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rheinische ART 08/2018

Archiv 2018

NASCA
Volk der Bildsprache

 

Wer ihre Kunst sieht, fragt unwillkürlich: Wer waren diese Menschen? Wie lebten sie? Woher kam und wohin ging ihre Kultur? Eine Schau über die Nasca-Kultur in der Bonner Bundeskunsthalle illustriert eine Gesellschaft, die bis heute Rätsel aufgibt.

 

 

Bügelhenkel-Doppelausgussflasche in Form eines Orcas (Schwertwal) Ton, modelliert und bemalt, gebrannt. Frühe Nasca-Phase (Stilphase Nasca 3) 50–300 n. Chr. Museo Nacional de Arqueología, Antropología e Historia del Perú; Ministerio de Cultura del Perú C-54262

 

Es ist eine Schau mit Seltenheitswert. Rund 200 Exponate geben Hinweise auf einen Kulturraum, der möglicherweise eine nur 850 Jahre lange Blütephase erlebte, aber Einzigartiges hinterließ. Seine Bevölkerung wird heute unter dem Begriff „ Nasca-Menschen“ geführt. Sie erreichte ihren kulturellen Höhepunkt nach neuesten Erkenntnissen im Zeitraum 200 v.Chr. bis etwa 650 Jahre n.Chr. im südamerikanischen Gebiet des heutigen Staates Peru.

 

Spiralförmige Geoglyphe Foto: Alfonso Casabonne, Palpa 2017

 

Tasse in Kopfform mit Gesichtsbemalung. Mittlere Nasca-Phase (Stilphase Nasca 5) 300-450 n. Chr., Ton, modelliert und bemalt, gebrannt. Museo de Arte de Lima Nachlass Familie Prado IV 2.0 0459/IV 2.0 0306

 

Vorzugsweise lebten die Nasca-Menschen in den fruchtbaren Tälern zwischen den Hochanden im Osten und einer dem Pazifik vorgelagerten Wüste.

     Auf den Hochflächen dieser trockensten Flecken der Erde legten sie ihre berühmten, riesigen Bodenzeichnungen an, die in der Fachwelt als Geoglyphen („Erdgravuren“) bekannt sind.

     Kunsthallen-Intendant Rein Wolfs: „Die einzigartigen Geoglyphen der Nasca begegnen uns als Spuren einer gelebten Kultur, in der sich Kunst und Ritus vereinen. Sie bieten die Chance für einen neuen Blick auf gesellschaftliche Traditionen und Relikte, die sich – ihres Kontextes entbunden – von Fakten in Mysterien verwandeln.“

     Die gewaltigen und teils geometrischen Flächenbilder mögen allgemein eine ihrer bekanntesten Hinterlassenschaften sein.

 

Nicht minder faszinierend ist jedoch die farbintensive Nasca-Bildersprache, die bis heute auf Keramikarbeiten und Textilwaren erhalten ist. Die Bonner Schau präsentiert zahlreiche kunstvolle Textilien und Musikinstrumente, ferner Beigaben für Nasca-Gräber, inklusive Goldmasken und Keramikgefäßmalereien. Sie zählen zu den Funden, die einen tieferen Einblick in die Welt dieser Menschen ermöglicht.

     „Nasca. Im Zeichen der Götter“ titelt die Ausstellung und überrascht mit neuen archäologischen Objekten in Form von Kultgegenständen und Alltäglichem dieser einzigartigen, untergegangenen Gesellschaft.

     Sie war geprägt von Ritualen, Kunst, Musik und dem Leben in einer der extremsten Klimaregionen der Erde. Alle Exponate, so betont das Haus, stammen ausschließlich aus öffentlichen sowie privaten peruanischen Sammlungen und viele davon wurden noch nie dem internationalen Publikum gezeigt.

 

Mundmaske in Form von Felidenschnurrhaaren mit stilisierten Schlangen- und Menschenköpfen, Gold, gehämmert und getrieben. Frühe Nasca-Phase (Stilphase Nasca 3–4) 50–300 n. Chr., Museo de Arte de Lima Nachlass Familie Prado IV 2.2 0490

 

Figurengefäß eines mythischen Ahnenwesens. Frühe Nasca-Phase (Stilphase Nasca 3) 50–300 n. Chr., Ton, modelliert und bemalt, gebrannt. Museo Nacional de Arqueología Antropología e Historia del Perú; Ministerio de Cultura del Perú C-60560

 

Die Nasca, soviel steht seit langem fest, entwickelten sich wie andere amerikanische Kulturen ohne eine Verbindung zu den eurasischen Kulturräumen. Und das Besondere an ihnen: Sie hinterließen keine Schrift. Jedoch eine außerordentlich reichhaltige Bildsprache auf Textilien und Keramiken – und im Wüstenboden in Form der rätselhaften Gravuren!
     Die Bevölkerung verfügte über eine höchst komplexe Kultur mit fremdartig erscheinenden Ritualen und einem Kunstschaffen, das zum hochwertigsten in der Weltarchäologie gehört, heißt es in der Bundeskunsthalle. Nach Einschätzung der Archäologie gebe es, wie die Kuratoren hervorheben, keine prähispanische Kultur, die farbenprächtigere Objekte überlieferte. Die Keramiken und Textilien der Nasca zählen weltweit zu den kunstvollsten.
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Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Museo de Arte de Lima (MALI) und dem Museum Rietberg in Kooperation mit der Bundeskunsthalle Bonn unter Beteiligung der bedeutendsten Nasca-Archäologinnen und -Archäologen weltweit.

 

Die Ausstellung „Nasca. Im Zeichen der Götter. Archäologische Entdeckungen aus der Wüste Perus“ wird bis zum 16. September 2018 gezeigt.
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn
Tel 0228 / 9171–200
Öffnungszeiten
DI, MI 10 – 21 Uhr
DO–SO 10 – 19 Uhr

 

 

                     

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