
ARCHIV 2012
Spurensuche in einem geschundenen Landstrich
Ingrid Bachérs neuer Roman „Die Grube“
Von Simon Hopf
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UM SIE ZU gewinnen, wird der Boden hunderte Meter tief aufgerissen, ausgebeutet, verfüllt und rekultiviert, wie es euphemistisch heißt. Eine ganze Region zwischen Mönchengladbach im Norden, Düren im Westen und dem Speckgürtel Kölns trägt die Spuren dieser Verwüstungen im Gesicht.
Es ist mithin eine eigene, ebenso unwirtliche wie unwirkliche Szenerie, in der Ingrid Bachér die Handlung ihres Romans „Die Grube“ spielen lässt. Das Dorf, dessen Namen in dem Buch so plakativ in den Vordergrund tritt, wurde in den 1980er Jahren zum Symbol für den vergeblichen Versuch, den Tagebau zu stoppen: Garzweiler. Dort also lag er, der Aschoffsche Hof. Seitdem der Ort und das bäuerliche Anwesen den Baggern weichen mussten, fehlt von Simon jede Spur. Als er viele Jahre später für tot erklärt werden soll, nimmt die Geschichte ihren Lauf …
Bachér entrollt in einem sprachlich schlichten, manchmal jedoch etwas pathetischen Stil ihre Handlung, die zu einer Anklage wird gegen das, was im Namen von Energiegewinnung und Arbeitsplatzerhalt an Unvorstellbarem möglich ist – und in ohnmächtiger Wut von den Betroffenen letztlich in Kauf genommen werden muss. Für all jene, die selbst im Einzugsbereich der Tagebaue leben, wird der Roman deshalb zu einer umso beklemmenderen Lektüre.
Erschienen ist das Buch im Dittrich Verlag, Berlin. ISBN: 978-3-937717-70-8
Preis: 17,80 Euro; 174 Seiten, gebunden
Info
► Ingrid Bachér wird am 16. März 2012 um 19 Uhr in der Villa Erckens in Grevenbroich aus ihrem Roman lesen. (www.museum-villa-erckens.de)
► Bereits am 13. März 2012 ist sie ab 18.30 Uhr zu Gast auf dem „Blauen Sofa“, wo sie von Ludger Baten, Redaktionsleiter der örtlichen Neuß-Grevenbroicher Zeitung, interviewt wird. Treffpunkt ist in der Buchhandlung Gutenberg im Montanushof, Ostwall 31, 41515 Grevenbroich (Telefon 02181-7839552)
