vollzogen hat.

 

Kunst schauen ...

 

und Kunst kaufen? Die Grosse Kunstausstellung

 

SIE IST angekommen. Die zeitgenössischen Werke der hiesigen Künstlerschaft sind so überraschend wie sehenswert und brauchen in mancherlei Hinsicht den Vergleich mit vielleicht klangvolleren Namen nicht zu scheuen. Dem Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen mit Michael Kortländer an der Spitze ist es gelungen, die Geschichte dieses traditionellen Auftritts lebendig zu halten und Mithilfe einer umfangreichen Juryarbeit das Beste aus den von 650 Kreativen eingereichten Exponaten für die Ausstellung auszuwählen. Insgesamt sind 137 Künstler und damit auch so viele künstlerische Positionen in der gegenwärtigen Schau vertreten.
   Gerade die Jury stellt sich Jahr um Jahr keiner leichten Aufgabe. Da Die Grosse keine Kuratorenarbeit und keine thematische Vorgabe kennt, sind die sich bewerbenden Künstler aufgefordert, das vorzustellen, womit sie sich möglichst aktuell beschäftigen. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Disziplinen wie Malerei, Bildhauerei, Installationen und Fotografie oder neu auch Videoproduktionen gilt es, die Vielfalt als harmonisches Ganzes mit einer aus sich selbst heraus erzeugenden Ausstellungsdynamik zu präsentieren.
   So ist beispielsweise der älteste Teilnehmer gleichzeitig der älteste aktive Maler Düsseldorfs. Adolf Bierbrauer ist 97 Jahre alt und als „Hypnosemaler“ bekannt. Als renommierter Maler beteiligt sich Konrad Klapheck (mehr) mit zwei Zeichnungen seiner Maschinenbilder, darunter die „Königinmutter“. Feinheit kennzeichnet die Arbeiten „Waschung I., II. und III.“ von Heike Demleitner, die inspiriert von der Anmut von Netsuke, schwarzes Haar figürlich in weiße Seifenstücke einbrachte. Marek Radke zeigt seine Installation „The Game“ und unübersehbar, weil raumfüllend, ist die Installation aus Rigips, Holz und Stahl von Evangelos Papadopoulos.
   Sicherlich war es Zufall, aber für die Exposition ein Gewinn, dass am Veranstaltungsort Museum Kunstpalast gerade die Übersichtsschau der Düsseldorfer Malerschule (mehr) zu Ende gegangen ist und Die Grosse von der vorhandenen Ausstellungsarchitektur profitieren kann. Besonders die farbigen Wände in ihrem dunklen Blau, Violett oder Rot schaffen Atmosphäre jenseits des guten, aber ewigen Weiß. Zudem bietet sich hier ein weiterer historischer Anknüpfungspunkt und wer die Geschichte kennt, dem ist bekannt, dass die ersten legendären Sonderbundausstellungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Städtischen Kunstpalast Düsseldorf stattfanden. So ist ein Besuch der Ausstellung auch ein kleiner Exkurs in Sachen Düsseldorfer Künstlergeschichte.

 

Kunstakademie

 

Eine Ausstellungsansicht: Die Klasse Deacon der Kunstakademie

Die Kunstakademie als „Mutter aller Künste“, wie sie auch in Düsseldorf genannt wird, ist mit der Klasse von Professor Richard Deacon Gast der Ausstellung. Die Studenten, die gerade den hauseigenen Rundgang in der Akademie als publikumswirksames wie informatives Kunst-Happening hinter sich haben, zeigen ihre ausgesuchten bildhauerischen Werke in zwei großen Räumen und geben eine Ahnung davon, wie ein museales Umfeld auf junge Kunst ausstrahlt. Geschaffen wurde ein Forum für die ganz jungen künstlerischen Positionen, die sich durchaus professionell in Szene zu setzen verstehen.

 

Italien und die Kunstmetropole Palermo

 

Die Düsseldorfer Künstler hatten schon immer die Auseinandersetzung mit Kreativen anderer Länder begrüßt und ganz besonders hatten sie eine Affinität zu Italien entwickelt. „Wegen des Lichts“ heißt es vielfach in der Begründung, aber sicherlich mag auch das Dolce Vita eine geneigte Rolle gespielt haben. Eingeladen hatte der veranstaltende Verein zehn Künstler aus Palermo, der Künstlerstadt Siziliens. Sie haben mit dem Sockelgeschoss des Energie-Unternehmens Eon einen großzügigen und mit dem Nachbarn Kunstpalast verbundenen, viel besuchten Ausstellungsort geboten bekommen. Mit leuchtenden Farben und naturalistischen Motiven sind ihre Arbeiten nicht ohne Humor. Ihre Präsenz an diesem Ort fordert zur Diskussion einfach heraus.

 

Preisträger

 

Senorita Mara, Trapezkünstlerin, 1964 ©Walter Vogel

 

Als Künstler von Künstlern geehrt zu werden: das ist etwas Besonderes. Der Kunstpreis ging in diesem Jahr an den Fotografen Walter Vogel (*1932, mehr). Er, der um die Welt reiste, in Tokyo und New York genauso fotografierte wie in der Café-Bar in Genua oder im Ruhrgebiet, besitzt heute eine einmalige Sammlung von Fotos. Als junger Mann fotografierte Vogel die Tänzerin Pina Bausch und Joseph Beuys, als noch keiner wusste, dass dieser einmal so berühmt sein würde. Seine Bilder zeigen die Welt in unwiederbringlichen Momenten, die niemals emotional flach anonym Personen abbilden, sondern Menschen als Protagonisten hautnah in ihrem Umfeld. Vogels Bilder erzählen Geschichten über sie. Transvestiten, Punker und Handwerker gehören dazu wie betagte Frauen und eben – Künstler.

Die Förderpreisträgerin Nina Brauhauser

   Der Förderpreis ging an die Fotografin Nina Brauhauser (* 1980). Ihre Werke stehen konträr zu den erzählenden Arbeiten des Walter Vogel. Brauhauser beschäftigt sich mit geometrischen Sujets, die an den Konstruktivismus erinnern. Ihre minimalistische Prämisse lässt Bild und Bildobjekt eins werden, ihr Einsatz von Licht und Schatten erwirkt eine skulpturale Anmutung. Beide Künstlerräume der Ausstellung sind beispielhaft und machen einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert die künstlerische Fotografie in Düsseldorf hat.

 

 Die ausgestellte Kunst kann erworben werden. Kunst kaufen im Museum – das ist nicht alltäglich.
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Ausstellung „Die Grosse Kunstausstellung“ ist bis zum 18. März 2012 zu sehen.
Museum Kunstpalast
Ehrenhof
40479 Düsseldorf
Gruppenführungen für Kunstfreunde, Sammler, Firmen und Vereine
Tel. 0211 / 4930035

 

Öffnungszeiten

Dienstag, Mittwoch, Freitag – Sonntag 11 – 18 Uhr
Donnerstag 11-21 Uhr

 

Die Grosse bietet ein umfangreiches Begleitprogramm.

Mehr Informationen www.diegrosse.de

 

 

©rheinische-art.de

 

 

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